Glitzerbiwak auf der Koralpe

Das lange Wochenende beschert uns keine lange Tour, aber für zwei kurze Mini-Auszeiten reicht es. Wegen des großen Erfolges auf der Aflenzer Staritzen stellen wir unser Zelt diesmal im Süden der Steiermark auf.

Der Zeltplatz steht von vornherein fest, die Glitzfelsen auf den östlichen Ausläufern des Großen Speikkogels sind ein mir vom Geocaching wohl bekannter Platz. Da will ich hin und jetzt muss dort eine Tour rundherum gebastelt werden. Schon ewig auf der Wunschliste steht die gesamte Überschreitung der Koralpe am Nord-Süd-Weitwanderweg von der Weinebene bis hinunter nach Eibiswald.

Letztlich werden aber kleinere Brötchen gebacken, wir wählen den kürzesten Zustieg vom Parkplatz „ehem. Liechtensteinsäge“ (Karte). Dieser Weg hat noch dazu den Vorteil, dass er wesentlich seltener begangen wird als die Route von der Weinebene.

Möchte man meinen! Als wir am Parkplatz ankommen, wartet dort bereits eine 20-köpfige Gruppe auf ihre letzten Nachzügler. Aber zum Glück will das Rudel nur zur Brendlhütte, allem Anschein nach zu einer feucht-fröhlichen Geburtstagsfeier. Wir gewähren ihnen fünfzehn Minuten Vorsprung und sehen sie nie wieder.

Die 587er-Markierung folgt erst einem grasbewachsenen Forstweg und zweigt später links auf einen Steig ab, um nach einer Stunde die Schwanberger Brendlhütte zu erreichen.

Auf der großen Weide um die Hütte werden wir von den vielen Kühen sehr herzlich empfangen. Unter lautem Muhen marschieren sie auf uns zu, wohl ein Auge auf die Leckerlis in unseren Rucksäcken werfend. Oder sind etwa wir die Leckerlis?

Von menschfressenden Kühen liest man jedoch nicht ohne Grund eher selten, so auch hier: Vermutlich haben wir nur ihren abendlichen Spaziergang von der Wiese in den Stall gekreuzt.

Zum Gedenken an mehrere zu Tode gekommenen Weibspersonen und -bilder hat man neben dem Weg die Kramerin errichtet, eine lediglich aus losen Steinen gebauten Kapelle. Danach erreichen wir schließlich die freien Flächen der Glitzalm. Nun müssen wir noch unter einer Stromautobahn hindurch und steigen hinauf zu den Glitzfelsen, wo wir bald einen geeigneten Platz für unsere Zelte finden.

Zum Abendessen gibt es frisch gebratene Würstchen vom Rost, den Sonnenuntergang verleiden uns ein paar hartnäckige Nebelschwaden. Auch wird es schnell kalt, selbst im Windschatten der Felsen ist es nicht lange auszuhalten. Also ab in die Kiste!

Bei der Brendlhütte
Bei der Brendlhütte
Das Begrüßungskommando der hiesigen Landbevölkerung
Das Begrüßungskommando der hiesigen Landbevölkerung
Wirklich ohne Mörtel gebaut? Werner zerlegt die Kramerin...
Wirklich ohne Mörtel gebaut? Werner zerlegt die Kramerin…
Schöne Almwege
Schöne Almwege
Bereits am Rücken zu den Glitzfelsen
Bereits am Rücken zu den Glitzfelsen
So muss Zeltplatz!
So muss Zeltplatz!
Nicht mehr lange und hier brutzeln einige Würstchen
Nicht mehr lange und hier brutzeln einige Würstchen
Nebel fällt ein. Spielverderber!
Nebel fällt ein. Spielverderber!
Abendprogramm: Im Windschatten eines Felsens aufs finster werden warten
Abendprogramm: Im Windschatten eines Felsens aufs finster werden warten
Unser Logenplatz
Unser Logenplatz
Die Radaraugen auf der Koralpe blicken durch den Nebel
Die Radaraugen auf der Koralpe blicken durch den Nebel

Guten Morgen!

Die Nebel lichten sich in der Nacht, wenn es schon die Felsen nicht tun, dann glitzern zumindest die Sterne. Dem Blick zum Sonnenaufgang steht nichts im Wege. Selbst zu dieser frühen Stunde ziehen schon drei Wanderer auf ihrem Weg zum Speikkogel vorbei.

Nach dem Frühstücksbüffet wird zusammen gepackt und wir marschieren auf gleichem Weg wieder zurück zum Auto. Die Kühe bei der Brendlhütte liegen gemütlich in der Wiese und malmen wiederkäuend am Frühstücksgras.

Heute würdigen sie uns keines Blickes. Kein Wunder, die Rucksack-Leckerlis haben wir zwischenzeitlich sicher in unseren eigenen Mägen verwahrt.

Die erste Morgensonne
Die erste Morgensonne
Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Staring at the sun...
Staring at the sun…
Blick zum Großen Speikkogel
Blick zum Großen Speikkogel
Sonnenstrahlen
Sonnenstrahlen
Es wird Zeit, die Zelte abzubauen...
Es wird Zeit, die Zelte abzubauen..

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5 thoughts on “Glitzerbiwak auf der Koralpe

  1. Bittebitte nicht die Kramerin zerlegen – sonst kann ich mir von „irgendwem“ wieder anhören, dass ich bei der Auswahl meiner Dosenpläteze nicht mit der gebotenen Sorgfalt vorgehe.

  2. Hast du den Unterschied zwischen Weibspersonen und Weibsbildern schon recherchiert?
    Ist so ein Zeltplatz nicht sehr windanfällig?
    Die Küche finde ich dafür grandios!

    Tolle Bilder, wie immer! (Mit welchem Gerät gehst du da eigentlich vor?)

    1. a) Nein, den Unterschied hab ich nicht recherchiert, wär ich jetzt nicht drauf gekommen 😉 Drei Unglücke scheint es hier gegeben zu haben, 2 Tafeln sprechen von -personen, eine von einem -bild. Eine Weibsperson so toter in der Alm gefunden worden. Die Tafeln selbst sind allerdings definitiv neueren Datums.

      b) Ein bisschen windgeschützt waren wir durch die umgebenden Felsen ohnehin. Starker Wind aus der falschen Richtung hätte es aber ungemütlich lassen werden können, draußen zumindest. Aber der war nicht angekündigt.

      c) Es ist eine schon bald 5 Jahre alte Panasonic Lumix DMC-TZ10, bin eigentlich sehr zufrieden. Eine Systemknipse würde mich schon reizen, aber mir graut vor der Recherche. 😉 Die Lumix war damals ein Blitzkauf, da ich quasi über Nacht eine neue brauchte.

      1. Na für einen Blitzkauf war das eine hervorragende Wahl! Bei den Systemkameras bin ich auch nicht mehr auf dem letzten Stand, da hat sich ja wieder viel getan. Aber ich bin mit meiner Olympus Pen Mini noch immer sehr sehr zufrieden und würde sie um den Preis, den ich bezahlt habe, immer wieder kaufen 😉
        Mit meinen drei Objektiven bin ich auch sehr glücklich, das Panasonic wird dabei am häufigsten genutzt, obwohl Festbrennweite, und das neue Tele hat sich in London auch bewährt. Das Kitobjektiv ist okay, nutze ich aber nicht so oft. 🙂

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