Ganz in weiß… – #südwärts Tag 13

Als ein gewisser Roy Black diese Zeilen 1966 durch die Hitparaden jagte, hatte er das Ötscherland wohl kaum vor Augen. Trotzdem muss ich mich 50 Jahre später mit diesem Ohrwurm hier durch den Aprilschnee plagen.

Der erste Blick aus dem Hüttenfenster offenbart eine Winterlandschaft, wie man sie sich zu Weihnachten nicht schöner wünschen könnte. Mein gestriger Wunsch nach einer nicht allzu tiefen Schneefallgrenze hat ja prima funktionert…

Das Hochbärneck ist morgens in weiß gekleidet
Das Hochbärneck ist morgens ganz in weiß gekleidet

Meine beiden eben erst kennengelernten doch-nicht-Mitwanderer entscheiden sich, ihre Tour hier und heute abzubrechen. Den steilen Abstieg im Schnee in die Vorderen Tormäuer wollen sie sich und ihren „glatzerten“ Wanderschuhen nicht zumuten.

Doch die weiße Pracht liegt nur auf der Wiese, nicht am doch schon zu warmen Erdboden, somit komme ich problemlos ins Tal der tosenden Erlauf.

Dieses würde eine schöne Klamm abgeben, wäre da nicht das zweispurige Asphaltband, welches mich zur Schindlhütte führt. Geschlossen prangt auf den Schildern – also wäre hier nix mit übernachten gewesen.

Am Weg hinunter ins Erlauftal hält sich der Schnee in Grenzen
Am Weg hinunter ins Erlauftal hält sich der Schnee in Grenzen

Unterhalb von 800 Metern Seehöhe ist vom Schnee gar nichts zu sehen, ob es aber sich im Nieselregen besser wandert, sei dahingestellt.

Grün, kalt und laut rinnt die Erlauf durch die Vordere Tormäuer.
Grün, kalt und laut rinnt die Erlauf durch die Vorderen Tormäuer.

Ab der Schindlhütte gehtˋs wieder steil bergauf, über einige Metalltreppen erklimme ich den Eingang der Ötscher-Tropfsteinhöhlen.

Am Erlebnissteig
Am ‚Erlebnissteig‘
Wer nicht runter schauen kann, nimmt besser die Straße

Leider öffnet auch die Höhle erst mit Ende April ihre Pforten, ich hätte mich drin gerne ein wenig untergestellt. Mittlerweile bin ich schon wieder auf einer Höhe, wo der Regen in Schnee übergeht.

Der 'Originaleingang' zur Ötscher-Tropfsteinhöhle
Der ‚Originaleingang‘ zur Ötscher-Tropfsteinhöhle (keine Sorge, für Führungen hat man einen eigenen Zugang gesprengt)

Im Vergleich zu Südösterreich bleibt der Schneefall letztendlich harmlos, vielleicht drei bis fünf fluffige Zentimeter liegen am Ende des Tages. So lässt sich das Winterwandetn durchaus genießen.

Wandern mit Roy Black!
Wandern mit Roy Black!
Der Weg könnte auch ohne Schnee ganz nett sein.
Der Weg zum Forsthaus Raneck könnte auch ohne Schnee ganz nett sein!

Erst auf den letzten Kilometern nach Lackenhof/Ötscherwiese macht sich die Kälte bemerkbar. Ohne Anstrengung gehtˋs da 30 Minuten eine Straße runter, der Gegenwind peitscht mir die Flocken ins Gesicht, da kühlt man schnell aus.

Mein Wunschwirt (Digruber) hat leider Betriebsurlaub und obwohl hier zahlreiche Hotels & Gasthöfe herumstehen, herrscht ziemlich tote Hose.

Dank Internet-Buchungsportal finde ich bald ein warmes Zimmer im Hotel Blümchen. Vieles deutet darauf hin, dass ich hier der einzige Gast bin, vermutlich sogar im ganzen Ort.

Tipp des Tages

Zwei Tipps habe ich für die morgige Etappe nach Mariazell bekommen.

  1. Unbedingt die Variante durch die Ötschergräben nehmen, weil oben ist zu viel Schnee.
  2. Keinesfalls durch die Ötschergräben gehen, die Wege sind nach dem Winter noch nicht wieder hergerichtet.

Und jetzt schmeckˋs…!

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8 thoughts on “Ganz in weiß… – #südwärts Tag 13

  1. Hi lieber Gert, danke an dieser Stelle für die tollen täglichen Berichte, gehören inzwischen auch bei mir zu „Morgenlektüre“ . Wünsch dir ein gutes Weiterwandern noch, möge die sonne bald wieder kommen, glg, Alex

  2. Ich habe zwar nur eine Vermutung, was glatzerte Wanderschuhe sind, und frage mich, warum Wanderschuhe glatzert bleiben müssen. Aber die Tipps, die Du bekommen hast, sind klasse!
    Und dann bin ich ja froh, dass nicht nur ich dieses wunderschöne Lied heute im Kopf hatte…
    Viele Grüße
    Carolin

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