Immer diese Pfaffen!

Seit jeher tummeln sich die Pfaffen im Gebiet zwischen Semmering und Wechsel. Doch halt! Wer jetzt Bilder von alten Herren in schwarzen Gewändern im Kopf hat, hat falsch gedacht! Keine katholische Hochburg gilt es heute zu erwandern, zwei Gipfel tragen diesen Namen.

Dem Großen und dem Kleinen Pfaff (1555m und 1539m) wollen wir auf ihre felsigen Häupter steigen, welche sich hier inmitten sanfter Grasberge erheben.

Knapp neben der Route des Zentralalpenwegs liegen die beiden pfaffigen Gipfel, somit ist klar: hier bin ich schon mal vorbei gewandert. Doch hatte ich an jenem Tag schon zehn Stunden Wanderzeit hinter mir, für die zwei kurzen Abstecher war weder Kraft, Zeit noch Motivation übrig geblieben.

Wer dem Thema treu bleiben will, dem bietet der Pfaffensattel einen passenden Startpunkt. Wir nehmen die beiden Pfaffen heute jedoch vom etwas weiter entfernten Feistritzsattel in Angriff.

Als wir das Auto am großen Parkplatz abstellen, strahlt das grüne Herz der Steiermark mit dem blau-gelben N des niederen Österreichs um die Wette. Genau auf der Passhöhe verläuft die Grenze zwischen den beiden Bundesländern.

Geist in der Flasche
Geist in der Flasche

Der erste Anstieg bringt uns in einer halben Stunden auf die Gipfelwiesen des Harterkogels, ein schlichtes, flechtenbewachsenes Holzkreuz ziert dessen zweithöchsten Punkt. Überstrahlt nur vom Panorama, Wdie umliegenden Berge zu uns herüber senden, geradezu umzingelt sind wir von Schneeberg, Rax, Stuhleck und Hochwechsel.

Hinaus auf weite Almwiesen
Hinaus auf weite Almwiesen
Am Harterkogel
Am Harterkogel
Gipfelrast :)
Gipfelrast 🙂
Dem Gipfelkreuz über die Schulter geschaut
Dem Gipfelkreuz über die Schulter geschaut

Nach der langen Überschreitung des Harterkogels erreichen wir schließlich den Sattel, von dem aus der Weg auf unseren Zielgipfel führt.

Doch, oje: Sind wir schon am Weg hierher immer wieder durch tiefen Schnee gestapft, zeigt sich der Große Pfaff besonders kalt und unnahbar. Seinen selbstgewählten Zölibat müssen wir heute respektieren, können nur am Kleinen Pfaff unser Glück versuchen.

Am Weg
Am Weg
Der freundlichen Einladung auf den Großen Pfaff können wir leider nicht folgen
Der freundlichen Einladung auf den Großen Pfaff können wir leider nicht folgen
Wer versehentlich hier ankommt, hat Pech gehabt!
Wer versehentlich hier ankommt, hat Pech gehabt!
Ein feines Stück Weg
Ein feines Stück Weg
Prachtblick zum Stuhleck
Prachtblick zum Stuhleck

Auch der Weg zu seinem kleinen Bruder ist noch von Schnee bedeckt und macht sich darunter oft unsichtbar. In Ermangelung von Alternativen stechen wir in direkter Linie nach oben und haben den Gipfel schnell erreicht. Ganz oben am Kleinen Pfaff hat die Sonne den Schnee schon talwärts rinnen lassen, auch hier steht bloß ein einfaches, selbst gezimmertes Kreuz.

Kurze Gratwanderung
Kurze Gratwanderung
Am Kleinen Pfaff
Am Kleinen Pfaff
Harterkogel (links) und Großer Pfaff
Harterkogel (links) und Großer Pfaff
Was für ein Pausenplatz!
Was für ein Pausenplatz!

Viele potentielle Zeltplätze lachen uns am Rückweg an. Und wenn man ganz genau hinschaut, zeigt sich vielerorts schon das erste Grün, welches sich durch die darnieder liegende Vegetation des Vorjahres kämpft.

Abschnittsweise liegt noch viel Schnee
Abschnittsweise liegt noch viel Schnee
Ein sanfter Ritt durch die Prärie des Harterkogels!
Ein sanfter Ritt durch die Prärie des Harterkogels!
Unendliche Weiten...
Unendliche Weiten…
Noch hat hier das Braun des Herbstes oberhand, doch das zarte Grün des Frühlings zeigt sich bereits kämpferisch.
Noch hat hier das Braun des Herbstes oberhand, doch das zarte Grün des Frühlings zeigt sich bereits kämpferisch.

Und: Eine Sonnenpause muss auch noch sein!

Kurzer Stopp an der Solartankstelle bevor wir wieder in den finsteren Wald eintauchen
Kurzer Stopp an der Solartankstelle bevor wir wieder in den finsteren Wald eintauchen

Schön war’s! Wir kommen wieder, haben wir doch mit dem Großen Pfaff noch eine Rechnung offen…

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5 thoughts on “Immer diese Pfaffen!

  1. Super hast Du diesen Weg beschrieben! Wir lieben die Gegend! Leider ist der Kard.Nagl-Steig in keiner Wanderkarte aufgeführt, auch in der Österreich-Karte nur sehr vage mit Punktierter Linie eingezeichnet bis Pfaffenalm. Danach wird es dann ziemlich rustikal, – aber wir sind immer i r g e n d w i e zum Feistritzsattel zurück gekommen.
    Der Weg gehört markiert! – Ich würde das gern übernehmen, wenn ich wüßte, WO er im Original wirklich lang geht. –
    Weiterhin wünsche ich Dir/Euch viel Glück in den Bergen!
    Ilse Brandt, Graz

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