Grenzlandweg 07: Unter der Riegersburg

Weitwanderweg 07: Ostösterreichischer Grenzlandweg
Weitwanderweg 07: Ostösterreichischer Grenzlandweg

Auf „Wunsch“ von Werner stand ein Wandersamstag an, natürlich fällt die Auswahl der Tour wieder mir zu. Er geht dann mit.

Die Auswahl fiel mir schwerer als gedacht. Irgendwie wollte ich „rauf“, aber auf „kalt“ hatte ich nach den Temperaturen der letzten Wochen gar keine Lust mehr, wieder einmal ohne Jacke zu wandern wäre schön…

Ewig wurden die Karten gewälzt, wieso ist die Auswahl einer Tour so schwierig? Ameringkogel – nein, zu ‚kalt‘! Rennfeld – nicht schon wieder! Irgendwelche Touren mit der Bahn von Frohnleiten, Übelbach oder Peggau – da passen die Zugabfahrtszeiten nicht… *seufz*

Letztlich war es vermutlich dieser Blogeintrag von Hans & Grete, der mich auf die Idee des 07er Weitwanderwegs (Ostösterreichischer Grenzlandweg) gebracht haben, auf dem ich letztes Jahr schon eine 43 km Tour mit Werner (bzw. die letzten Kilometer ohne ihn) durch das Burgenland gemacht habe.

Tag 24: Sebersdorf – Söchau

Die Strecke vom Bahnhof Sebersdorf bis zum Bahnhof Söchau passten sowohl von der Entfernung als auch von den Zugabfahrtszeiten. So stiegen wir um 9:45 Uhr in Söchau in den REX 2710 und um 10:14 Uhr in Sebersdorf wieder aus selbigem heraus.

Um zu „unserem“ Weg zu kommen hatten wir erst einmal 3 km Asphalt um den Berner (-kogel? -hügel? -gupf?) zu erklimmen, der mit seinen 397 m Seehöhe auch gleich der höchste Punkt (ich verkneife mir: „Berg“) für die Tour war, und selbst hier haben wir die letzten Höhenmeter wegoptimiert, da der Weg am – ähem – Gipfel vorbeiführt.

Hinab geht es durch den Wald nach Bad Waltersdorf und, Bahn und Safen übersetzend, auf der anderen Seite des Tals wieder hinauf nach Leitersdorfberg. Damit waren die Asphaltorgien für’s erste überwunden, ab nun herrschte eine schöne Mischung aus Forst- und Waldwegen mit gelegentlichem Straßenanteil.

Die "1000-Jährige Eiche" bei Bierbaum (angeblich 1200 Jahre alt)
Die „1000-Jährige Eiche“ bei Bierbaum
Detail der Eiche
Detail der Eiche

Schön waren heute einige Deja-vus aus meiner Geocaching- und Orientierungslaufzeit: die „1000-Jährige Eiche“ (übrigens ca. 1200 Jahre alt) bei Bierbaum ist mir noch gut von einem Geocache aus grauer Vorzeit (Blumau Circle, gibt’s schon lang nicht mehr, der Link klappt nur für ‚Insider‘) in Erinnerung und immer wieder „reisst“ es mich mitten im Wald – Hier war ich schon! Da stand der Posten! Aus der Richtung kam ich, dort bin ich weitergelaufen! Die Wälder um Fürstenfeld sind halt ein schönes Orientierungslaufgebiet.

Doch heute wird nicht gelaufen, sondern gemütlich gewandert, es ist immer wieder nett die Gegend so langsam an einem vorüberziehen zu sehen. Im Sommer da rufen die Gipfel, aber im Winter (ich kann das Wort schon nicht mehr hören!) ist Zeit für sowas…

Ein wenig störend sind hingegend die Noch-2-1/2-Std.-nach-Fürstenfeld-Wegweiser, welche uns eine gute Stunde lang begleiten. Erst bei der Eiche verringert sich die Gehzeit dramatisch – was wir gleich für eine Pause unter dem altehrwürdigen Bäumchen nutzen. Und immer wenn wir zurückblicken auf die bereits überschrittenen Hügel, da sehen wir, dass ja doch was weitergeht.

