Hochgolling (2862m)
“Willst mich umbringen?” fragte Orotl, als ich ihm diesen Berg vorschlug. Um dann doch ganz gierig darauf zu werden. Und letztlich doch keine Zeit zu haben.
Also machte ich mich allein auf den Weg ins Lungau, ich nahm den Anstieg von Süden, da ich den Weg zur Gollinghütte schon kannte.
Nach meinem Besuch beim Murursprung, wollte ich noch einen Teil der Höhenmeter am Abend erledigen, um in der Früh leichteres Spiel zu haben.
Noch vor der Landawirseehütte, zu der ich heute nicht mehr aufsteigen wollte, schlug ich im Göriachwinkel mein Biwak auf und freute mich auf eine Nacht unter Sternenhimmel. Oft sah ich ihn nicht, da ich einschlief, bevor es wirklich finster war. Aber in der Nacht wurde ich einige Male wach und konnte den Nachthimmel bewundern.
Knapp vor 5 Uhr war ich wieder munter, frühstückte ein wenig, packte meine Sachen (Schlafsack und Matte blieben hier) und startete um 5:40 Uhr Richtung Gipfel.
Eigentlich nahm ich an, heute als erster unterwegs zu sein, doch noch bevor ich in der Gollingscharte war, stiegen von dort schon andere Bergsteiger zum Gipfel auf. Sie waren schon um 5 Uhr von der Gollinghütte aus gestartet erfuhr ich am Gipfel.
Das letzte Stück vor der Scharte lag noch Schnee, doch der war schnell gequert und ich freute mich schon auf die “Abfahrt” beim Abstieg. In der Gollingscharte konnte ich mich auch in der Sonne wärmen, bisher war ich schattseitig aufgestiegen.
Hinauf wählte ich die schwierigere Wegvariante über den Nordwestgrat, “Nur für Geübte!” warnte der Wegweiser. Eine konkrete Schwierigkeitsangabe würde vielleicht den ein oder anderen doch-nicht-so-geübten abschrecken. Ich würde sagen, eine II-er Stelle knapp vor dem Gipfel war die Schlüsselstelle. Alles schön zu steigen bzw. zu klettern.
Nach (gemütlichen) 2:50 Std. war ich am Gipfel und genoss die Aussicht für fast zwei Stunden. Zwischendurch hatte ich den Gipfel sogar für mich alleine, noch früher aufzustehen wäre also gar nicht notwendig gewesen.
Schöner Ausblick auf Ankogel und Hochalmspitze (die mir zwei oberösterreichische Bergsteiger als Großglockner und Großvenediger verkaufen wollten), den Dachstein, die Hohe Wildstelle und viel mehr. Alles schöne, lohnenswerte Ziele.
Irgendwann musste ich mich dann doch an den Abstieg machen, diesmal über den “historischen Normalweg”, auch hier schaden Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nicht. Von der Scharte ging es dann über die Schneefelder rapide hinunter.
Nun musste ich noch mein Biwakzeug aufsammeln und marschierte zurück zum Auto – gerade rechtzeitig, auf der Heimfahrt ging bald ein heftiger Platzregen nieder, aber wen hätte eine kleine Dusche an diesem heißen Sommertag gestört?










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