Eine kleine Runde durchs Vulkanland

Der wohl bekannteste steirische Vulkan

Manch einem wird es aufgefallen sein, längere Zeit gab es hier keinen neuen Bericht. Der Grund: ich war beschäftigt. Länger beschäftigt. Mit einem Geocache.

Geocaching betreibe ich heutzutage ja nur mehr sporadisch (dazu später mehr) aber ein bestimmter Geocache hat unlängst meine Aufmerksamkeit erregt: Vulkanland (GC3EFT1) von Meister Yoda. Ausgehend von Feldbach in der Oststeiermark führt die Wanderung über 170 km durch und rund um das Steirische Vulkanland.

Um den Cache nicht zu „spoilern“, werde ich nicht allzu detailliert auf den Verlauf der Runde eingehen, aber meine Tagesetappen waren wie folgt:

15. September: Feldbach – Gnas (12 km)
23. September: Feldbach – Gnas – Gosdorf (41 km)
29. September: Gosdorf – Bad Radkersburg (30 km)
4. Oktober: Bad Radkersburg – Bad Gleichenberg  – Fehring (59 km)
6. Oktober: Kapfenstein – Fehring – Hatzendorf (28 km)
13. Oktober: Hatzendorf – Riegersburg – Feldbach (29 km)

Zwei Abschnitte bin ich doppelt gegangen, aus verschiedenen Gründen: Beim erstem Mal habe ich meine Kamera vergessen, jedoch viele Fotomotive entdeckt. Bei der langen Etappe kam ich (wie erwartet) in die Dunkelheit und bin den vorgegebenen Waldwegen auf die Straßen ausgewichen, das wollte ich nachholen. So war ich letztlich knapp 200 Kilometer unterwegs.

Natürlich habe ich wieder jede Menge Eindrücke gesammelt, die ich gerne mit Euch teilen möchte:

Blick auf Straden, dahinter der Stradnerkogel, dem mit 609 m höchsten Punkt des Vulkanlands
Auch am tiefsten Punkt (200 m) des Vulkanlands (und der Steiermark) komme ich vorbei.
Gleichzeitig stehe ich am südöstlichsten Zipfel Österreichs.
Oft starte ich früh am Morgen…
…da müssen sich die Nebel erst lichten
So mancher Fluss (hier die Raab) wird gequert…
…oder (wie hier die Mur) für einen kurzen Abstecher zu den Nachbarn genützt
Es gibt Natur aus zweiter Hand
Andere wählen ein bequemeres, schnelleres Verkehrsmittel als ich
Beim Queren der Gewässer war mir manches, unscheinbares Brückerl sehr behilflich
Auch wenn man nicht immer weiss, ob es noch viele Wanderer aushält
Am Gipfel eines Vulkans
Und ein Vulkan tut, was ein Vulkan tun muss: dunkle, schwarze Wolken produzieren!
Hier traue ich mich sogar ins Innere eines Vulkankraters
Doch die Vulkane sind heutzutage friedlich und werden von schönen Wäldern beherrscht
Noch tragen die Bäume grüne Blätter, während meiner Tour haben sie sich mehr und mehr verfärbt
Stundenlang könnte ich so dahinwandern
Ein Licht am Ende des grünen Tunnels
Finde den Fehler!
Aber eine Stärkung zwischendurch muss schon sein, da kommt dieses gesunde und günstige Angebot gerade recht!
Die Wege sind oft gut ausgetreten…
…aber manchmal auch sehr verwachsen…
…oder irgendwas zwischendrin!
In a hole in the ground there lived a…
Ob hier auch die Vulkanier wohnen?
Sogar von der Bahn ist das Vulkanland gut erschlossen!
Hier fährt der sogenannte ‚Dschungelexpress‘, die Fahrt ist ein Erlebnis der besonderen Art!
Ich hätte reiche Ernte mit nach Hause nehmen können…
…doch oftmals war mein Rucksack zu klein dafür!
Das lässt mein Weitwandererherz höherschlagen: hier beginnen bzw. enden zwei österreichische Weitwanderwege (03 und 07)
Der Zustand mancher Wegmarkierung lässt aber zu wünschen übrig
Auch wenn manches hier verboten ist…
…geizt das Vulkanland nicht mit Reizen am Wegrand
Was mir diese eher uninformative Tafel am großen Fluss wohl mitteilen will?
Auch wenn ich manchmal ins Schwitzen gekommen bin, soooo schlimm war’s dann doch nicht!
Es gab viele tierische Begegnungen…
...genauso wie 'menschliche'...
…genauso wie ‚menschliche’…
…und für reichlich Nachwuchs ist gesorgt!
Wo es soviel schöne Landschaft gibt, dürfen Aussichtswarten – große und kleine – natürlich auch nicht fehlen!
Nun bin ich schon (fast) am Ende meiner Runde. Vor mir liegt Feldbach, dort bin ich gestartet…
Auf Wiedersehen, Vulkanland? Na, auf jeden Fall!

