G’schwind auf den Gschwendt!

Sucht man in meinem Tourenbuch nach der Überschreitung des langen Rückens des Gschwendtbergs von Frohnleiten bis nach Mixnitz, so ist man bisher auf eine leere Seite gestoßen. Und auch heute stand das Schließen dieser Lücke eigentlich nicht auf dem Plan. Nur ganz geschwind auf den Gschwendt hätte mich dieser Ausflug führen sollen. Eigentlich.

Doch blau statt grau ist der Himmel außerhalb des Grazer Beckens. Schnell werden in der S-Bahn neue Tourenpläne geschmiedet und überlegt, ob ich wohl genügend Ortskenntnis mitbringe um die Tour auch ohne Karte gehen zu können.

 

Mit Zug zum Ziel: Bei meiner Ankunft am Bahnhof Frohnleiten geben die letzten Nebelschwaden gerade den Blick auf den Gschwendtberg frei.

 

Nachdem die steilen Serpentinen dem einsamen Gschwendtwanderer so manchen Schnaufer entlockt haben, bietet sich dieser Ausblick auf Frohnleiten. Mit einem Fernrohr lässt sich sogar die aus Funk und Fernsehen bekannte Autobahnbrücke näher unter die Lupe nehmen.

 

Ein Julius war hier Bürgermeister, ein anderer Papst in Rom. Ersterer hat die Warte bauen lassen und zweiterer musste wohl herhalten, damit die Warte den Namen des ersten tragen darf.

 

Was dem Odysseus der Gesang der Sirenen, ist mir der Ruf dieses Wegweisers. Heute widerstehe ich der Versuchung, doch ich weiß: eines Tages wird die Neugier siegen!

 

Erstaunlich alpin zeigt sich der Weg, zwischendurch kann man sich an schönen Stillleben aus Felsen und dampfender Kartonindustrie erfreuen.

Zwischendurch eröffnet sich diese schöne Stillleben aus Felsen und Papierindustrie

 

Immer am Abgrund wandelnd geht’s dem ersten JPausenplatz entgegen.

Abgrund

 

Mittagszeit ist ohnehin Suppenzeit. Auch wenn’s nur ein Nebelsüppchen ist, welches die Bewohner des Grazer Beckens heute noch auszulöffeln haben.

GrazNebelsuppe

 

Für mich hingegen gibt’s kein Supperl, für die Jahreszeit recht leicht geschürzt muss ich in der Sonne Hunger leiden. Dank der ursprünglich bescheideneren Tourenpläne ist mein Rucksack kalorientechnisch betrachtet nur unnützer Ballast.

 

Verkehrte Welt: Den 993 Meter hohen Hauptgipfel des Gschwendtbergs zieren Gipfelkreuz und -bank und -buch. Der dahinterliegende, sogar vierstellige Nebengipfel bleibt schmucklos.

Gschwendtgipfel

 

Kurzarmleibchen hin oder her, es mehren sich die Anzeichen, dass der Herbst seine besten Tage bereits gesehen hat…

Herbstlaub

 

…auch wenn der Himmel das mit aller Kraft dementiert!

 

Doch ein Blick nach oben lässt ohnehin keine Zweifel aufkommen. Gerade mal drei Wochen noch bis Weihnachten. Drei Wochen!

 

Das Panorama bestehend aus Mur, Brucker Schnellstraße, Tieber Teich, Röthelstein & Roter Wand (v.l.n.r.)

 

Über weite Strecken gibt sich der Weg größte Mühe, einen bleibenden Eindruck in die Oberschenkel zu brennen. Geschafft hat’s der Wanderer erst wenn sich einmal dieses Flachstück vor ihm ausbreitet…

 

Für die abschließende Ersteigung der Roten Wand gibt’s heute weder genug Proviant noch Kondition noch Tageslicht. Auch wenn es da eine Abkürzung gäbe…

 

Und nun kommen wir wieder zur beliebten Kategorie Der Soundtrack zum Bild.

 

Mit diesem beschwingten Liedchen im Ohr steigt es sich leichter nach Mixnitz ab, wo es rasch kühler wird und ich nach 15 Kilometern (GPS-Track) die S-Bahn vor meiner Nase wegdüsen sehe.

Daher kehre ich noch in die Mixnitzer Bahnhofs­restauration ein, oder zumindest was dieser geographisch am nächsten kommt. In dem kleinen Etablissement zeigt man sich fachkundig und den kulinarischen Bedürfnissen des wandernden Feinspitz durchaus aufgeschlossen:

Brauchst a Besteck dazu?

Die dem Esswerkzeug beiliegende Pizza mundet jedoch ausgezeichnet!

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8 thoughts on “G’schwind auf den Gschwendt!

  1. Kann mich noch gut an den Cache „Hoch über Frohnleiten“ erinnern vom Waldläufer. Damals war ich das erste und einzige Mal heroben auf dem Gschwendt.
    Mit den Fotos wieder Lust auf so etwas bekommen.
    lg Volker

    1. Ja, der Geocache war damals auch mein „erstes Mal“ am Gschwendt. Seit damals hat mich die ‚Überschreitung‘ nach Mixnitz gereizt, nun war’s endlich soweit!

      1. Nette Fotos.

        Ich bin die Ueberschreitung vor Jahren in die andere Richtung zusammen mit Alice gegangen (ist in einem der Auferbauer Buechlein beschrieben). Den Abstieg vom Gschwendtberg wuerden meine Knie mittlerweile nicht mehr so sehr moegen.

        So manches Kind wuerde sich freuen wenn es die Pizza ohne Besteck essen darf (im Gegensatz zu zu Hause bei den Eltern).

        1. Das Kind in mir tut das gelegentlich auch ganz gerne. Vor allem wenn es hungrig in einem Tschecherl sitzt und sich beeilen muss um den nächsten Zug nicht auch noch zu versäumen. 😉

          Ich habe steile Aufstiege auch lieber als steile Abstiege, daher bin ich froh die Tour nicht gedreht gegangen zu sein.

  2. Inzwischen ist ein cooler neuer gebu-Cache herausgekommen, der natürlich über den verbotenen Weg führt. Da gibt es tolle Kletterpassagen und wie bei gebu-Caches üblich eine gigantische Aussicht am Schluss.
    War aber doch so, dass meine Tochter und mein Neffe ohne Probleme mitgehen konnten.
    lg Volker

    1. Sicher ein netter Cache, doch mittlerweile genügt für mich das Wandern auch ohne Dose.

      Übrigens ist dir das einmalige Kunststück gelungen, den 1000sten Kommentar auf diesem Blog zu posten! Du gewinnst hiermit *rubbel* *rubbel* leider nichts…

      1. Allerdings im Fall des gebu Caches, den sucherer anspricht, glaube ich nicht, dass es dorthin Wanderer einfach so verschlaegt.

        Fuer mich scheidet dieser Cache aufgrund der T-Schwierigkeit aus. Sieht aehnlich furchterregend wie beim HL aus. Bei gebus Caches ist es sowieso eher die „Weg“fuehrung denn die Dose, die die Attraktion darstellt.

        1. Danke für den Hinweis, kann ich mir ja mal anschauen! Der „Verbotene Weg“ interessiert mich eh schon lange (nona) aber wenn ich oben beim Taferl steh, hab ich ja meist ein anderes Ziel.

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