Hochlantsch weglos, mit Biwak

Kein Weg. Trotzdem rüber.
Kein Weg. Trotzdem rüber.

Donnerstag, 14 Uhr. LaVic, rutschger und orotl holen mich vom Büro ab, wo ich bereits mit gepackter Ausrüstung warte. Die Fahrt geht auf die Teichalm und der weitere Marsch auf den Hochlantsch, wo wir unter freiem Himmel übernachten wollen. Geplant ist, am Morgen gemeinsam mit anderen Geocachern den Sonnenaufgang zu genießen.

Von der Teichalm folgen wir dem Steirischen Voralpenweg 740 bis zu einer Einsattelung auf ca. 1350m, wo rechts ein Forstweg abzweigt, dem wir bis zu seinem Ende ein paar hundert Meter weiter folgen.

Ab nun wird es interessant: Wir wollen erst die Nordostseite des Hochlantsch umrunden, bis zu den Lantschmauern im Norden und dann einen Jägersteig aufsteigen, welcher parallel zum Klettersteig verläuft und direkt am Gipfel endet. Ich hatte das schon im Februar 2008 versucht, wurde aber damals vom Schnee nach unten abgedrängt, was eine komplette Umrundung bis Schüsserlbrunn zur Folge hatte. Heute sollte es aber klappen.

Krautiger Abstieg, doch der Blick ist nach oben gerichtet.
Krautiger Abstieg, doch der Blick ist nach oben gerichtet.

Am Ende besagter Forststraße beginnt ein unmarkierter Steig, der einen bis zu einem schönen Aussichtsplatzerl bringt, sich dort aber verliert. Wir steigen weiter, wahrlich durch Kraut und Rüben, bis wir nach einem weiteren Aussichtspunkt eine Forststraße erreichen. Auf dieser geht es mit angenehmer Steigung dahin, bis sie wieder endet.

Hier beginnt allerdings kein Steig, sondern wir queren weglos, bis wir eine Felswand erreichen. Dieser weichen wir zwangsläufig nach unten aus und queren weiter bis zur zweiten Felswand. Hier haben wir laut Wegbeschreibung die Wahl, nochmal nach unten auszuweichen, oder sie oben zu umgehen, was schwere, ausgesetzte Querungen zur Folge hat. Wir entscheidung uns für die obere, weil spannendere Variante.

Auch hier kein Weg
Auch hier kein Weg

Bald stellt sich heraus, dass entweder unsere Wegbeschreibung nicht stimmt oder wir am Holzweg sind. Immer wieder „geht es nicht mehr weiter“, außer wir „probieren da rauf zu kraxeln“. Das bedeutet, einer geht vor schauen und winkt dann die anderen nach. Dieses Spiel geht mehrmals so, den umkehren will keiner mehr, wir wollen ja noch bei Tageslicht am Gipfel sein.

Irgendwann erreichen wir dann plötzlich „unseren“ Jägersteig (zumindest glauben wir das in dem Moment) und folgen diesem aufwärts, bis wir beim Ausstieg feststellen, dass der Gipfel gar nicht in der Nähe ist, sondern einige 100m weiter.

Wie auch immer, wir sind froh, dass wir endlich oben sind, die Sonne hat sich ohnehin bereits hinter den Horizont gesenkt. Wir erklimmen kurz den Gipfel und bereiten anschließend unser Nachtlager vor. Drei weitere Geocacher sind mittlerweile über den Klettersteig, bzw. den Normalweg heraufgekommen.

Gipfelkreuz im Morgengrauen
Gipfelkreuz im Morgengrauen

Es ist meine erste Nacht im neuen Biwaksack, sozusagen Generalprobe für Größeres. Es ist einfach herrlich immer wieder die Nase herauszustrecken und den prachtvollen Sternenhimmel zu bewundern. Leider schreit Orotl um 4 Uhr schon „Tagwache“, wo es doch bis zum Sonnenaufgang noch über eine Stunde hin ist. Dafür kochen rutschger und Orotl dann für uns alle Kaffee.

Bald trudeln die ersten „Heimschläfer“ und somit zwangsläufig  „Frühaufsteher“ ein und schließlich warten ca. 20 Geocacher auf den Sonnenaufgang. Dieser ist wunderschön, doch mit meiner Kamera habe ich sowieso keine Chance ihn angemessen einzufangen und verweise somit auf die Fotos von Orotl.

Danach steigen wir auf dem Normalweg (740) zur Teichalm ab und gönnen uns ein Belohnungs-Cordon Bleu. Doch die Tour ist noch nicht zu Ende.

Am Nachmittag geht es über den Schelmniklsteig zur Tyrnauer Alm, wo Orotl und ich uns von rutschger und LaVic verabschieden, die zurück zum Auto auf der Teichalm gehen. Orotl und ich steigen unter der Roten Wand in Richtung Bucheben ab und von dort weiter nach Mixnitz zum Bahnhof und lassen uns von der ÖBB nach Graz kutschieren.

Topographische Karte des Gebiets
Topographische Karte des Gebiets
Warum spielt Rutschger mit dem Felsen?
Warum spielt Rutschger mit dem Felsen?


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