Thayatalweg: Wenn’s am schönsten ist…

…soll man aufhören. Sagt man. Oder andersrum: Das Beste für den Schluss aufheben!

Zum Abschluss unserer Touren im Waldviertel kommt jener Abschnitt an die Reihe, der dem Namen Thayatalweg alle Ehre erweist. Über gefühlt endlose Kilometer erleben wir diesmal die Thaya direkt vom Ufer aus.

Unsere Tour beginnt an ihrem Endpunkt: Als wir am Hauptplatz von Drosendorf ankommen, erwartet uns schon der Postbus, welcher uns nach Horn (mit Anschluss nach Waidhofen) bringen wird.

Eigentlich können wir uns bis zur geplanten Abfahrt noch Zeit lassen – und uns nach der langen Fahrt ein wenig die Beine vertreten. Trotzdem steigen wir gleich ein. Unser Glück, denn der Bus fährt beinahe zehn Minuten zu früh ab. Da hätten wir schön blöd hinterher geschaut…

Tag 5: Waidhofen/Thaya – Dobersberg

Kurz nach 14 Uhr erreichen wir Waidhofen an der Thaya, wo am Hauptplatz gerade der Waidhofener Naschmarkt stattfindet. Flugs wandern einige Waldviertler Spezialitäten – Mohnzelten! – in unsere Rucksäcke und Mägen.

Waidhofen verlassen wir nach Norden, bei der Stixmühle gelangen wir das erste mal direkt an die Thaya, beim Paulstein ist zwischen Fels und Stein gerade noch Platz für einen schmalen Fußweg.

Die erste Ortschaft, die wir erreichen ist Thaya. Thaya an der Thaya sozusagen. Bis hinein nach Niederedlitz marschieren wir auf Güterwegen, Zeit für die erste Pause. Da wir auf der Suche nach einer Parkbank erfolglos bleiben, setzen wir uns einfach auf eine schattige Mauer vor einem Wohnhaus. Prompt steht der Hausherr vor uns – und serviert uns einen Kaffee. Freundliche Leute sind das hier!

Auf einer Straße müssen wir hinauf in den Rehbergwald, ab dort haben für den Rest des Tages eine weiche Wanderunterlage, Wiesen, Wälder oder eine Kombination aus beidem.

Nach einigem Zickzack erreichen wir schließlich ein „Skigebiet“. Ein einzelner Schlepplift sorgt dafür, dass – zu anderer Jahreszeit – der Waldviertler Ski-Nachwuchs den Umgang mit den zwei Bretteln lernt. Obwohl wir bereits fast am Tagesziel sind, motiviert uns das schöne Biotop im Felsenteich nahe der Bergstation noch zu einer weiteren Pause.

Vorbei an einem großen Wildschweingehege erreichen wir den Naturpark Dobersberg und am Ufer der Thaya kommen wir zum Pioniersteg. Einmal noch auf die andere Seite des Flusses gewechselt und bald erreichen wir unser Nachtquartier im Dobersbergerhof.

Am Hauptplatz von Waidhofen an der Thaya
Am Hauptplatz von Waidhofen an der Thaya
Beim Paulstein
Beim Paulstein
Der Kirchturm von Thaya taucht am Horizont auf
Der Kirchturm von Thaya taucht am Horizont auf
Kornblume
Kornblume
Feldweg nach Niederedlitz
Feldweg nach Niederedlitz
Kaffeepause!
Kaffeepause!
Durch die Botanik
Durch die Botanik
Wald- und Wiesenwanderweg
Wald- und Wiesenwanderweg
Flora und Fauna des Waldviertels
Flora und Fauna des Waldviertels
Idyllische Wege
Idyllische Wege
Der Felsenteich bei Dobersberg
Der Felsenteich bei Dobersberg
Auf der Skipiste von Dobersberg
Auf der Skipiste von Dobersberg
"Gästebuch"
„Gästebuch“
Einmarsch in Dobersberg
Einmarsch in Dobersberg

Tag 6: Dobersberg – Raabs/Thaya

Früh loskommen wollen wir, nur gelingt uns das nicht recht. Erstens gibt’s Frühstück erst ab 8 Uhr und ganz die schnellsten sind wir heute auch nicht. So steht der Zeiger der Sonnenuhr bereits auf neun als wir losziehen, von Westen nähern sich bereits die für Nachmittag angekündigten Wolken.

