Hoher Sonnblick (3106m)

Das Zittelhaus am Hohen Sonnblick

Eine „Firmenhochtour“ war schon länger im Gespräch, aber so wirklich dazu kommen wollte es nicht. Peter hat mich dann auf eine Tour des Alpenvereins auf das Große Wiesbachhorn aufmerksam gemacht.

Da aber das Heinrich Schwaiger Haus heuer wegen Sanierung geschlossen ist, wirde auf den Hohen Sonnblick (3106m) und den höchsten Berg der Goldberggruppe, den Hocharn (3254m), umdisponiert.

Nach frühem Start in Graz und einem Guten-Morgen-Kaffee in Heiligenblut treffen wir um 9 Uhr den Rest der Gruppe beim Alten Pocher. Der wahrlich nicht berauschende Wetterbericht hat die Gruppe auf sechs Leute zusammenschrumpfen lassen.

Für heute steht nur der Aufstieg zum Zittelhaus am Gipfel des Sonnblicks am Programm, dafür haben wir mehr als genug Zeit.

Tag 1: Aufstieg zum Zittelhaus

Nach kurzer Begrüßung starten wir den Aufstieg über eine Forststraße, welche sich in Serpentinen zum Zirmsee hinauf windet, zwischendurch kürzen wir über Wanderwege ab. 2:50 Stunden und 900 Höhenmeter später erreichen wir das Kleinfleißkees.

Aufstieg im Nebel, Aussichten wie diese gibt es selten
Wir erreichen das Kleinfleißkees

Bis hierher ist es neblig, die Aussicht hielt sich in Grenzen. Aber beim Anlegen der Gletscherausrüstung reißt es auf und wir können den ganzen Gletscher überblicken. Der untere Teil des Gletschers besteht aus Blankeis, daher können wir diesen noch ohne Seil begehen.

Als wir das Kleinfleißkees erreichen reißen die Wolken auf
Marsch ins Blaue
Peter

Weiter oben gibt es eine Schneeauflage, zusätzlich kehrt der Nebel zurück. Und da wir sowieso nicht in der ausgetretenen Spur gehen wollen, kommt jetzt das Seil zum Einsatz.

Im oberen Teil gehen wir am Seil
Peter führt (bzw. treibt) die Seilschaft an

Wir scheinen hier die einzige Seilschaft zu sein, das Kleinfleißkees wird wohl von den meisten ohne Seil begangen. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht, denn obwohl wir gezielt danach Ausschau halten, können wir keine Spalten entdecken. Die Wirtin erzählt uns aber später, dass es sehr wohl welche gibt.

Peter legt ein ordentliches Tempo vor, und im oberen, steilen Teil des Gletschers dauert es nicht lange, bis von hinten die ersten „Pause!“-Rufe ertönen. Trotzdem erreichen wir bald das Zittelhaus, welches auf 3106m direkt am Gipfel neben der Wetterwarte steht.

Am Ziel für heute
Der Hüttenhund begrüßt uns ganz euphorisch!

Wir beziehen zu sechst ein 10er-Lager und noch vor dem Abendessen wird die Frage beantwortet, ob wir in dieser Höhe gut schlafen werden können: Ein zweistündiges Nickerchen verläuft problemlos. Das wird mit Abstand meine höchste Übernachtung (bisher: Elberfelder Hütte, 2348m).

Das Abendessen ist gut und reichlich, vor der Hüttenruhe üben wir uns noch in Zweckoptimismus: Werdet’s sehen, es reißt über Nacht auf! Auch wenn es derzeit gar nicht danach aussieht.

Tag 2: Richtung Hocharn & Abstieg

Es scheint geholfen zu haben, der Tag beginnt sehr vielversprechend. Nicht nur mit einem guten Frühstück, auch das Wetter zeigt sich von seiner freundlichen Seite. Sofern nicht gerade ein Nebelfetzen durchzieht, bietet sich ein schöner Blick auf die umgebenden Berge. Windig, aber warm.

Vielversprechender Blick aus der Hüttentür
Unser Tagesziel: der Hocharn (3254m)
Auch der Großglockner zeigt sich kurz
Blick zurück zum Zittelhaus

Um 7 Uhr verlassen wir die Hütte, zuerst müssen erneut den obere Teil des Kleinfleißkees queren. Diesmal halten wir uns an die ausgetretene Spur, dafür bleiben Seil und Steigeisen im Rucksack. Die Eisen brauchen wir beim Aufstieg zum Graz dann doch noch.

Windig war’s
Alles Wetter auf einem Bild
Ausblick nach Osten, wo das Wetter noch schön ist

Über einen schönen Blockgrat erreichen wir den Goldzechkopf (3042m), die neu errichteten Versicherungen beschleunigen den Aufstieg ungemein. Noch ist die Sicht zum Hocharn gut, aber von Westen nähern sich bereits bedrohliche Wolken. Die Entscheidung, ob wir den Gipfelsturm wagen, schieben wir aber noch auf.

Am Grat
Am Grat

Runter geht’s in die Goldzechscharte, der Weg wartet zwischendurch immer wieder mit netten Kraxeleien auf. Wir gehen weiter bis zu einem Wegweiser, wo von rechts der Weg von Kolm-Saigurn heraufkommt. Der Wegweiser macht mich auch darauf aufmerksam, dass wir vom Zittelhaus bis hier einem guten Bekannten gefolgt sind: dem Zentralalpenweg. Grüß dich, ich kenne dich bisher nur aus der Steiermark!

Da wir von hier bis auf den Gipfel und wieder zurück zweieinhalb Stunden brauchen werden, und anschließend noch drei Stunden Abstieg vor uns haben, ist es klüger, nicht weiter zugehen, sondern gleich (weglos) abzusteigen. Keiner von uns hat Lust auf eine unfreiwillige Dusche in diesem Gelände.

Yiiiieeeehaaaaaa!
Pause & Beratung bei der Goldzeche

Steil geht es hinunter, über Felsplatten, Geröll und ein paar kleinere Schneefelder zu einem alten Goldbergbau, von dort weiter zum Zirmsee, wo wir wieder den Aufstiegsweg erreichen.

Gruppenfoto, im Hintergrund die Abstiegsroute
Inselhüpfen
Blick talauswärts
Der Zirmsee
Parkplatz in Sicht!

Nach insgesamt 5 Stunden erreichen wir wieder das Auto. Gutes Timing, denn als wir wenig spätger in Heiligenblut vor Grillteller und Gordon Bleu sitzen, beginnt es zu regnen und wir werden aus dem Gastgarten in die gute Stube vertrieben.



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