3076 Steinmänner im Morgengrauen
Bei meinem Besuch am Murursprung vor einer Woche stand ich schon vor einem sehr verlockenden Wegweiser zum Großen Hafner (3076m) und überlegte die geplante Tour auf den Hochgolling gegen den als “leichten 3000er” bekannten Hafner einzutauschen. Da ich jedoch kein Kartenmaterial dafür mithatte, konnte ich mich nicht dazu durchringen.
Was auch gut so war, denn so konnte ich Orotl den Mund wässrig machen und wir starteten am Freitag um 17 Uhr bei der Kölnbreinsperre im Maltatal, um über den Salzgittersteig zur Kattowitzer Hütte aufzusteigen und dort zu übernachten.
Schon zuhause hatte Orotl die Idee, bereits zum Sonnenaufgang am Gipfel des Großen Hafner zu sein, mein “ich mag diesmal nicht so früh aufstehen” nicht einmal ignorierend. So schwer es oft ist, ihn überhaupt zum Mitgehen zu motivieren, wenn er dann einmal dabei ist will er gleich alles auf einmal.
Freitag: Zustieg zur Kattowitzer Hütte
Der Salzgittersteig (Weg 545) schlängelte sich erst recht harmlos durch Latschenfelder, immer wieder leicht steigend und fallend, ab dem Krumpenkar ging es aber anständig bergauf bis zum Pausenplatz beim Gamsleitenkopf. Von dort war es nicht mehr weit zur Hütte.
Samstag: Gipfelsturm im Morgengrauen
Da ich mich mit meinen Langschläferambitionen heute nicht durchsetzen konnte (und die Hüttenwirtin die Sonnenaufgangsidee auch noch “toll” fand), war meine Nachtruhe um 2:50 Uhr beendet – schlafen konnte ich leider sowieso nicht. Ein Blick aus dem Fenster, doch die Stirnlampe leuchtete nur in dichten Nebel. Kurz wollte ich den Gipfelsturm abblasen, aber Orotl sollte ruhig auslöffeln was er uns eingebrockt hatte.
Draußen vor der Tür war es dann aber sternenklar. Später sollten wir sehen warum: Die Hütte “bewegte” sich den ganzen Morgen an der Nebelobergrenze, mal darüber, mal darunter. Die Wetterstation an der Hütte meldete 12°C und beinahe 100% Luftfeuchtigkeit.
Es war wärmer als erwartet, schon nach wenigen Minuten gab es den ersten Stopp, um die Jacke wieder einzupacken. Bis auf irgendwann notwendige kurze Frühstückspause (zwei Bananen) verlief der Aufstieg ohne Probleme, die gute Markierung erleichterte uns die Wegfindung im Schein der Stirnlampe.
Auf der Marsschneid gab es zwei mit Seil versichterte “Schlüsselstellen”, die aber selbst im Dunkeln keine Schwierigkeit für uns darstellten.
Plötzlich ließen mich jedoch unzählige Steinmänner aus aufgerichteten Steinplatten innehalten, die bei diesen Lichtverhältnissen tw. an Grabsteine erinnerten und ein sehr mystisches Bild abgaben. Wieviele Steinmänner da wirklich standen, erkannten wir erst beim Abstieg im Tageslicht. Sehr eindrucksvoll.
Etwas Sorge machten (zwar weit entfernt) im Nordwesten einige Gewitterwolken, in denen es immer wieder blitzte, doch meine Vermutung, dass sie sich in den ersten Sonnenstrahlen auflösen werden, bestätigte sich später.
Der Gipfel kam näher, immer wieder standen Steinmänner Spalier, die letzten 100 Höhenmeter ging es schon ohne Stirnlampe und um ca. 5:15 Uhr war ich am Gipfel, Orotl traf nur knapp nach mir ein und ich durfte ihm zu seinem ersten 3000er gratulieren.
Die angegebene (und meines Erachtens recht ambitionierte) Aufstiegszeit von 2 Std. ab der Hütte haben wir ziemlich genau eingehalten, nur die Bananenpause sorgte für eine leichte Überschreitung.
Die vergletscherten Gipfel von Hochalmspitze und Ankogel boten ein eindrucksvolles Panorama. Diese zwei Berge sehe ich sonst immer nur aus großer Entfernung. Auch der Dachstein zeigte sich schemenhaft im Dunst.
Drei Stunden hielten wir es hier heroben aus, irgendwann mussten wir doch weiterziehen. Nun sahen wir die Heerschar an Steinmännern in ihrer vollen Pracht.
Orotl wollte ursprünglich den Rückweg mit einer Runde über Wastlkarscharte, Weinschnabel und Arlscharte ausdehnen, doch nach der kurzen Nacht konnte uns das nicht mehr reizen und wir stiegen relativ direkt zum Salzgittersteig ab, nahmen aber eine Abkürzung über ein paar Schneefelder im Wastlkar, welche den Abstieg deutlich beschleunigten.
Die Abfahrt durch den Altschnee war zwar anstrengend, machte uns aber irrsinnigen Spaß:
Nun fehlte nur mehr der Marsch zurück zum Parkplatz. Obwohl die Kölnbreinsperre schon früh zu sehen war, haben sich die letzten Kilometer durch die Latschen bei den mittlerweile kräftig gestiegenen Temperaturen unendlich gezogen. Endlich beim Auto angekommen wollte Orotl partout nicht mehr die Staumauer besichtigen sondern lieber das Auto bewachen.
So musste ich alleine los, um die Mauer und den angebauten Skywalk zu erkunden. Das Mäuerchen ist ein durchaus imposantes Bauwerk und der Gitterboden des Skywalks, ja, der hat was. Gleich daneben hätte sich die Möglichkeit eines Bungysprungs von einem auf der Mauer stehenden Kran angeboten, aber da ja Orotl schon auf mich wartete, wurde da leider nichts draus. Danke, nein.
Link: Orotl tells the story.
Zum Titel dieses Beitrages: Nein, gezählt habe ich die Steinmänner nicht, aber die Seehöhe des Berges als “Hausnummer” herzunehmen schien mir irgendwie passend.
Was ich jedoch mit Sicherheit über die Anzahl sagen kann: Nun gibt es um einen Steinmann mehr!



















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fesch fesch!
im august könnt ihr dann hoffentlich rutschger und mir zum ersten ‘echten’ 3000er gratulieren!
Muß, den Fotos nach, eine Traumtour gewesen sein.
Und, wie gut hat Orotl seine selbst eingebrockte Suppe ausgelöffelt?
@Nixtuerin: Betonung auf ‘hoffentlich’
@LoCo: Dem orotl hat die Suppe sehr gut geschmeckt!
@orotl: dachte ich es mir doch.
nehmt’s ihr mich mal mit auf so eine tour?
[...] 3000er steht schon lange, lange auf meiner Wunschliste.Gert hat also nicht lange 'wacheln' müssen, mit seiner Tourenidee auf den Grossen Hafner und seinen [...]