Nordalpenweg 01A: Auf zu den richtigen Bergen!

Das zu Ostern begonnene Projekt Nordalpenweg setzen wir im Mai und Juni fort. Die richtigen Berge lassen uns noch ein wenig warten, doch am Ende dieser drei Wandertage werden wir ihnen schon sehr nah sein.

Immerhin dürfen wir diesmal bereits vierstellige Höhenangaben erleben.

Tag 5: Scheiblingkirchen – Ödenkirchen

Los geht’s vom Bahnhof Scheiblingkirchen, erst müssen wir die Gleise der Aspangbahn über- und die Fahrbahn der Südautobahn unterqueren.  Die Markierungen schwächeln anfangs ein wenig (OK, das ist untertrieben) und wir müssen uns auf die Karte verlassen, die uns aber sicher durch die vielen Waldwege leitet.

Und am Waldrand bekommen wir dann auch offiziell bestätigt, dass unser Weg der richtige ist.

Auf der angrenzenden Wiese regen sich jedoch wieder leichte Zweifel, der Rasenmähtrupp der Nordalpenwegskommission hat sich hier wohl schon länger nicht mehr blicken lassen.

Nach der Wiese folgt ein kurzes Straßenstück, das Örtchen Thann – hier rechts außerhalb des Bildes gelegen – umgehen wir dann schon wieder zugunsten schöner Feldwege.

Nordalpenwegsrätsel: auf dem Strommasten befindet sich eine Markierung, die Wegfindung dorthin ist jedoch dem Wanderer überlassen. Quer durch das Getreidefeld gilt jedoch nicht!

Wie gut, dass wir nicht im Winter unterwegs sind, da hätte es im Rucksack eine Schneeschaufel auch noch gebraucht.

Der Namensursprung des Dorfes Hassbach dürfte den Emfpindungen vieler Weitwanderer geschuldet sein, welche von einer Seite hinabsteigen, nur um die verlorenen Höhenmeter auf der anderen Talseite wieder gutmachen müssen. Dies wird meist nicht mit allzuviel Liebe erwidert.

Im Aufstieg werden wird’s dann auch kurz einmal nass. Wie wir befürchtet haben, können es die grauen Wolken leider doch nicht lange genug z’sammderhalten.

So fragen wir bereits beim Gh. Fally in Ödenkirchen um eine Herberge an, die uns freundlicherweise gewährt wird. Der nächste Wirt wäre eine gute Stunde weiter in Rams gewesen. Wir scheinen es aber hier auch gut getroffen zu haben.

Tag 6: Ödenkirchen – Semmering

Nach Rams bringt uns am nächsten Morgen eine Höhenstraße, das Wetter ist zumindest etwas freundlicher geworden. Ja, heute bleiben wir trocken.

In Raach am Hochgebirge (mit den üblichen Bedeutungen von am, hoch und Gebirge nimmt man hier anscheinend nicht allzu genau) gibt’s die erste Pause bei Kaffee und Kakao.

Das Konzept der Post Partner dürfte es hier schon etwas länger geben. Und der Wirt hat auch eine sehenswerte kleine Greisslerei.

Das nächste Ziel ist der Sattel, in dem die Schanzkapelle steht. Der Weg dorthin zieht sich dann doch ein bissl…

…aber irgendwann sind wir dann dort…

…um die Schuhe für den nächsten Abstieg zu schnüren.

Am Ende unseres Abstieges treten wir aus dem Wald heraus und ein Aussichtturm bietet uns dieses Prachtpanorama auf eine laute, staubige Baustelle. Die ÖBB bohrt hier lange Löcher in den Berg, damit sich der Railjet bald nicht über den Semmering winden muss.

Gastfreundschaft wird hier hoch geschätzt! (Und nein, das Schild stammt nicht von der Bundesbahn und ist bei der Wegfindung tatsächlich hilfreich gewesen – wir wären sonst falsch abgebogen)

Der richtige Weg über den Göstritzbach mach dann doch einen deutlich freundlicheren Eindruck…

Die Zugfahrer bekommen hier erst 2026 einen Semmeringtunnel, die Wanderer haben schon einen!

Nach kurzem Aufstieg erreichen wir den Wallfahrtsort Maria Schutz. Dort kann man sich bei der Quelle hinter dem Altar Weihwasser zapfen. Oder aber viel bequemer in schmucken Plastikflaschen vorabgefüllt mitnehmen.

Nun muss nur mehr der Sonnwendstein umrundet werden, dies gelingt dem Nordalpenweg weitgehend auf hübschen Wanderwegen.

Dies ist in etwa der Punkt, wo der Nordalpenweg 01A das erste Mal die 1000-Meter-Marke knackt.

Blick auf den Ort Semmering mit seinen Hotelburgen aus vergangener Zeit

Der Ortsrand von Semmering sieht dann so aus:

Auf der Passhöhe endet dann unsere Etappe  und wir zweigen hinunter zum Bahnhof ab, wo wir gestern früh in den Railjet gestiegen sind, um zum Ausgangspunkt zu kommen.

Tag 7: Semmering – Preiner Gscheid

Einige Wochen später ‚erledigen‘ wir diesen Abschnitt als Tagestour, um uns in eine bessere Startposition für eine längere Wanderung in unserem Sommerurlaub zu bringen. Werner ist diesmal mit dabei!

Auf der Passhöhe geht’s also wieder los, den Semmering-Kontrollstempel haben wir letztes Mal schon beim Billa im Hintergrund geholt. Ab sofort wandern wir übrigen im Nordalpenweg-Bundesland Nummer 3, der Steiermark. Die Grenze zu Niederösterreich wird uns heute aber noch den ganzen Tag begleiten

Beim altehrwürdigen Hotel Panhans (dzt. kein Hotelbetrieb) beginnt der Aufstieg zum Pinkenkogel, in vielen Serptentinen schrauben wir uns höher.

Das Pinkenkogelhaus ist derzeit eine Baustelle und bietet aktuell weder Speis noch Trank noch Unterkunft. Also suchen wir uns einen Rastplatz in der Natur. Im Hintergrund bereits die Rax, soweit werden wir heute aber nicht mehr wandern…

Der Weg führt uns mal aufwärts, mal abwärts hinüber zur Kampalpe.

An unserem nächsten Pausenplatz hat uns der Förster netterweise die Aussicht etwas freigeschnitten, sonst müssten wir ohne Blick aufs Stuhleck jausnen.

Auf der Kampalpe – nicht wirklich ein Gipfel, aber ein Kreuz steht dort trotzdem – biegt der Weg nach Norden.

Beim Tattermannkreuz haben wir’s schon fast geschafft, die folgende, letzte Steigung wird uns kein Problem mehr bereiten.

Nur die dichter werdende Vegetation bremst uns ein wenig.

Ach, was red ich – irgenwer hat da den Notstop-Knopf gedrückt!

Immerhin zieht sich das Dickicht bald auf Knöchelhöhe zurück, hält uns nun aber aus anderen Gründen auf.

Bei der Enzianhütte am Preiner Gscheid ist Schluss für heute, laut Wanderbuch sollten wir noch 2 bis 3 Stunden aufs Karl-Ludwig-Haus aufsteigen. Wir gedulden uns aber bis zum Sommerurlaub, in dem einen längerer Abschnitt auf dem Nordalpenweg ‚drin‘ sein sollte. Rax, Schneealpe, Veitsch, wir kommen!



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