Am Ende einer langen Reise… – #südwärts Tag 27

Heute bringe ich endlich zu Ende, was ich am 15. April am nördlichsten Punkt Österreichs begonnen habe. Am Morgen des 25. Tourentags (die Zählung ist dank der vielen Pausen ja schon lange im Eimer) mache ich mich auf die letzten der etwa 600 Kilometer quer durch Österreichs.

Zweimal hat mir der Hochschwab den Weiterweg versperrt, sowohl von Norden als auch von Süden kommend zeigte er mir vorerst seine kalte Schulter. Auch gestern hat er mich nur widerwillig raufgelassen, mit Sturm & Nebel alle Register gezogen.

Heute ist die Sicht ein bisserl besser!
Heute ist die Sicht ein klein wenig besser! 😉

Aber während ich beim Frühstück sitze, schein ein Wunder zu geschehen. Der Wind verstummt, die Wolken reißen auf. Ich hätte nicht geglaubt, dass es sich heute lohnen würde, zum Abschluss auf den höchsten Gipfel des NSWW zu steigen. Doch oben zeigt sich gar nicht so wenig vom Blau des Himmels.

Am Hochschwabgipfel, mit 2277 Metern der höchste Punkt des Nord-Süd-Weitwanderwegs.
Am Hochschwabgipfel, mit 2277 Metern der höchste Punkt des Nord-Süd-Weitwanderwegs.
Die freundliche Seite des Hochschwabs, von da bin ich gestern hergekommen!
Die freundliche Seite des Hochschwabmassivs, von dort bin ich gestern hergekommen!
Und hier geht's heute weiter!
Und hier geht’s heute weiter!

Der unverhoffte Wetterumschwung erlaubt es mir, über die Aflenzer Staritzen zum Seebergsattel zu gehen. Der Südwind bläst gerade den Nebel davon.

Finde die Gams!
Finde die Gams!
Das Ochsenreichkar
Das Ochsenreichkar

Als ich durchs Ochsenreichkar marschiere, verebbt der Südwind jedoch wieder. Das blau weicht wieder einem grauen Einerlei, Nordwind schiebt die Wolken wieder zurück zu mir. Der Weg ist trotzdem gut zu finden, nur einmal muss ich am Ende eines größeren Schneefelds den Weiterweg suchen.

Nebel, bäääh!
Nebel, bäääh!

Nach einer Stunde habe ich vom Nebel dann doch genug und anstatt bis zum Ostgipfel der Staritzen weiter zu wandern, entscheide ich mich für den steilen Gamssteig hinunter zur Quelle im Bruchtal. Das spart mir nicht nur eine kleine Gegensteigung, sondern beschert mir auch eine Begegnung mit einem 20-köpfigen Steinbockrudel.

Diese sind genauso entspannt wie ihrer Kollegen auf Röthelstein & Roter Wand. Ein kurzer Blick zu mir, dann sind die schmackhaften Bergkräuter wieder interessanter. Das nenne ich Prioritäten!

Steinböcke am Gamssteig
Steinböcke am Gamssteig
Gluck, gluck. Meine Flasche war eh schon fast leer...
Gluck, gluck. Meine Flasche war eh schon fast leer…

Auch am Gamssteig gibt es nur ein mühsames Weiterkommen, evtl. wäre ich oben vielleicht doch schneller gewesen. Mit erreichen des Waldes wird es wieder angenehmer zu gehen, nach einem kurzen Forststraßenstück treffe ich auf den von der Staritzen herunterkommenden Steig.

Ein paar Minuten später trete ich aus dem Wald heraus und sehe meinen Endpunkt vor mir:

Am Seebergsattel: Ziel in Sicht!
Am Seebergsattel: Ziel in Sicht!

Jetzt noch sicher die Straße queren und ein paar Schritte später stehe ich beim Weitwandererkreuz. In der zweiten Aprilhälfte bin ich vom nördlichsten Punkt Österreichs bis hierher gewandert. Nun komme ich von der slowenischen Grenze wieder retour.

Offizielles Zielfoto beim Weitwandererkreuz.
Offizielles Zielfoto beim Weitwandererkreuz.

Das 5er-Taferl ist eine der wenigen noch erhaltenen ‚Originalmarkierungen‘ des Nord-Süd-Weitwanderwegs. Etwa zehn Stück sind mir auf der Tour noch begegnet, alle im nördlichen Teil des Weges.

Die hohen Berge haben sich am Ende etwas geziert, aber nach 25 Wandertagen ist es vollbracht!
Die hohen Berge haben sich am Ende etwas geziert, aber nach 25 Wandertagen ist es vollbracht!

Hiermit schließe ich die Berichterstattung vom Nord-Süd-Weitwanderweg, vielleicht gibt’s noch ein Posting mit Statistiken & Ausrüstungserfahrungen. Es steht ja bereits das nächste Abenteuer vor der Tür, welches wieder über einen großen Teil der obigen Karte führen wird. #GoWest16

Danke für diesen wunderbaren Weg durch unser schönes Land!

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24 thoughts on “Am Ende einer langen Reise… – #südwärts Tag 27

    1. Gut, dass die Anführungszeichen da sind! Unter Mitnehmen bzw. Mitgehen versteh ich nämlich was anderes 🙂

      Ich mach aber gerne mal ein bissl Zumba „mit“. 😉

  1. Hallo Gert,
    vielleicht hast ja im August einmal Zeit für ein Stückerl auf dem 03er. Ich würde mich sehr über Begleitung freuen. Der ausgearbeitete Plan ist auf meinem Blog schon ersichtlich.
    LG Volker

    1. Hallo Volker,
      Vielleicht hast ja im Juli einmal Zeit für ein Stückerl auf dem 03er. Ich würde mich sehr über Begleitung freuen. Der ausgearbeitete Plan ist auf meinem Blog schon ersichtlich. Vorschnuppern sozusagen. 🙂
      LG Gert

  2. Hallo Gert, danke für den spannenden Bericht! Ich gehe selbst grad den 5er und hab es bis jetzt bis leoben geschafft! Was ist dein nächstes Projekt? Der 1er? Lg Marion

    1. Hallo Marion!

      Nächstes Abenteuer? Sag ich (noch) nicht, aber ich werd’s in den nächsten Tagen verraten! Es wird ja schon Anfang Juli losgehen… 🙂

      Viel Spaß weiterhin am 05er, der schönste Teil kommt erst!

  3. Hallo Gert!

    Gratulation! Also, mission accomplished! 🙂
    Die „Schafskälte“ ist heuer milder verlaufen.
    Ich war gestern auf der Kräuterin unterwegs und auf dem Hochstadel;
    der Hochschwab und die Riegerin waren gut zu überblicken .

    LG

    Miguel

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