Mehrmals bilden sich heute böse schwarze Wolken, aber jedes Mal lösen sie sich in einem erfrischenden kühlen Lüftchen auf. Und eine halbe Stunde später werden wir uns schon wieder über die Hitze beklagen. Doch abgesehen von durchgeschwitzten Wanderklamotten kommen wir trocken durch den Tag.

Von Dobersberg starten wir durch Getreidefelder und Blumenwiesen nach Norden. Bei der Radlmühle wähnen wir uns ob der Landschaft und der weidenden Schafe in Irland oder Schottland. Ganz so weit daneben liegen wir damit nicht, sind wir hier doch am nördlichsten Punkt des Thayatalwegs.

Schuppertholz, Hohenwart und Münichreith an der Thaya sind die nächsten Ortschaften, dann erreichen wir wieder das Thayaufer. Am folgenden Abschnitt waren heuer wohl noch nicht viele Wanderer unterwegs, lediglich die Markierungen zeigen uns den Weg durchs kniehohe Gras.

Kaum aus dem Wald wieder draußen stehen wir schon vor den ersten Häusern von Karlstein an der Thaya, wo wir auf einer Bank unsere Mittagsrast halten. Dem hiesigen ADEG kaufen wir noch schnell die letzten Getränke vor seiner Wochenendpause ab.

Karlstein verlassen wir abseits der 07er-Markierung, der Graselweg kauft sich zum Preis von einigen Höhenmetern vom Asphalt frei, unseres Erachtens eine gute Investition.

Übriges: Johann Georg Grasel war einst ein Räuberhauptmann und für seinen Weg wurden auch die Fördertöpfe der EU kräftig angezapft. Ist wenigstens konsequent, der gute Mann.

Über ein kleines Brückerl verschwinden wir wieder für längere Zeit im Wald, als wir Speisendorf erreichen gibt uns das Wetter wieder einmal warm-kalt. Beim Einmarsch in den Ort schwitzen wir unter der brütenden Sonne, um gleich darauf vom kühlen Gewitterwind wieder hinausgeblasen zu werden. Mehr als ein paar dunkle Wolken gibt das Wetter aber auch diesmal nicht her.

Die Liebnitzmühle – mittlerweile ein feines Hotel – wäre bei Schlechtwetter unser Reservequartier gewesen, so spricht jedoch nichts dagegen, noch bis Raabs weiter zu marschieren.

Bei der Hahnmühle legen wir noch eine Pause ein, von hier weg verläuft der Weg immer am Ufer der Thaya. Genau genommen fast immer. Denn dort, wo zwischen Fels und Wasser kein Platz mehr ist, klettert der Weg kurzfristig aus dem Thayatal heraus. Jedes Mal 50 steile Höhenmeter, aber jedes Mal offenbaren sich wunderschöne Ausblicke.

Bei Oberpfaffendorf wechseln wir noch einmal auf das linke Ufer des Flusses, bis wir 30 Minuten vor dem Sportplatz von Raabs an der Thaya stehen, nun ist es nicht mehr weit bis zum Hauptplatz.

Dort findet gerade das Maifest ‚Baum fällt‘, wo unter musikalischer Begleitung von Fortissimo – the voice der größte Maibaum aller Umlandgemeinden gekürt wird. Meiner ist länger als Deiner auf Waldviertlerisch.

Unterkunft finden wir im Hotel Thaya.

