Frühlingsgefühle – #südwärts Tag 7

Der heutige Vormittag hat ein bisschen den Charakter einer Verbindungsetappe, zwischen Ottenschlag und Zeining bekomme ich fast ausnahmslos Straßen zu Gesicht.

Dem Weg kann man das nicht vorwerfen, denn er stellt ohnehin gleich zu Beginn klar, jetzt ist Schluss mit lustig.

Er versteht es aber auch zu motivieren, indem er mir zeigt, dass mein Ziel nicht mehr weit ist. Gerade mal 5 Tage durchmarschieren und schon befände ich mich an der Grenze zu Jugoslawien.

Die letzten Tage bin ich nach Osten gewandert, ab heute macht der Nord-Süd-Weg seinem Namen alle Ehre und wendet sich der Sonne entgegen. Nicht der einzige Grund für Frühlingsgefühle heute.

Mit dem Jauerling und seinen 960 Metern drängt sich noch ein letztes Hindernis zwischen mich und die Wachau. Der Weg hinauf verläuft oft direkt in der Falllinie und wirkt stellenweise nicht besonders gepflegt oder begangen.

Kein schöner Anblick – weder der Weg, noch ich beim Hinaufschnaufen.

Am Gipfel des Jauerling steht die unheimlichste Aussichtswarte, die ich je gesehen habe. Der finstere Turm könnte aus dem Herr der Ringe Epos stammen.

Aber von seiner Plattform in 30 Meter Höhe lassen sich richtige Berge erkennen, und zwar solche mit Weiß oben drauf.

Dummerweise sind das genau jene Berge, die mich in den nächsten Wochen erwarten: Ötscher, Gemeindealpe, Hochschwab.

Blick von der Warte am Jauerling
Blick von der Warte am Jauerling

Aber zurück zu den Frühlingsgefühlen: Verlief der 05er bisher in einer Seehöhe zwischen 800 bis 1000 Meter, erreicht er bei Spitz an der Donau mit etwa 200 Metern über N.N. seinen absoluten Tiefpunkt.

Dies macht sich auch in der Vegetation bemerkbar. Im Abstieg vom Jauerling sehe ich das erste Mal saftiges Grün auf den Bäumen sprießen. Lange genug bin ich dem Frühling nun entgegen gegangen, heute haben wir uns endlich getroffen!

Frühling!
Frühling!
Der erste Blick auf die Donau
Der erste Blick auf die Donau
Abstieg vom Jauerling
Runter vom Jauerling
Verwinkelte Wege zur Donau
Verwinkelte Wege zur Donau

Die Quartiersuche in Spitz gestaltet sich mühsam:

  1. Das ÖAV Vertragshaus weist auf seiner Homepage geschmalzene Preise aus.
  2. Bei der Nachbars-Frühstückspension hebt keiner ab.
  3. Eine Gästehaus-Wirtin weist mich telefonisch schroff ab, nachdem sie die Worte Einzelzimmer und Eine Nacht gehört hat
  4. In einer weiteren Unterkunft lässt mich ein hilfloser Kellner 15 Minuten warten, obwohl ohnehin nichts frei ist.
Am großen Fluss
Das Etappenende am großen Fluss

Fündig werde ich schließlich im Cafe Bruckner, wo ich ein kleines, aber hübsches Zimmer bekomme. Sogar die Frühstückszeit ist verhandelbar.

Den für Spitz geplanten Ruhetag habe ich übrigens auf Samstag verschoben. Denn für Freitag ist noch schönes Wetter vorhergesagt, welches ich zum Wandern nützen will. Danach darf es dann regnen.

Ich werde nun bis Melk weiter wandern und den Ruhetag voraussichtlich in Wien verbringen.

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Passt grad gut.

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7 thoughts on “Frühlingsgefühle – #südwärts Tag 7

  1. Der Jauerling so steil, dass du hinaufgeschnauft hast? 😉
    Solche Asphalt-hatscher sind leider nicht lustig…. (hab ich am südlichen Teil des GUW genossen)…

    Freue mich schon auf die Berichterstattung, wenn es in die höher gelegenen Lagen des NSWW geht!

  2. Sag mal ist Dir der Weg hinunter vom Jauerling auch ewig vorgekommen? In Spitz ein Zimmer zu finden ist eine eigene Sache. Kann ich nur bestätigen. Vlg SILVER

  3. Bin gerade auf ein paar Tage in diesen Jugoslawien – Smederevo und war da gestern auch an der Donau. Seehöhe so etwa 100 Meter. Also nix mit schnaufen wie Du auf den Jauerling 😉
    Ja und ich verfolge von hier Deine Tagesetappen 🙂
    Gruß
    Werner

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