Irgendwann wird dann Fürstenfeld durchquert, tatsächlich abseits des Verkehrs und schon geht es steil hinauf auf den Dreikreuzberg (Kalvarienberg) mit seiner schwindelerregenden – hüstel – Aussichtswarte. Leider habe ich die 1 (in Worten: ein) Meter hohe Plattform nicht fotografiert – überhaupt war ich heute sehr fotofaul, so müsst ihr halt diesmal mehr Text lesen…

Nun ist es nicht mehr weit nach Söchau, vorbei am Schloss Welsdorf ins Julerltal und nach einem weiteren OL-Dejavu beginnt schon der Abstieg nach Söchau, wo am Bahnhof Werners Auto wartet. Das GPS zeigt 29.6 km mit etwa 400 Höhenmetern – in gut sechseinhalb Stunden. Damit war der Ausflug am 07er eigentlich beendet.

Wenn ich nicht am nächsten Tag wieder vor dem Tour-Auswahl-Dilemma gestanden wäre. Was tun am Nachmittag? Heute ist mir zwar schon nach ‚auffi‘, aber ganz so toll ist das Wetter nicht, also beschließe ich nach kurzem Fahrplan-Check, den gestrigen Weg fortzusetzen, soweit kann es ja bis Fehring nicht sein.

Tag 25: Söchau – Fehring

Also wird das Auto in Fehring geparkt, über den großen Bahnhof gestaunt und mit der Kukuruz-, äh, Thermenbahn nach Söchau (R 2716, ab 13:27, an 13:46) gefahren. Die Fahrt als beschaulich zu bezeichnen ist mehr als fair, so langsam und mühsam, wie sich der Triebwagen durch die Hügel windet.

Im Zug wieder ein Dejavu: Ich erhasche einen Blick auf den Konfluenzpunkt N47° E16°, den ich seinerzeit im Rahmen des Degree Confluence Projects besucht habe. Mei, is des lang her, so bin ich damals übrigens zum Geocachen gekommen…

Der unerwartet große Bahnhof in Fehring
Der unerwartet große Bahnhof in Fehring
Die Kukuruzbahn windet sich durchs Hügelland
Die Kukuruzbahn windet sich durchs Hügelland

Im Zug überfliege ich den Wanderführer und muss etwas überrascht eine Gehzeit von 5 1/2 Std. zur Kenntnis nehmen. Hätte ich doch schon zu Hause lesen sollen, das wird also heute ein Marsch ins Finstere…

Der erste Blick auf die Riegersburg
Der erste Blick auf die Riegersburg

Los geht’s also in Söchau, immer wieder weicht der Weg geschickt dem Asphalt aus und benützt kleine Wanderwege, da hat sich jemand durchaus etwas dabei gedacht. Schon gestern haben wir nach der Riegersburg Ausschau gehalten, doch erst heute am Loibenberg bekomme ich sie zu Gesicht. Zitat Wanderführer: Die prächtige Fernsicht von diesem 392 m hohen „LuginsLand“ auf die Riegersburg und das Hügelland lohnt den kurzen Aufstieg.

Besagter Aufstieg beträgt übrigens keine 10 Höhenmeter, doch die Aussicht ist in der Tat sehr nett! Die Riegersburg schaut etwas diesig herüber, in etwa einer Stunde sollte ich dort sein (was sich dann auch ganz genau ausgeht).

In fröhlichem Auf und Ab geht es gut markiert weiter bis in die Ortschaft Riegersburg, den Aufstieg zur Burg selbst spare ich mir heute jedoch aus Zeitgründen.

Nach dem Ort verwirrt mich ein Wegweiser (weil nicht mit meiner Karte übereinstimmend). Ich erfahre bald warum, da mein Weg plötzlich an einem Wildgehege endet, bzw. eigentlich hindurchführt. Der Zaun scheint überkletterbar, aber mit dem Geweih des Kollegen hinter dem Zaun möchte ich keine Bekanntschaft machen. Also rundherum, was auch problemlos geht. Bald stoße ich wieder auf den seit kurzem umgeleiteten 07er Weg.