Meister Lampe lässt sich von uns nicht stören
Meister Lampe lässt sich von uns nicht stören
Ein Markenzeichen des Thayatalwegs: Felder und Blumenwiesen
Ein Markenzeichen des Thayatalwegs: Felder und Blumenwiesen
Die Mäander der Thaya sollten wir auch mal mit dem Kanu erkunden
Die Mäander der Thaya sollten wir auch mal mit dem Kanu erkunden
Schnittblumen am Wegesrand
Schnittblumen am Wegesrand
Jeder Tropfen sein eigenes Universum
Jeder Tropfen sein eigenes Universum
Bunte Wiesen
Bunte Wiesen
Irland pur!
Irland pur!
Thayatal-Halbzeit!
Thayatal-Halbzeit!
Klee
Klee
Verirren nicht möglich...
Verirren nicht möglich…
Zum Fürchten!
Zum Fürchten!
Endlose Weiten
Endlose Weiten
Saftige Wiesenwege, noch feucht vom nächtlichen Regenschauer
Saftige Wiesenwege, noch feucht vom nächtlichen Regenschauer
Wo ist hier der Weg?
Wo ist hier der Weg?
Aussichtspunkt hinunter auf die Thaya
Aussichtspunkt hinunter auf die Thaya
Karlstein an der Thaya
Karlstein an der Thaya
Unter der Burg Karlstein, in der Kurve rechts halten und dem Graselweg folgen!
Unter der Burg Karlstein, in der Kurve rechts halten und dem Graselweg folgen!
Totenkopf
Totenkopf
Zwischen Wald und Weizen - glutenfrei Wandern ist hier kein Thema!
Zwischen Wald und Weizen – glutenfrei Wandern ist hier kein Thema!
Speisendorf am Horizont
Speisendorf am Horizont
Alleebäume
Alleebäume
Am Ufer der Thaya
Am Ufer der Thaya
Unterstand - brauchen wir bei dem Wetter zum Glück nicht
Unterstand – brauchen wir bei dem Wetter zum Glück nicht
Knapp vor Oberpfaffendorf
Knapp vor Oberpfaffendorf
Nicht mehr weit nach Raabs
Nicht mehr weit nach Raabs
Raabs an der Thaya
Raabs an der Thaya

Tag 7: Raabs/Thaya – Drosendorf

Der heutige Tag beginnt so wie der gestrige geendet hat: am Ufer des ruhigen Flusses. Allerdings steigt der Weg immer häufiger auf die Hänge rechts und links der Thaya. Was auch sein gutes hat: würden wir nicht die eine oder andere Schlinge der Thaya abschneiden, wäre die Tagesetappe heute doppelt so lange.

Erste Zwischenziel ist die Ruine Kollmitz, die beeindruckend über das Thayatal wacht. Für eine Besichtigung ist heute leider keine Zeit, aber ein Eis in der Burgtaverne, das muss schon sein!

Zwischen Haidlmühle und Oberpfinnigsteigmühle zeigt sich der Weg stellenweise richtig alpin, obwohl wir uns immer unterhalb der 500-Meter Marke befinden, das stete Auf und Ab verstärkt diesen Eindruck. Später als gedacht erreichen wir Eibenstein.

Nachdem wir beim dortigen Wirtshaus unsere Wassertanks füllen erreichen wir auf einem Forstweg Primmersdorf, durch den Kobergraben gelangen wir auf eine Anhöhe bei Autendorf. Nun haben wir unser Tagesziel schon vor Augen.

Aber einmal müssen wir noch die Thaya überqueren. Das alte Spiel: Wir wandern wir auf einem schönen Waldweg hinunter und ein steiler Fußweg bringt uns auf der anderen Seite wieder hinauf zur Stadtmauer von Drosendorf. Den Weiterweg nach Retz haben wir bereits im April in Angriff genommen.

Hurra, geschafft! Nach in Summe neun Tagesetappen haben wir den Thayatalweg nun zur Gänze absolviert. Helen darf ich zu ihrem ersten Weitwanderweg gratulieren!

Dank meiner guten Kontakte zur Sektion Weitwanderer des Österreichischen Alpenvereins habe ich die Abzeichen bereits im Rucksack und kann sie uns an Ort und Stelle verleihen! Sehen ja ganz hübsch aus!

