Canyonlands NP

Ein Parkbewohner
Ein Parkbewohner

Canyonlands Nationalpark – endlich mal Neuland für mich. Diesen Park wollten wir 1995 zwar besuchen, wählten aber die falsche Zufahrtsstraße und stießen mit unserem nicht-geländetauglichen Ami-Schlitten sehr schnell an dessen Grenzen. Daher wählten wir diesmal den asphaltierten Highway und verbrachten gleich zwei Tage im Park.

Der Nationalpark wird durch den Green River und den Colorado River in drei Gebiete geteilt: Island in the Sky District im Norden, Needles District im Osten und Maze District im Westen.

Upheaval Crater / Syncline Loop Trail

Heute ist der Island in the Sky District dran. Ich kaufe im Visitor Center eine Wanderkarte, der Park bietet wirklich viele Wanderwege, doch nur einer, der Syncline Loop Trail rund um den Upheaval Crater, ist uns „lang genug“ und hat außerdem den Vorteil in einer Runde zu verlaufen. So müssen wir nicht den gleichen Weg zurück gehen.

Der Weg hat für europäische Wanderer ein ungewohntes Höhenprofil. Er beginnt auf 1750m, dann steigt man in einen Canyon hinunter auf 1280m, dort gilt es auf einem Abstecher in den Upheaval Crater ein paar extra Höhenmeter zu sammeln um dann wohl oder übel wieder zum Startpunkt hinauf zu steigen.

Da am gleichen Parkplatz auch ein vergleichsweise kurzer Spazierweg beginnt, warnt uns wieder mal eine Tafel vor dem schwierigen und anstrengenden Weg.

Achtung, Achtung!
Achtung, Achtung!
und schon geht es hinuter in den Canyon...
und schon geht es hinunter in den Canyon…
Am Grund des Canyons wird es grüner...
Am Grund des Canyons wird es grüner…
...und flacher
…und flacher
Am immer salziger werdenden Weg...
Am immer salziger werdenden Weg…
...steht so manches Designermöbel
…steht so manches Designermöbel

Schnell beginnt der Abstieg in den Canyon, der Weg ist zwischendurch tatsächlich recht schwer auszumachen – die Warnung war also nicht umsonst. Aber meist findet sich schnell wieder ein Steinmännchen.

Luft und Boden sind äußerst trocken, doch sowohl Flora als auch Fauna sind überraschend reichhaltig. Viele Echsen und so manche Schlange entfleuchen leider unseren Kameras.

Gipfelsieg, von nun gehts aufwärts!
Gipfelsieg, von nun gehts aufwärts!

Am Boden des Canyons angekommen freuen wir uns nach dem steilen Abstieg über den ebenen Weg in einem breiten ausgetrockneten Bachbett.

Wir machen dann einen Abstecher in den Krater, den unser Weg umrundet. Dieser endet recht unvermittelt bei einem „End of Trail“ Schild, wo wir ein „Gipfelfoto“ umringt von Felswänden schießen und uns ein schattiges Plätzchen zum Jausnen suchen – was bei annähernd senkrechter Sonneneinstrahlung gar nicht so einfach ist.

Über Stock und Stein geht es aufwärts
Über Stock und Stein geht es aufwärts

Nun geht es also wieder aufwärts, der Rückweg sollte sich als wesentlich anspruchsvoller als der Hinweg erweisen – und das nicht nur, weil es bergauf geht.

Bald führt der Weg direkt auf eine Felsstufe zu, wo wir uns fragen, wie da der Weg drüber führt. Immer mehr brauchen wir die Hände, so manche Kletterstelle lässt mich an meine Wanderschuhe denken, die sich allerdings in good old Europe befinden und so gar nicht in meinen Koffer passen wollten.

Doch bald wird der Weg wieder sanfter und steigt lang(sam) dem Parkplatz entgegen. In der letzten halben Stunde wandelt sich das Wetter und knapp vorm Auto erwischt uns ein leichter Regen, den uns der starke Wind ins Gesicht peitscht, doch nach knapp über 5 Std. und 19 km erreichen wir den Parkplatz.

Die weiteren Aussichtspunkte fahren wir dann aber mit dem Auto an…

Green River Outlook mit Gewitterstimmung
Green River Outlook mit Gewitterstimmung
Deswegen heisst es wohl Canyonlands...
Deswegen heisst es wohl Canyonlands…

Confluence Overlook Trail

Heute war der Needles District des Parks dran. Um etwa 20 km Luftlinie zu überbrücken, waren ca. 120 km Autofahrt sowie eine Übernachtung nötig. Dieser Teil des Parks wird wegen seiner umständlichen Erreichbarkeit deutlich weniger besucht – das Verhältnis Besucher zu Ranger scheint sich an diesem Dienstag die Waage zu halten.

Am Ausgangspunkt unserer Wanderung zum Zusammenfluss von Green River und Colorado River taucht auch gleich eine Rangerin in ihrem Jeep auf und fragt, ob wir den Confluence Hike machen und ob wir eh wissen, dass es am Weg kein Wasser gibt. Ich nicke die Fragen höflich ab, sie wünscht uns noch einen schönen Tag und los geht’s!

Felsige Passage
Felsige Passage
Kleine Klettersteigeinlage
Kleine Klettersteigeinlage
Sanfte "Wiesen"...
Sanfte „Wiesen“…
...und seltsame Gebilde
…und seltsame Gebilde

Der Weg verläuft sehr abwechslungsreich, rauher Sandsteinfels wechselt sich mit weichem Sandboden ab, nach gut 8 km erreichen wir unser Ziel: den Aussichtspunkt hoch über dem Zusammenfluss von Colorado und Green River.

Zusammenfluss von Green River und Colorado River
Zusammenfluss von Green River und Colorado River

Auf gleichem Weg gehen wir zurück zum Auto und damit endet ein schöner Wanderurlaub. Nun bleibt uns nur mehr die Rückfahrt nach Las Vegas. Doch zuvor gibt es noch…

Die Belohnung

Am Abend übernachten wir in einem kleinen Nest namens Mexican Hat (3 Motels, 2 Restaurants, 1 Tankstelle, 1 Kirche und sonst genau gar nix) und gönnen uns im „Home of the Swinging Steak“ die verdiente Belohnung für die vielen Wanderungen – nämlich ein schönes, großes, saftiges Stück Rindfleisch vom Schaukelgrill.

Hier schaukelt mein Steak
Hier schaukelt mein Steak
Mahlzeit!
Mahlzeit!

Viel halte ich ja nicht von den Kochkünsten der Amerikaner – aber Steaks, ja, damit kennen sie sich aus!



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