Originelles Bankerl am Wegesrand...
Originelles Bankerl am Wegesrand…
...mit Blick auf die Riegersburg
…mit Blick auf die Riegersburg

Nun gibt es wieder ein Stückchen Asphalt, gar nicht so unwillkommen, da kann ich Tempo machen. Immer schön auf einem Rücken entlang, dann wieder auf einem Feldweg und es geht hinab nach Rattenberg zur allerletzten Steigung für heute. Ein Mugel mit originellem Gipfelkreuz und dem allerletzten Blick zur Riegersburg, für ein Foto muss schon ordentlich gezoomt werden.

Der Wegweiser hat wohl schon einiges mitgemacht.
Der Wegweiser hat wohl schon einiges mitgemacht.
Gipfelkreuz am Rattenberg
Gipfelkreuz am Rattenberg
Der letzte - gezoomte - Blick zurück zur Riegersburg
Der letzte – gezoomte – Blick zurück zur Riegersburg

Der letzte Abstieg wartet noch mit einem schönen Waldweg auf und einen „Familienerlebnisweg“ kann ich viel zu wenig beachten – schon wieder so ein hoher Aussichtsturm – nur den Baumstamm-Plastikschnur-Klettersteig lasse ich mir nicht entgehen!

Origineller Aussichtsturm
Origineller Aussichtsturm
Kleine Klettersteigeinlage - für Unfälle wird klarerweise nicht gehaftet!
Kleine Klettersteigeinlage
Der Römerstein und das nächtliche - und verwackelte - Fehring
Der Römerstein, im Hintergrund Fehring

Ein letztes Dejavu lässt mich die Abzweigung nach Fehring übersehen. Ein Wegweiser „Zum Römerstein“ zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, auch dort habe ich vor Ewigkeiten einen Geocache gefunden daher marschiere ich blindlings drauf los. Vom Stein muss ich daher kurz zurück zur übersehenen Abzweigung und steige hinab nach Fehring zum Bahnhof.

Heute habe ich für 22 km viereinhalb Stunden gebraucht und es gerade noch beim letzten Tageslicht zum Auto geschafft. Sehr nett war dieser, eineinhalb Tage lang durch feinstes „RUG-Gelände“ führende, Weg. Einen Überblick über den Wegverlauf gibt’s auf Openstreetmaps. Also, wenn wieder mal kein brauchbarer Geoache im Angebot steht, dieser Weg gibt einige nette Spaziergänge mit Bus & Bahn her! Ja, klar, du bist gemeint, wer sonst? 😉

Update: Zwei Wochenenden später sind Werner und ich den Grenzlandweg bis zu seinem Ende in Bad Radkersburg weitergegangen.



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3 thoughts on “Grenzlandweg 07: Unter der Riegersburg

  1. *seufz* – die Erinnerungen … schön!

    Der Baumstammklettersteig ist damals auch schon gelegen – nur ohne Seil. Ich hab mir damals gedacht: schauschau, die Fehringer haben großes Vertrauen in den Gleichgewichtssinn ihrer Gäste 🙂

    Von Fehring geht’s ja glaubich weiter nach St. Anna – war auch ein sehr feiner Abschnitt! Und die Schlußetappe nach Radkersburg ist sowieso genau das richtige fürn *hüstel* Winter.

    -hans

  2. Danke fuer den Tipp – hoert sich gut an und nicht so arg hoehenmeterlastig. Wieso sollte die Empfehlung aber nur fuer mich interessant sein?

  3. @cezanne: Die Empfehlung gilt natürlich auch für alle anderen – auch wenn sie manchen sicher zu wenig „alpin“ ist 😉

    @Hans: die letzte(n) Etappe(n) bis Bad Radkersburg wurden auch schon von meinem Begleiter „bestellt“. Ab Klöch kenne ich den Weg sogar schon – eine schöne Grenzbachwanderung!

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