„Ich will wandern, nicht geocachen!“

So sehr ich mich bei Meister Yoda für diese Runde bedanken möchte, ist mir während derselben auch (wieder einmal) klargeworden, dass Geocaching irgendwie so gar nicht mehr das meine ist.

Dieser Cache hat 37 Stationen, bei denen es gilt, Werte abzulesen, einige Variablen zu ermitteln, um die Koordinaten der nächsten Station (und zusätzlichen hilfreichen Wegpunkten) zu berechnen. Auch wenn mich das pro Station nur jeweils 5-10 Minuten beschäftigt – ich will eigentlich lieber weitergehen. Mit dem „Overhead“ von Geocaching kann ich nichts mehr anfangen – und wenn ich das dann widerwillig, schnell und husch-pfusch mache, dann schleichen sich Fehler ein und bei den falschen Koordinaten zu suchen ist auch nicht lustig…

Daher: Ich will wandern, nicht geocachen!

Mit Geocaching habe ich ja 2002 angefangen, und habe damals den ersten Cache in der Steiermark versteckt. Ich erinnere mich gern an die Zeit, damals war das cool, spannend, interessant und ich hab lauter gleichgesinnte Leute kennengelernt, von denen ich heute einige zu meinen Freunden zähle!

Wenn ich’s mit heute vergleiche: Da geht es anscheinend nur mehr darum, möglichst viele Caches zu finden, teilweise ohne Rücksicht auf Verluste. Stichwort Powertrails, die soviele Cacher anlocken, dass es schon Probleme mit den Grundbesitzern gibt.

Und wenn ich sehe, dass es in Österreich Cacher gibt, die in den letzten Jahren über 10.000 (in Worten: zehn-tau-send!) frag ich mich schon: San de deppat? Ham de sonst nix zu tun? Wird des denen net fad? Leute, get a life!

Ich war früher auch ein bekennender „Powercacher“, aber damals (2005/2006) hieß das, 200 bis 400 Geocaches im Jahr zu finden. Selbst da hab ich mich schon zum Schluss gefragt: Bist du deppat? Hast sonst nix zu tun? Wird des net fad?

Tja, heuer hab ich schon 2 (in Worten: zwei) gefunden und es werden nächstes Jahr wohl noch weniger werden, auch kein Verlust. Und die anderen dürfen irgendwann auch gescheiter werden!

Aber nochmals: Vielen Dank an Meister Yoda für die Motivation zu dieser tollen Wanderung, vielleicht mach ich sie später einmal nochmals, ohne Cache-Overhead, dann ist sie perfekt!



🙂 Vergiss nicht, den Artikel zu teilen, wenn er dir gefallen hat!

🙂 Mehr davon? Hol dir den Newsletter!

Abonniere jetzt den kostenlosen gipfelrast-Newsletter und du wirst über neue Artikel sofort informiert!

11 thoughts on “Eine kleine Runde durchs Vulkanland

  1. Netter Bericht. Ich hoffe ich werde die Runde auch irgendwann beenden koennen, auch wenn das noch sehr lange dauern wird.

    Dieser Aussage kann ich nicht in dieser Form zustimmen:

    >Tja, heuer hab ich schon 2 (in Worten: zwei) gefunden und es werden nächstes Jahr wohl noch weniger werden, >auch kein Verlust. Und die anderen dürfen irgendwann auch gescheiter werden!

    Ob Du nun 8 Stunden am Wochenende in eine Wanderung ohne Cache investiert oder in eine durch einen Cache motivierte (vorausgesetzt der Cache ist zu verantworten), hat weder mit dem vorhandenen Zeitbudget und dessen Nutzung noch mit der eigenen Schlauheit zu tun.
    Es kommt auf die persoenlichen Praeferenzen und die Situation an, in der man sich befindet. Ich fuer mich sehe es als schlauer an, mich 4 Stunden draussen zu bewegen, auch wenn es Cachen involviert, als frustriert rumzusitzen (was ansonsten ziemlich oft passieren wuerde).

    Ich habe die kurzen Berechnungspausen gestern auf der 1. Etappe der Vulkanlandwanderung als sehr angenehm empfunden und war froh immer wieder kleine Ziele zu haben, um mich weiterzutreiben – Suchaktionen hingegen z.B. haetten mich genervt. Ohne den Vulkanlandcache wuerde ich mich nie auf diese fuer mich sehr grosse Herausforderung einlassen. Deine Weiterwanderprojekte sind m.E. nicht gescheiter als ein solcher Cache, sondern nur eben anders und gut fuer Deine Beduerfnisse geeignet, aber eben nicht fuer die von jedermann.

