Grenzlandweg 07: Pinggau – Hartberg

Startpunkt in Pinggau
Startpunkt in Pinggau

Es reicht! Das nass-grau-trübe Regen­wetter der letzten Wochen lassen wir uns nicht länger ge­fallen!

Doch was hilft’s, dem Wetter ist unser Pro­test völlig egal. Daher ließe wohl die Anzahl der wasser­dichten und wär­menden Beklei­dungs­schich­ten, welche wir auf dem Weg ins Wechselland im Gepäck haben, jede Zwiebel vor Neid erblassen.

In Pinggau nehmen wir bei der kleinen Bahnstation die Fährte des Weitwanderwegs 07A wieder auf. Bis Vorau wollen wir ihr heute folgen und morgen über den Masenberg Hartberg erreichen.

Tag 21: Pinggau – Vorau

Wir durchqueren den Nachbarort Friedberg mit seinem kleinen Weihnachtsmarkt. Wir versuchen einige taschenwärmende Kastanien zu erstehen, doch leider ist zu dieser Zeit noch kein Maronibrater anwesend.

Im Bärengraben
Im Bärengraben

Unser erstes Ziel ist der Bärengraben, dessen Eingang wir glatt verfehlen. Für Nachwanderer: Nicht dem steilen Fußweg rechter Hand folgen, links halten ist hier angesagt!

Nach dem Ort Schwaig erreichen wir einen Abschnitt, welchen der Wanderführer wie folgt beschreibt.

Unser Weg […] verbindet als uralter Höhenweg die hoch gelegenen und verstreuten Gehöfte Glöckl, Lehner, Bierbauer, Hochknöbl, Schützenhöfer, Höller und Koller. Er quert die Quellgebiete des Stögersbaches, Lehenbaches, Limbaches, Höllbaches und Aucherbaches.

Der Weg mag uralt sein, doch dass er seit Jahren unter einer Asphaltdecke verschwunden ist, verrät uns das schlaue Büchlein nicht. Aber er zweigt immer wieder in den Wald ab, wo uns „dank“ des Wetters mystische Stimmungen zu Teil werden. Bei Sonnenschein bieten sich hier wohl prächtige Aussichten.

Einer der vielen durch den Eisregen geknickten Bäume
Einer der vielen durch den Eisregen geknickten Bäume

In den letzten Tagen ist es in vielen Teilen Österreichs durch Eisregen zu großen Waldschäden gekommen, so auch hier. Hauptsächlich hat es junge Birken getroffen, doch auch manch großer, starker Baum liegt geknickt darnieder. Doch man hat schon fleißig aufgeräumt, alle Straßen und Wanderwege sind problemlos begehbar.

Nebel und Nieselregen sind heute unsere ständigen Begleiter
Nebel und Nieselregen sind heute unsere ständigen Begleiter
Immerhin: Wegweiser und Markierung sind noch intakt...
Immerhin: Wegweiser und Markierung sind noch intakt…

Wir legen nicht zu viele Pausen ein, schließlich wollen wir noch vor Einbruch der Dunkelheit unser Ziel erreichen. Neben einem Buswartehäuschen nutzen wir den Vorraum einer Bank um uns kurz auszurasten und zu stärken.

Pausenraum
Pausenraum

Nachdem wir St. Lorenzen am Wechsel passiert haben, müssen wir hinunter ins Lafnitztal. Mittlerweile ist klar: Bei Tageslicht werden wir Vorau heute nicht mehr sehen.

Auf Feldwegen hinunter ins Tal der Lafnitz
Auf Feldwegen hinunter ins Tal der Lafnitz
Bei der Lafnitzmühle
Bei der Lafnitzmühle

Noch zwei Gräben müssen wir überwinden, jeweils knapp hundert Höhenmeter hinunter und auch wieder hinauf. Den kleinen Steg über den Weissenbach hätten wir ohne Stirnlampe nicht mehr gefunden.

Es wird dunkel...
Es wird dunkel…
...ganz Dunkel!
…ganz Dunkel!

