Flach, flacher, Burgenland.

Meine letzten Wanderungen haben mich ja – mehr oder weniger zufällig – auf die Route des Burgenland-Weitwanderwegs geführt. Nach Durchsicht dessen genauen Verlaufs, stelle ich fest: Da fehlt mir ja nur mehr ein ganz ein kleines Stückerl!

Gut, jenes ganz kleine Stückerl ist immerhin 30 Kilometer lang und verbindet die nordburgenländische Metropole Deutsch Jahrndorf mit dem gemeinhin weiter bekannten Neusiedl am See.

Also gemma!

Hier vor der Kirche am langgezogenen Hauptplatz von Deutsch Jahrndorf ist an dem Laternenmast in der Bildmitte der erste Wegweiser des Burgenland-Weitwanderwegs (in Folge zu ‚BW‘ verkürzt) montiert. Somit wäre der nördliche Terminus des Landesweitwanderwegs auch gut im Dunkeln zu finden.

Schnurgerade geht es raus aus dem kleinen Ort…

…und auch die Gewässer wurden mit dem Lineal in die Landschaft gezeichnet. Wir queren in loser Folge den Leithakanal, den Komitatskanal sowie die Leitha selbst.

Der Bericht ist noch wenige Absätze kurz und schon eine Pause? Nun, wir haben schon einiges in den Beinen, mehr dazu später.

Dieser hübsch frisierte Weidenbonsai weist uns den Weg nach Süden.

Die Leitha sollte man nicht zu gedankenlos überqueren, denn gleich nach der Brücke schickt uns dieses unauffällige Täfelchen auf den Feldweg entlang des Uferdamms.

Diesem folgen wir nun bis Zurndorf, das nicht und nicht in Sichtweite kommen will.

Es gibt dort auch nicht viel zu sehen, hier spazieren wir bereits auf der nächsten Linealautobahn aus Zurndorf heraus. Ob es wohl vom Aussichtsturm in der Mitte dieses endlosen Nirgendwos mehr zu sehen gibt als zu ebener Erde? Es darf zurecht bezweifelt werden.

Die Landschaft ist hier konturlos, fast wie mit dem Schleifpapier bearbeitet. Die Höhenmeter summieren sich im Laufe des Tages höchstens auf einen einstelligen Wert. Hier nehmen gerade wir Anlauf auf einer der größten Steigungen des Tages. Das kurze braune Bergauf in der Ferne ist jedoch nur die Brücke über die Autobahn A4.

Immerhin, bergab gehen dürfen wir einmal. Hier stehen wir am Kalvarienberg von Neusiedl am See, es dämmert bereits, im Hintergrund lässt sich im schwachen Licht gerade noch der See erahnen.

Schon lange nach Sonnenuntergang beziehen wir das vorbestellte Quartier. Falsch machen lässt sich in diesem Hause nichts, durch mehr oder weniger subtile Hinweise werden die Hotelgäste in verschiedenen Situationen zum richtigen Verhalten bewegt.

Zack, Stempel drauf, damit ist der BW für mich abgeschlossen. Das Burgenland war – dank der Nichtdurchschwimmung des Neusiedlersees am Grenzlandweg 07 – bis eben das letzte Bundesland, welches ich noch nicht zu Fuß auf ganzer Länge durchquert habe.

Die restlichen Abschnitte des BW habe ich bereits ausführlich im Blog beschrieben, der gesamte Wegverlauf ist im nebenstehenden Centerfold des BW-Wanderführers zu sehen.

Pro- und Epilog

Wer mich kennt, der weiß, dass ich wegen knapp 30 flachen Kilometern sicher nicht ins Nordburgenland fahre. Daher haben wir die Tour davor und danach etwas verlängert.

Das Bahnhöfchen von Pama war zum gewählten Startzeitpunkt der Deutsch Jahrndorf nächstgelegene öffentlich erreichbare Punkt. Von dort geht’s erstmal 6 gerade Asphaltkilometer zum eingangs erwähnten BW-Wegweiser.

Doch halt, bevor (wir) die 30 BW-Kilometer zu laufen beginnen, lohnt noch ein Abstecher zum Dreiländereck Ö / HU / SK. Hin und zurück sind nochmal 7 Kilometer. Somit wird die Pause nach wenigen BW-Schritten durchaus verdient sein.

Ein weißer Grenzstein und ein „Skulpturenpark“ markieren die Zusammenkunft dreier mitteleuropäischen Staaten.

Zurück in Deutsch Jahrndorf haben wir also bereits über 13 Kilometer in den Beinen bevor wir das eigentliche Vorhaben in Angriff nehmen. Man kann sich denken, wie gut wir am Abend geschlafen haben.

Der Tag danach

Für die ersten Stunden am nächsten Tag folgen wir noch dem BW, der Abschnitt ist mir vom Zentralalpenweg wohl bekannt. Vorbei an Jois und Winden bleiben wir noch bis knapp vor Breitenbrunn der rot-gelben Markierung treu.

Noch flacher als gestern wandern wir heute, nicht mal eine Autobahn gibt es heute zu überqueren.

Bei Breitenbrunn begeben wir uns auf Neuland und besichtigen ein Stück der Variante 02A des Zentralalpenwegs, die das wilde Leithagebirge umgeht und noch eine Weile dem Neusiedlersee folgt.

Weingärten und der stete Blick aufs Leithagebirge säumen den Weg.

Aus der Markierungsqualität werden wir teilweise nicht ganz schlau, sie schwankt von ausgezeichnet (wie hier) bis nicht vorhanden (obwohl nötig). Aber mit Karte lässt sich der Weg auch ohne rot-weiß-rot finden.

Eine Straßensperre wegen einer Brückensanierung setzt unserem Weg beinahe vorzeitig ein Ende. Aber unser Probier ma’s trotzdem! wird belohnt, die Sperre betrifft doch nur die Autofahrer. Wanderer und Radler kommen auf ihrer eigenen Brücke problemlos über die Untiefen der Wulka.

Nach der Brücke ist es aber Zeit, auch dem 02A adieu zu sagen und uns dem nächsten Bahnhof zuzuwenden. Ein kleiner, unmarkierter Feldwegspaziergang bringt uns dort hin.

Hier darf ich noch einen der wenigen Berge Österreichs vorstellen, die eine Gipfelhöhe von weniger als 200 Metern erreichen. Gestatten, der Hölzlstein (157m).

Hier sind wir schon am Weg hinein nach Schützen am Gebirge…

…wo wir in der örtlichen Bahnhaltestelle unsere Tour beenden.



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2 thoughts on “Flach, flacher, Burgenland.

  1. Das sieht ja nach einer super Route aus.Und dazu dann auch noch schönes Wetter, da kann ja gar nichts schief gehen.
    Liebe Grüße

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