  2. @cezanne: dass zwischen der kleinen Klage über die Rechnungen und dem „gescheiter werden“ noch einige Absätze über’s Powercachen standen, ist dir doch sicher nicht entgangen?

    Das nicht-rechnen-mögen ist natürlich klare persönliche Präferenz, das Powercachen, wie es heute (und auch damals) betrieben wird, einfach „deppert“ (unabhängig davon, ob du dich da angesprochen gefühlt hast oder nicht)

    Auf jeden Fall hat es mich sehr gefreut, dass du dich endlich über die Runde drübertraust, wenn ich wo behilflich sein kann, zögere bitte nicht, dich zu melden!

    @kalesco: dankeschön!

  3. Lieber Gert,

    nein, mir sind die Passagen zwischendrin natuerlich nicht entgangen und nein, ich fuehlte mich auch nicht persoenlich angesprochen. Ich habe das „gescheiter werden“ aber darauf bezogen, dass Du heuer nur 2 Caches gefunden hast und es naechstes Jahr noch weniger werden sollen. Direkt danach stand ja der Satz, dass die anderen gescheiter werden duerfen und nicht nach der Passage ueber Powercachen. Ich fuer mich sehe meine Vorgangsweise in meiner aktuellen Situation jedenfalls als sinnvoller an als ich wuerde nur 2 Caches pro Jahr absolvieren und den Rest der Zeit koerperlich inaktiv sein. Fazit ist, dass ich denke, dass es keine allgemeingueltigen Vorgangsweisen gibt, die auf jeden passen.

    Dass ich die Runde nicht vorher starten konnte lag an meiner Verfassung den Fruehling und den Sommer ueber – noch mehr Aufteilen wollte ich nun wirklich nicht. Irgendwann wird es sinnlos. Ich hoffe diesmal haelt die bessere Phase etwas laenger an als beim letzten Mal.

  4. Ein ausgesprochen gelungener Bericht! Ich glaube, den einen oder anderen Ort auch wiedererkannt bzw. selbst schon unter den Sohlen gehabt zu haben – so erinnert mich das Foto von den gut ausgetretenen Wegen an die erste Etappe des Südalpenwegs – wenn auch in anderer Richtung.

    Was die Dosensuche betrifft, kennst Du ja meinen, an anderer Stelle blumigst beschriebenen Glauben an das Gute im Menschen. Wobei sich inzwischen (ich halte grade bei rund 1000 Funden) auch ein gesteigertes Bedürfnis zur qualitativen Selektion einstellt.

    Übrigens, wie im Vorjahr bei Deinem Big Bang Cache GC1XFE3 hat mich auch heuer die letzte Gipfeldose der Saison auf einen steirischen Berg gelockt – der gestrige Tag wurde auf und rund um die Grebenzen verbracht.

    Berg Heil Gert und danke für den Tourentipp … immerhin könnte so ein Vulkangipfel die Wandersaison noch etwas nach hinten strecken …

  5. @Hans: ja, das hast du schon richtig erkannt, wenn auch etwas abseits der „offiziellen“ Route. Auch ich hatte auf der Vulkanland-Runde einige 03er- und 07er-Dejavus, aber mehrheitlich war ich auf auch für mich „neuen“ Wegen unterwegs.

    Wenn ich den Tourentipp noch mit etwas Eigenwerbung ergänzen darf: Let’s RUG (GC22D00) und Vulkanland würden bestens harmonieren, durch eine 30-minütige S-Bahn Fahrt kann da elegant hin- und herwechseln und zwei Weitwandercachewochen in der Grünen Mark verbringen 😉

  6. Danke cezanne! Der wäre mir auch wegen der großen Entfernung durch die Lappen gegangen.

    Mal sehen, immerhin liegt der NWK-Wanderführer schon seit einigen Jahren daheim…

  7. Danke Gert, für die Erinnerung an diesen großen Cache. Vielleicht passt er ja in die Vorbereitung für Graz – Monaco.
    lg Volker

  8. Lieber Gert,
    ich kann Dich gut verstehen, dank Geocahe bin ich auf Dich aufmerksam geworden und hab auch einige tolle Freunde kennen gelernt. Auch mir ist ein Mutli bei einer Wanderung lieber als ein Powertrail mit 34 Dosen.
    Echt schade das es so eine enorme Menge an Powertrails gibt, mir ist die Powercahelust beim ersten Powertrail in Weinviertel vergangen, und mach nur noch Wanderdosen.
    Aber das ist meine ganz persönliche Einstellung. Dein blog ist immer wieder ein Genuss.
    glg Andreas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.