Skitour Fuß der Leber – Schöckl (1445m)

Das Gipfelkreuz, im Nebel versteckt
Das Gipfelkreuz, im Nebel versteckt

Die Skitour vom Fuß der Leber auf den Schöckl steht schon lange auf meiner Wunschliste. Nicht, weil es eine besonders spektakuläre Skitour wäre, sondern weil sie nur alle paar Jahre einmal „geht“. Liegt der Startpunkt doch auf schlappen 481m, das funktioniert nur in schneereichen Wintern.

Einen solchen scheinen wir heuer zu haben, daher ist die Tour heute fällig. Die Nixtuer waren schon gestern am Grazer Hausberg und haben schöne Bilder mitgebracht.

Mit Öffis zur Skitour - wird das klappen?
Mit Öffis zur Skitour – wird das klappen?

Da die Parkplatzsituation vor Ort etwas beschränkt ist, diese fast-1000-Höhenmeter Tour aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist entscheide ich mich, es einmal mit Bim und Bus zu probieren. Da mich ab 4:30 eine Schneefräse nicht mehr schlafen lässt, wird es die frühest mögliche Verbindung nach Stattegg (an 7:04 Uhr).

Da für Mittag bereits Regen und deutliche Plusgrade angesagt sind, ist das vermutlich eh keine so schlechte Idee.

Klappt ausgezeichnet: 50 Minuten später bin ich am anderen Ende der Stadt
Klappt ausgezeichnet: 50 Minuten später bin ich am anderen Ende der Stadt

Ein wenig skeptisch war ich schon, da auch nur ein verpasster Anschluss am Jakominplatz oder in Andritz eine 40 Minuten spätere Ankunft bedeuten würde. So viele Busse fahren sonntags um diese Tageszeit noch nicht. Aber alles klappt wie am Schnürchen – trotz zehn Zentimeter Neuschnee in der Nacht fällt das Verkehrschaos aus und ich komme pünktlich an.

Ich rechne ja eigentlich mit schrägen Blicken in der Straßenbahn, bin dann aber gar nicht der einzige mit Skiausrüstung – die anderen fahren aber alle zu den Gigasport-Bussen in die Skigebiete.

Bei den Skitouren mit dem Auto dauert es immer eine Weile, bis die Startbereitschaft hergestellt ist. Heute aber: Ski anschnallen – und fertig, so gefällt mir das!

Winterwunderland-Graben
Winterwunderland-Graben

Bei der Endstation durchquert man erst einen Reitstall, dann fängt die Route (entlang des Sommerwanderwegs 20a) bald zu steigen an, am Rand der Arosawiese geht es hinauf bis zur Straße von Kalkleiten zur Leber, die zu queren ist.

Die Straße Kalkleiten - Leber ist noch nicht geräumt, das macht die Querung angenehmer
Die Straße Kalkleiten – Leber ist noch nicht geräumt, das freut die Ski!

Ich bin nicht der erste heute, genau einer hat bereits eine Spur in den Neuschnee gezogen. Einmal werde ich überholt, ansonsten sehe ich niemanden im Aufstieg. Diese angenehme Ruhe habe ich aber nur dem frühen Aufbruch zu verdanken. Wie sich noch herausstellen wird, bin ich nicht der einzige der die Gunst der Stunde nützt und den Schöckl heute von ganz unten erklimmt.

Waldweg
Waldweg

Es wird mir wieder mal bewusst, dass der Lange Weg seinen Namen nicht umsonst hat. Mittlerweile schneit es leicht, aber die moderate Steigung erlaubt ein flottes Gehtempo und lässt die Höhenmeter schneller purzeln als gedacht.

Laaaaaanger Weg (1)
Laaaaaanger Weg (1)
Laaaaaanger Weg (2)
Laaaaaanger Weg (2)

Bei der Steinhütte am Ende des Langen Wegs mache ich eine kurze Pause.

Pausenplatz
Pausenplatz
Abzweigung zur Wallerhütte
Abzweigung zur Wallerhütte

Ab dem Schöcklsattel herrscht dichter Nebel, vom Gipfelhang ist nichts zu sehen. Allerdings kann man hier immer noch hoffen, am Gipfel über dem Nebel zu stehen.

Die Gipfelwiese versteckt sich im Nebel
Die Gipfelwiese versteckt sich im Nebel
Gipfelwiese
Gipfelwiese
Archivbild: Die Gipfelwiese bei freundlicherem Wetter (Dezember 2009)
Archivbild: Die Gipfelwiese bei freundlicherem Wetter (Dezember 2009)

Die Hoffnung erweist sich aber als vergebens, das Gipfelkreuz zeigt sich erst aus 25 Metern Entfernung und das auch nur dank der gelben – ähem – Fetzen, mit denen es derzeit „verhüllt“ ist – Your tax money at work!

Genau zweieinhalb Stunden habe ich herauf gebraucht. Ich glaube nicht, dass sich das im Sommer so gemütlich ausgehen würde. Nach kurzer Gipfeljause und Gipfeltee treffe ich die Vorbereitungen für die Abfahrt.

Vorfreude auf die Abfahrt
Vorfreude auf die Abfahrt

Der Schnee ist zwar schon etwas schwer, aber gar nicht mal so schlecht. Die mangelnde Sicht macht die Abfahrt am Gipfelhang jedoch zu einem mühsamen Unterfangen. Erst danach, auf den langen Forstwegen geht es überraschend zügig talwärts.

Pausenplatz, auch bei der Abfahrt
Pausenplatz, auch bei der Abfahrt

Etwa ab dem Langen Weg begegnen mir immer mehr Tourengeher, ich komme mir bald vor, wie eine hängengebliebene Schallplatte: Griaß di! Servas! Griaß di! …

Halb Graz scheint hier heute unterwegs zu sein, teilweise in sehr großen Gruppen. 100 mal grüße ich mindestens. Auf den „drei bis vier“ Parkplätzen parken dann auch geschätzte fünfundzwanzig Autos.

Zurück an den Start
Zurück an den Start

Schon fast im Tal gehen sich auf der Arosawiese noch ein paar schöne Schwünge aus – und der erste „Stern“ heuer lässt sich auch nicht verhindern.

Einfahrt Arosawiese
Einfahrt Arosawiese
Arosawiese
Arosawiese
In diesem Graben wird's noch eine Bodenberührung geben...
In diesem Graben wird’s noch eine Bodenberührung geben…

Zurück geht’s dann wieder ebenso flott mit Bus und Bim. Da jetzt knapp vor Mittag die Fahrzeuge besser besetzt sind, ernte ich nun wirklich einige fragende Blicke, die ich aber locker mit meinem Habt’s ‚leicht no nie an Skifahrer g’sehn?-Blick parieren kann…

Karte
Karte

Auch wenn weder Sicht, Schnee noch Wetter heute optimal waren, war’s eine schöne Tour. Bei der nächsten Gelegenheit – in ein paar Jahren – gerne wieder!

Die Zahlen: 16.7 km, 980 Hm, 3:35 Std, Lawinenwarnstufe 2.



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2 thoughts on “Skitour Fuß der Leber – Schöckl (1445m)

  1. @Nixtuer: Ich glaub, du bist ja nur froh, dass du dir die vielen Höhenmeter erspart hast!

    Aber ich zeig dir das mit dem Busfahren gerne einmal – mir hat man’s vorm ersten Schultag beigebracht, vielleicht ist es bei dir ja auch bald soweit 😉

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