Rupertiweg 10: Wald, Moor & Asphalt

Die „Berge“ des Hausruck und des Kobernaußer Waldes habe ich hinter mir gelassen, mit Höhenmetern wird die heutige Etappe nur sehr spärlich gewürzt sein. Doch das kommt mir sehr entgegen: gestern war ein langer Tag und auch heute habe ich mir wieder einiges vorgenommen.

Ein kürzerer Erholungstag ist dann für morgen eingeplant. Versprochen!

Tag 6: Mattighofen – Ostermiething

Von Mattighofen bekomme ich nicht allzu viel zu sehen, am Zentrum vorbei marschierend verlasse ich es am Morgen gleich wieder in südlicher Richtung.

Im frostigen Morgengrau: Ich verlasse Mattighofen
Im frostigen Morgengrau: Ich verlasse Mattighofen

In Pfaffstätt dreht der Weg nach Westen und hält auf den Siedelberg zu. Kein richtiger Berg, aber ein langgezogener bewaldeter Rücken legt sich quer über den Rupertiweg. Für den kurzen Aufstieg werde ich mit einem schönen Waldstück belohnt.

Der Wald am Siedelberg
Der Wald am Siedelberg

Der immer unscheinbarer werdende Weg, ein umgestürzter Baum und ein just an dieser Stelle abzweigender Hohlweg verführen mich dazu, den Wald genauer zu erkunden. Bis dann plötzlich der schon-lange-keine-Markierung-mehr-gesehen-Alarm anschlägt!

Von hinten kommend war die Markierung leider nicht so gut sichtbar
Von hinten kommend war die Markierung leider nicht so gut sichtbar

Abgesehen von dieser kurzen Unterbrechung sorgt die Alpenvereinssektion Mattighofen allerdings für eine ausgezeichnete Markierung.

Verlaufen unmöglich!
Verlaufen unmöglich!

Auf der anderen Seite des Siedelbergs verlasse ich den Wald wieder und erreiche die Ortschaft Auerbach. Sollte ich jemals in die Verlegenheit geraten, hier ein Kellerlokal zu eröffnen, ich würde es Des Pudels Kern nennen.

Am Weg hinauf nach Edt
Am Weg hinauf nach Edt

Aber hier und heute lädt nichts zu einer Einkehr ein, also werden Moosdorf, Sattlern, Edt und Renzlhausen erwandert, leider größtenteils auf Asphalt. Einen Waldrand nutze ich unterwegs für die erste Pause.

Für heutige Verhältnisse fast eine Metropole: Gstaig
Für heutige Verhältnisse fast eine Metropole: Gstaig

Jenseits von Gstaig wird es wieder angenehmer zu gehen und bei Oppelhausen verschwindet der Weg erneut im Wald. Dieser Abschnitt ist eine der positiven Überraschungen der heutigen Etappe: Nach der letzten Eiszeit hat hier der Salzachgletscher eine Seitenmoräne hinterlassen, am Gletscherrand marschiere ich nach Eggelsberg.

Im Wald bei Oppelhausen
Im Wald bei Oppelhausen
Bademöglichkeit
Bademöglichkeit
 Dem Weg sieht man wirklich nicht an, dass er quer durch ganz Österreich verläuft
Dem Weg sieht man wirklich nicht an, dass er quer durch ganz Österreich verläuft

Es ist Punkt 12 Uhr und ich verpasse mein Mittagessen knapp, in der hiesigen Fleischerei zieht man vor meiner Nase die Vorhänge zu. Aber die freundliche Dame am Gemeindeamt ist auch um 12:01 Uhr noch für mich da und gibt mir Stempel, Einkehrtipps und umfangreiches Prospektmaterial.

Einmarsch in Eggelsberg
Einmarsch in Eggelsberg

Durchs Ibmer Moor führt eine Variante des Rupertiwegs, um einige Kilometer länger aber laut Wanderführer ein „absolutes Muss“. Doch in Ibm verpasse ich wohl die Abzweigung und komme erst beim Heratinger See, den ich auf seiner Südseite passiere, in den Randbereich des Moors.

Durchs Ibmer Moor
Durchs Ibmer Moor
Beim Heratinger See
Beim Heratinger See
Mitten durch den Heratinger Hof
Mitten durch den Heratinger Hof
Angenehme Feldwege
Angenehme Feldwege

Bis zum Ort Holzöster bleibt der Weg abwechslungsreich, ab dem Holzöstersee verläuft der restliche Tag ausschließlich auf Asphalt.

Soll das eine Markierung sein? (Antwort: Es soll!)
810? Soll das eine Markierung für mich sein? (Antwort: Ja, es soll!)

Am Ortseingang von Haigermoos steht eine Tafel mit zahlreichen Übernachtungs­möglichkeiten. Eigentlich für die Pilger der Via Nova gedacht, wäre auch ich gut beraten gewesen, eine davon in Anspruch zu nehmen.

Denn als ich eine Stunde später ich mein Etappenziel Ostermiething erreiche, stellt sich schnell heraus, dass es dort sämtliche Gästebetten der Vergangenheit angehören. Freundliche Einheimische versuchen mir zwar zu helfen, aber der einstmals große Gasthof im Ort ist und bleibt geschlossen.

Erster Blick auf Ostermiething
Erster Blick auf Ostermiething

Alle telefonisch erreichbaren Quartiere sind mindestens vier Kilometer entfernt, aber da ich heute schon deren 40 unter den Fußsohlen habe, hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Also marschiere ich zurück zum Bahnhof und nehme den Zug in den nächsten größeren Ort, Oberndorf bei Salzburg.

Mein Glück: die Bahnstrecke nach Ostermiething wurde erst vor drei Monaten eröffnet.

Am Weg zu einer Übernachtungsmöglichkeit
Am Weg zu einer Übernachtungsmöglichkeit

Ich bin diesbezüglich ja nicht heikel, aber in Oberndorf machen die Quartiere am österreichischen Ufer der Salzach keinen einladenden Eindruck, schon lange verblasst ist deren Glanz. Schließlich ergattere ich das letzte Zimmer im Gasthof Greimel im bayrischen Laufen, über die Grenzbrücke ist es ja ein nur ein kurzer Sprung.

Fortsetzung folgt…

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