Großer Priel (2515m) via Bert-Rinesch-Steig

Der Große Priel
Der Große Priel

Am Sonntag sind wir zum Prielschutzhaus aufgestiegen, nach der Nächtigung in der relativ leeren Hütte ging es am Montag morgen um ca. 7:15 in Richtung Bert-Rinesch-Steig, dessen Einstieg auch bald erreicht war. Dort haben wir uns noch gestärkt und die Klettersteigmontur angelegt.

Eigentlich hatte ich zwei „Angstgegner“ auf diesem Steig. Erstens die überhängende Leiter, die gleich nach der Lokomotive im Abstieg zu bewältigen ist, zweitens machte ich mir Sorgen wie sehr der Steig „in die Ärmel“ gehen würde. So viel vorweg: Die Leiter im Abstieg war ein Klacks.

Der Steig startet mit einer netten C-Vertikalen, die wohl als „Qualifikation“, für alles, was danach kommt, dient. Nach besagter Leiter ein langer Quergang, der an einer Stelle schon aufzeigte, dass Oberarmkraft hier ein Kriterium darstellt. Der erste Aufschwung war aber irgendwann erreicht und Klammer um Klammer, Leiter um Leiter ging es aufwärts. Es war immer gut zu steigen, die Aussicht herrlich – so stelle ich mir Genussklettern vor! An der Querung zwischen ersten und zweitem Aufschwung fand sich dann auch ein Platzerl zum Ausrasten, Jausnen und Owischaun.

Abstieg nach der Lokomotive
Abstieg nach der Lokomotive
(Zu) Steile Leitern
Für mich zu steile Leitern

Mit viel Elan ging es dann weiter, erste Leiter hoch – kein Problem, zweite Leiter hoch – ui, schön steil, dritte und überhängende Leiter hoch – oder auch nicht. Mittendrin verwandelten sich plötzlich meine Arme und Finger in Gummi, und ich bin noch schnell ein paar Sprossen zurückgestiegen. Dann war Endstation im (durchaus bequemen) Sitz des KS-Sets. Etwas verschreckt habe ich mir dann am Fuss der Leiter 15 Minuten (oder mehr?) Verschnaufpause gegönnt – um es dann im zweiten Anlauf dann doch zu „derblasen“ – und um oben gleich die nächsten 15 Minuten zu verschnaufen und die Energietanks mit Hilfe Dr.Torque’s Chemiecocktailriegel wieder aufzuladen.

Ausfallschritt
Ausfallschritt

Da danach noch einige Leitern und potentielle „Ziehstellen“ anstanden, war ich zuerst sehr unsicher, wie es denn weiter geht. Aber mit den ersten Höhenmetern kam dann die Sicherheit wieder und ich konnte den Rest des Steiges „problemlos“ weitergehen, und ich hab mich sehr darauf konzentriert zu Steigen anstatt zu Ziehen (was beim Klettern ja eh nicht so blöd ist). Der Rest des Steiges bietet auch noch sehr schöne Klettereien, einzig der letzte Anstieg am Südgrat bis zum Gipfel hat sich gezoooooogen.

Von der Hütte bis zum Gipfel haben wir dann doch an die 6 Stunden gebraucht. Den ganzen Steig sind uns nur zwei Leute begegnet, von denen einer leichtsinnigerweise sogar ungesichert unterwegs war – ich hab jedoch zum Glück nachher nichts von ihm in der Zeitung lesen müssen.

Dafür wurden wir oben mit einer tollen Aussicht belohnt. Heute bin ich sicher an die Grenzen meiner (Oberarm-)Kräfte gestossen, die Kletterei und die Ausgesetztheit war noch deutlich im „Genussbereich“.

Gipfelpanorama
Gipfelpanorama
Im Abstieg ist noch ein großes Schneefeld zu queren
Im Abstieg ist noch ein großes Schneefeld zu queren
So müde sieht man die zwei selten
So müde sieht man die beiden selten…

Den – nicht endenwollenden – Abstieg haben wir über den Normalweg vorgenommen. Nach kurzem Einkehrschwung beim Prielschutzhaus waren wir um 18:45 Uhr beim Auto und begaben uns erneut auf die Suche – nach einer zünftigen Mahlzeit. Bei der „Post“ im Hinterstoder wurden wir auch fündig!



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