Grazer Stadtwanderung #1: Im Urwald

Dass es in der steirischen Hauptstadt einen richtigen „Urwald“ gibt, ist nur wenigen Grazern bekannt. Am Messen­dorf­berg wartet ein drei Hektar großes, frei zugängliches Areal mit allerlei beein­druckenden Bäumen auf die Besucher.

Der Grazer Urwald ist aber nur ein kleiner Teil der heutigen Wanderung im grünen Graz.

Eine naturnahe Stadtdurchquerung ist mir ja schon gelungen, jetzt stellt sich die Frage, lässt sich ein Rundweg durch die äußeren Bezirke finden und dabei der Asphalt soweit wie möglich zu vermeiden. Episode #1 führt mich von Liebenau durch St. Peter bis nach Waltendorf.

Startpunkt ist die Bushaltestelle Bann­graben­weg, das Einkaufs­zentrum Murpark liefert einen weiteren nahen Anknüpfungs­punkt an das Grazer Öffi-Netz.

Der Banngrabenweg führt mich entlang des Petersbachs nach Norden, gleich nach wenigen Metern locken zahlreiche bunte Blüten zu einem Fototermin ins hohe Gras. Der obere Teil des Fußweges wurde erst kürzlich im Zuge eines Hochwasser­schutz­projektes komplett neu gestaltet, wie ich meine recht gelungen.

Am Banngrabenweg durch Wiesen und Äcker
Am Banngrabenweg durch Wiesen und Äcker
Sooo bunt!
Sooo bunt!
Der Kollege auf dem Warnschild jubelt zurecht: Von den Fluten ist heute weit und breit nichts zu sehen...
Der Kollege auf dem Warnschild jubelt zurecht: Von den Fluten ist heute weit und breit nichts zu sehen…
Ein grünes Band führt zur Kirche von St. Peter
Ein grünes Band führt zur Kirche von St. Peter

Vorbei an der Kirche halte ich auf den St. Peter Ortsfriedhof zu, welchen zwischen hohen Gartenzäunen rechts passiere. Dieser Wegabschnitt steht ganz im Zeichen der versteckten schmalen Wege, die man schon kennen muss, um ohne größere Umwege durch die Wohnviertel zu kommen. Mir kommt hier der Heimvorteil zugute, das ist meine Homezone, da bin ich aufgewachsen.

Der erste Blick über die Stadt
Der erste Blick über die Stadt
Schmale Passage
Schmale Passage
Durch den Wald
Durch den Wald
Zwischen den Gärten
Zwischen den Gärten

Nun geht es aufwärts: Über weitere Waldwege ist die Hohenrain­straße zu erreichen, die aber nach ein paar Metern schon wieder auf einem versteckten, namen­losen Pfad verlassen wird. Am Messen­dorfberg bietet sich ein weiter Blick über die Stadt. Nicht weit von hier befindet sich der Grazer Urwald, dessen Eingang ein beein­druckender Mammut­baum bewacht.

Das ist meine Stadt!
Das ist meine Stadt!
Licht am Ende des grünen Tunnels
Licht am Ende des grünen Tunnels
Drei bis vier Exemplare meinereiner bräuchte es wohl, um den Mammutbaum am Eingang des Grazer Urwalds zu umarmen.
Drei bis vier Exemplare meinereiner bräuchte es wohl, um den Mammutbaum am Eingang des Grazer Urwalds zu umarmen.

Der Grazer Urwald ist ursprünglich aus dem genauen Gegenteil, einer Baum­schule entstanden. Diese wurde jedoch bereits zu einer Zeit aufge­lassen als Österreich noch von einem Kaiser regiert wurde und ist seither sich selbst überlassen. Daher wachsen hier heimische als auch exotische Baumarten Seite an Seite. Forstarbeiten finden, wenn überhaupt, nur aus Sicherheits­gründen statt, die Entsorgung abgestorbener Bäume wird den natürlichen Prozessen überlassen. Ein kleines, drei Hektar großes Paradies, heute betreut von der Österreichischen Natur­schutz­jugend.

Im Frühjahr wird der Grazer Urwald einen eigenen Artikel bekommen. Müssen.

Ein dichter Bambushain
Ein dichter Bambushain
Der Sternenhimmel eines Japanischen Ahorns
Der Sternenhimmel eines Japanischen Ahorns

Hinter dem Urwald bietet sich die Möglichkeit, eine große Schleife bis zu den ersten Häusern des Fruhmannwegs zu drehen, wo kehrt gemacht wird um schließlich über den Pachernweg die Johanniskapelle zu erreichen.

Im Hinterland des Urwalds tun sich feine Wanderwege auf
Im Hinterland des Urwalds tun sich feine Wanderwege auf
Ein kleines Wanderparadies
Ein kleines Wanderparadies
Die Johanneskapelle
Die Johanneskapelle
Es herbstelt schon am Wegesrand...
Es herbstelt schon am Wegesrand…

In Petri Au gäbe es wieder Busanschluss (ausgenommen sonntags) aber ich nehme noch den kurzen Aufstieg auf den Lustbühel in Angriff, wo mit Streichel­zoo, Spielplatz, Schloss, Mostschänke und Hofladen ein Unterhaltungs­programm für die ganze Familie wartet.

Ein weiterer schmaler Weg führt hinunter in die Petri Au
Ein weiterer schmaler Weg führt hinunter in die Petri Au
Am Weg hinauf zum Lustbühel
Am Weg hinauf zum Lustbühel
Landwirtschaft am Stadtrand
Landwirtschaft am Stadtrand
Will gestreichelt und gefüttert werden
Will gestreichelt und gefüttert werden

Beim Schloss Lustbühel beende ich die Etappe, welches heute einen städtischen Kindergarten beherbergt. Die Bushaltestelle ist nicht weit, doch von hier bin ich zu Fuß schneller zu Hause.

Episode #2 wird mich wohl über das Stiftingtal und Ries nach Mariatrost führen. Fortsetzung folgt.

Link: GPS-Track

Noch mehr Wandern in Graz? Hier geht’s zu allen Stadtwanderungen:

🙂 Mehr davon? Hol dir den Newsletter!

Abonniere jetzt den kostenlosen gipfelrast-Newsletter und werde über neue Artikel sofort informiert!

5 thoughts on “Grazer Stadtwanderung #1: Im Urwald

    1. Zumindest aus botanischer Sicht könnte der Urwald viele deiner (Fern-)Reisen ersetzen… 😉

      Aber auf jedenfall zu einer Zeit besuchen, wenn die Bäume Blätter tragen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.