Den letzten Abschneider über Wiesen und Felder nach Vorau wollen wir uns nicht mehr antun und lassen uns vom Handy über ein paar Nebenstraßen zum vorreservierten Quartier leiten. Im Vorauerhof essen und schlafen wir ausgezeichnet.

Tag 22: Vorau – Masenberg – Hartberg

Blick auf Vorau und zum Hochwechsel
Blick auf Vorau und zum Hochwechsel

Gestärkt und ausgeschlafen verlassen wir Vorau nach Süden, nun wieder auf der Hauptroute 07, die Variante 07A endet hier.

Vorbei am großen Augustiner-Chorherrenstift wandern wir dem Masenberg entgegen. Dieser ist einer von lediglich drei Gipfeln auf denen dieser Weitwanderweg die 1000-Meter-Marke überschreitet. Gestern schon haben wir gesehen, dass die weiße Pracht seinen Gipfel ziert.

Zu unserer Freude spielt heute auch das Wetter mit, schon beim Frühstück haben uns die ersten Sonnenstrahlen gekitzelt.

Schnee! Und Sonne!
Schnee! Und Sonne!

Der Aufstieg verläuft eher unspektakulär, nach drei Stunden auf Nebenstraßen und Forstwegen erreichen wir den „Olmstoll“, wo wir auf ein wärmendes Supperl einkehren.

Halt!
Halt!
Grün-weiß-grün (und ein bisschen blau)
Grün-weiß-grün (und ein bisschen blau)
Fröhlicher Schneemann am Masenberg
Fröhlicher Schneemann am Masenberg

Den 20-minütigen Abstecher auf den Masenberg-Gipfel sparen wir uns, wollen wir doch vermeiden, erneut in die Dunkelheit zu geraten.

Durch den winterlichen Wald
Durch den winterlichen Wald

Nun liegt der schönste Abschnitt dieser Zweitagestour vor uns. Der (lange) Abstieg nach Hartberg verläuft meist über schöne Wald- und Feldwege.

Blick auf Pöllau
Blick auf Pöllau
Über saftige Wiesen - mitten im Dezember!
Über saftige Wiesen – mitten im Dezember!
Gegenlicht
Gegenlicht

Der letzte Abschnitt entlang des Brühlbachs verdient eine besondere Erwähnung. In einem klammartigen Graben führt der Wanderweg recht nah ans Zentrum der Stadt Hartberg.

Am "Bacherlweg"
Am „Bacherlweg“
Durch die Hartberger Brühl
Durch die Hartberger Brühl
Beim Schloss Hartberg
Beim Schloss Hartberg

Den einzigen längeren Alsphaltabschnitt heute haben wir nur der Tatsache zu verdanken, dass der Hartberger Bahnhof am anderen Ende der Stadt liegt. Dort haben wir gestern das Auto abgestellt.

Der Dunkelheit entkommen wir auch heute wieder nicht, so können wir noch (im Vorbeigehen) den Stimmungsvollen Adventmarkt erleben.

Hartberger Weihnachtsmarkt
Hartberger Weihnachtsmarkt

Nun ist wieder eine Lücke geschlossen, lediglich 115 Kilometer im Waldviertel fehlen mir noch am 07er, die für die Winter-/Frühjahrssaison aber schon auf der To-Do-Liste stehen.

Link: Hier geht’s am 07er weiter ins Thermenland.

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2 thoughts on “Grenzlandweg 07: Pinggau – Hartberg

  1. Lieber Gert,

    leider haben wir uns bei der Etappe Vorau Hartberg um ein paar Tage verpasst, ich hatte großes Wetterglück und konnte gestern herrlichen Sonnenschein genießen.
    Ich bin von Radkersburg aktuell noch in Tagesetappen unterwegs und finde, dass Hartberg – Vorau bisher eine der schönsten Abschnitte war, wobei ich aber auch das erste mal schönes Wetter hatte. Auch mir hat der „Bacherlweg“ sehr gut gefallen. Viel Erfolg und Spaß auf eurem Weg.

    lg Andreas

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