Rückblick auf Raabs
Rückblick auf Raabs
Wir spazieren auch mal abseits der Thaya
Wir spazieren auch mal abseits der Thaya
Die zur Ruine Kollmitz gehöhrende Böhmische Mauer
Die zur Ruine Kollmitz gehöhrende Böhmische Mauer
Ruine Kollmitz
Ruine Kollmitz
Bei der Haidlmühle
Bei der Haidlmühle
Wieder mal mehr Vegetation als Weg
Wieder mal mehr Vegetation als Weg
Beinahe alpine Wälder
Beinahe alpine Wälder
Schattige Waldwege
Schattige Waldwege
Eibenstein voraus
Eibenstein voraus
Hinauf zum Kirchberg in Eibenstein
Hinauf zum Kirchberg in Eibenstein
Gemütlich
Gemütlich
Unzählige Male haben wir die Thaya im Laufe dieser drei Tage überquert...
Unzählige Male haben wir die Thaya im Laufe dieser drei Tage überquert…
Wir halten auf Autendorf zu, dahinter ist bereits der Kirchturm von Drosendorf zu sehen.
Wir halten auf Autendorf zu, dahinter ist bereits der Kirchturm von Drosendorf zu sehen.
Totempfahl vom Stamm der Weitwanderindianer?
Totempfahl vom Stamm der Weitwanderindianer?
Schloss Drosendorf
Schloss Drosendorf
Eine allseits heiß begehrte Trophäe: das Thayatalweg Abzeichen!
Eine allseits heiß begehrte Trophäe: das Thayatalweg Abzeichen!

Aber nicht nur das Abenteuer Thayatalweg endet hiermit, auch meine letzte noch offene Lücke im Ostösterreichischen Grenzlandweg (Weitwanderweg 07) ist mit dieser Tour geschlossen.

Die ersten ‚bewussten‘ Kilometer am 07er bin ich im März 2011 gegangen. Damals hatte ich eigentlich gar nicht daran gedacht, den gesamten Weg zu gehen. Doch nach und nach konnte ich die einzelnen Abschnitte einsammeln. Braves Eichhörnchen!

Und jetzt muss ich mich nach einem neuen Projekt umsehen! Zwischenzeitlich kann ich mich ja wieder mal dem Zentralalpenweg oder Rupertiweg widmen 😉

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7 thoughts on “Thayatalweg: Wenn’s am schönsten ist…

    1. Du willst dass die Besucher so richtig um dich weinen, gell? 😉

      Pro-Tipp: Lass ihn was singen, was seiner Stimmlage entspricht. Bei Helene Fischer wirkte er ein bisschen atemlos…

  1. Gratulation, vor allem an Helen zu ihrem ersten WWW. Das nächste Projekt vllt der Steirische LRWW (dein Zitat aus 2014: „Ich werde mir wohl nächstes Jahr den steirischen Bruder des NÖLRWW vornehmen“) ;)?

    Sehr schöne Gegend auf jeden Fall und ja, zwischen Kollmitzgraben und Eibenstein ist es wirklich beinahe ‚anspruchsvoll‘.

    (Bei mir wird auch schon wieder viel geplant, das erste kurze Wandern sollte schon in den nächsten ein/zwei Wochen wieder anstehen. Und evtl Mitte Juli dann das erste Mal wieder mehrtägiges. Weitradln war ich am letzten Sonntag schon. Die Reparatur dürfte gut hingehauen haben.)

    1. Du merkst dir auch alles. 🙂 Weitere Kandidaten sind der kleine und große Bruder die der STLRWW heuer bekommt. #VGZW

      Schön, dass es deinem Knie wieder besser geht, vielleicht schaffen wir heuer ja noch eine gemeinsame WW-Tour, der eine Tag am 10er war ja doch ein wenig kurz…

  2. Gratuliere und Respect zur tollen Wanderung, Deine Berichte sind immer ein Genuss und echt lustig zu lesen. Dieser Abschnitt fehlt mir auch noch, wollte ich eigentlich erst im Herbst machen wenn es in der Höhe net mehr geht, aber Du hast mir ja richtig Gusto gemacht bald zu gehen. Alles Liebe

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