Pernegg, das Rennfeld, Frauenberg und Bruck/Mur

Um 8:43 Uhr steige ich in Pernegg aus der S-Bahn. Frostig kalt ist es an diesem Dienstagmorgen in dem Graben nach Gabraun aus dem zwei Wanderwege auf das Rennfeld führen. Immer noch bin ich unentschlossen, welchen der beiden Wege ich heute wählen soll.

Nun gibt es aber einen guten Grund für eine rasche Entscheidung: Dieser Gefriertruhe möchte ich möglichst rasch entkommen. Noch weiß ich es nicht, aber in einer Stunde werde ich schon an einem warmen sonnigen Aussichtsplatz mein Jausenbrot genießen!

Der Wanderweg mit der Nummer 713 trägt auch den Namen 72-Reihen-Steig. Ich habe nicht mitgezählt, aber wohl genau so viele Serpentinen sind es, die mich auf etwa die halbe Höhe des Rennfelds bringen. Damit nicht genug, beim Hinaufschnaufen sticht mir ein etwas abseits liegender Nebengipfel ins Auge.

Der namenlose, felsdurchsetzte Gupf übt eine geradezu magische Anziehungskraft auf mich aus, ich kann nicht anders als ihn zu meinem abgeschiedenen Frühstücksplatz zu küren.

Pernegg
Der Graben nach Gabraun - genauso kalt wie er aussieht!
Der Graben nach Gabraun – genauso kalt wie er aussieht!
Ich erspähe meinen Frühstücksgipfel!
Ich erspähe meinen Frühstücksgipfel!
Mein Jausenberg!
Mein Jausenberg!
Am Weg 713 aufs Rennfeld
Am Weg 713 aufs Rennfeld
Bei der Zatschpucher Hütte - hier bitte rechts abbiegen!
Bei der Zatschpucher Hütte – hier bitte rechts abbiegen!

Wer rastet, der … muss sich danach zumindest wieder aufwärmen. Daher ist es willkommen, dass der Weg bis zur einer Jagdhütte auf einer Zufahrtsstraße mit eher moderater Steigung verläuft. Dann wollen aber auch die verbleibenden Höhenmeter in Angriff genommen werden. Obwohl ich mir einiges auf mein Aufstiegstempo einbilde, werde ich mehrfach überholt.

Was wollen die alle da oben, die Hütte hat doch seit Anfang November nur an den Wochenenden geöffnet? Ich habe mir daher heute einen ruhigen, einsamen Tag erwartet.

Feiner Ausblick
Feiner Ausblick
Das Murtal mit Bruck an der Mur
Das Murtal mit Bruck an der Mur
Vor-Gipfel-Pause
Vor-Gipfel-Pause
Ziel in Sicht!
Ziel in Sicht!
Am Gipfel
Am Gipfel

Den 1629 m hohen Rennfeld-Gipfel habe ich dann tat­sächlich für mich alleine, das aber nur weil das Rennfeld-Schutzhaus wider aller Ankündigungen doch offen hat. Der Hüttenwirt ist eigentlich nur für kleinere Instand­haltungs­arbeiten heraufgekommen – und schon hat er die Terrasse voller Gäste. Da setze ich mich gerne dazu!

Blick vom Gipfel aufs Rennfeld Schutzhaus - offen!
Blick vom Gipfel aufs Rennfeld Schutzhaus – offen!
Rennfeld Panorama - ein Klick macht's groß!
Rennfeld Panorama – ein Klick macht’s groß!
Betteln zwecklos! Ist meins, bleibt meins!
Betteln zwecklos! Ist meins, bleibt meins!

Die entzückenden Bettler-Hunde sind eigentlich auf einem anderen Berg zuhause, doch die Hüttenwirtfamile vom Eisenerzer Reichenstein geht heute fremd und stattet dem Rennfeld einen Besuch ab.

Da ich diesmal öffentlich angereist bin, muss ich nicht zum Auto zurückkehren sondern habe als Abstiegsziel die Wahl zwischen gleich vier Bahnhöfen, an denen ich die Tour enden lassen kann: Pernegg, Bruck/Mur, Kapfenberg und St. Marein.

Ich peile Bruck an der Mur an, falls mir unterwegs das Tageslicht ausgeht stünde Kapfenberg als Abkürzung zur Verfügung. Nun muss ich zuerst hinunter nach Frauenberg mit der Wallfahrtskirche Maria Rehkogel.

Am Ortsende von Frauenberg erfreue ich mich immer wieder, diese Tafeln hätten eigentlich vor etwa 35 Jahren aus dem Straßen­bild verschwinden sollen. Ein aussichtsreiches Bankerl erzwingt hier einen weiteren Stopp.

Am Weg hinunter nach Frauenberg
Am Weg hinunter nach Frauenberg
Auch hier herbstelt es...
Auch hier herbstelt es…
Erst tun sie wie angewachsen, kaum quere ich ihre Weide, zotteln sie auf mich zu.
Erst tun sie wie angewachsen, kaum quere ich ihre Weide, zotteln sie auf mich zu.
Frauenberg mit der Kirche Maria Rehkogel
Frauenberg mit der Kirche Maria Rehkogel
Was sagt die aktuelle Straßenverkehrsordnung zu diesem Relikt aus den 70ern?
Was sagt die aktuelle Straßen­verkehrs­ordnung zu diesem Relikt aus den 70ern?
Schon wieder Pause.
Schon wieder Pause? Geht bei diesem Platz nicht anders!

Es folgt ein ein schöner Steig mit tollen Herbststimmungen. Doch plötzlich kündigt sich ein „Forstliches Sperrgebiet“ an! An dem Schild muss ich mich still und leise vorbei­schwindeln, ich hoffe es hat mich nicht gesehen…

Über einen langen Rücken komme ich schließlich auf eine Wiese oberhalb von Bruck an der Mur. Schon einmal habe ich hier den Weiterweg gesucht, aber ich kann mich leider nicht mehr an die Auflösung (=noch vor der Wiese rechts hinunter!) erinnern. Ein darnieder­liegender und schnell über­stiegener Zaun sowie zwei Sackgassen später erreiche ich schließlich nach über 22 Kilometern (GPS-Track) in der einbrechenden Dämmerung den Bahnhof Bruck an der Mur.

Schmalspurweg (1)
Schmalspurweg (1)
Schmalspurweg (2)
Schmalspurweg (2)
Schmalspurweg (3)
Schmalspurweg (3)
Blick zurück zum Gipfel
Blick zurück zum Gipfel
Herbstwald & Sonnenuntergang: Rot voraus
Herbstwald & Sonnenuntergang: Rot voraus
Herbstwald & Sonnenuntergang: Schattenspiele
Herbstwald & Sonnenuntergang: Schattenspiele
Herbstwald & Sonnenuntergang: Feuer!
Herbstwald & Sonnenuntergang: Feuer!
Bruck an der Mur
Bruck an der Mur

Am Ende dieses schönen Wandertags ist gerade noch Zeit, mir eine Fahrkarte aus dem Automaten zu drücken und zum aller­hintersten Bahnsteig zu sprinten – schon schaukelt mich die S-Bahn wieder der Heimat entgegen.

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