Voralpenweg 04: Türnitzer Alpen im Nebel

Das ist eine aussichtreiche Höhenwanderung, haben sie gesagt. Nur haben sie halt leider die Rechnung ohne den Wettergott gemacht, den die Wanderung vom Traisen- ins Erlauftal führt uns meist durch den Nebel.

Trotzdem lernen wir eine uns Steirern bis dato unbekannte Gegend kennen und schätzen. Wieder einmal überrascht der so unscheinbar wirkende Voralpenweg positiv.

Tag 3 (Fortsetzung): Wilhelmsburg – Kaiserkogelhütte

Von Tag drei am Voralpenweg bin ich noch das Finale schuldig: Nach unserer Ankunft in Wilhelmsburg halten wir uns dort nicht lange auf sondern nehmen gleich den Aufstieg zur Kaiserkogelhütte in Angriff. Bei Tageslicht wird sich das nicht ausgehen, doch der Weg ist mir von einer winterlichen Tour am Mariazellerweg noch gut in Erinnerung.

Steil hinauf müssen wir in die Nähe des Grassbergs, dann in einem weiten Bogen zur Meiselhöhe, von wo der Endspurt zur Hütte beginnt. Etwa zwei Stunden sind wir – nach einem eh schon langen Tag – noch unterwegs.

Und wie erwartet erreichen wir die Hütte bereits im Dunklen. Die anderen Tagesgäste haben sich bereits längst ins Tal verflüchtigt, Hüttenwirtin Bärbel kann sich also exklusiv um uns kümmern.

Tag 4: Kaiserkogelhütte – Plankenstein

Viel mehr als gestern Abend bekommen wir von der Hütte bei Tageslicht auch nicht zu sehen. Nach dem gestrigen trüben Tag hat sich heute der Nebel endgültig im Alpenvorland festgesetzt, Sichtweiten von weniger als 50 Meter sind die Regel.

Wo ist hier der Weg?
Immerhin wird alles genau erklärt!

Im Tal der Pielach angekommen durchqueren wir den Ort Rabenstein, in einem warmen Bankfoyer reserviere ich telefonisch das Quartier für heute Nacht. Werner erzähle ich nur von einer „besonderen Unterkunft“, über die genauen Details lasse ich ihn vorerst im Unklaren.

Nun geht’s hinauf zur Mühlbergkapelle. Wir folgen zwar dem in der Karte eingezeichneten Markierung doch knapp vor der Kapelle, kommt diese dann von rechts daher. Wie auch immer das funktioniert, auf der Karte kann ich diesbezüglich keinen sinnvollen Weg erkennen. (Monate später weiß ich: Die Karte ist falsch, der richtige Aufstieg hätte beim Bahnhof begonnen, dazu hätten wir uns nach der Pielachbrücke für ein paar Minuten rechts halten müssen.)

Hier beginnt nun jedenfalls eine lange, wunderschöne, aussichtsreiche Wanderung einem Höhenrücken entlang. Ja, wäre da nicht…

Abwechslungsreich ist der Weg zum Grüntalkogel jedenfalls, manchmal vielleicht gut, dass man nicht jede kleine Steigung von weitem sieht. Ich lasse mal die Bilder sprechen…

Die Markierung des 04ers lässt auf diesem Abschnitt ziemlich aus (von einem Folgebesuch weiß ich, dass diesbezüglich zwischenzeitlich bereits nachgebessert wurde), man kann aber nicht viel falsch machen, wenn man der Nummer 652 des Großen Pielachtaler Rundwanderwegs folgt.

Im Anstieg auf den Grüntalkogel schaffen wir es tatsächlich einmal über den Nebel hinaus. Und da hinten, da ganz hinten ist tatsächlich ein Stück blauer Himmel zu sehen.

Wir hätten den Grüntalkogel auch umgehen können, doch oben wartet eine Hütte auf uns. Vor dem Aufstieg warnt ein Schild, dass die Hütte jährlich bis zum 26. Oktober geöffnet hat. Doch nur der größte Pessimist wird annehmen, dass, wenn der besagte 26. auf einen Freitag fällt, der Hüttenwirt auf das Wochenendgeschäft verzichten wird.

Nun, wir sind nicht die einzigen, die am 27. Oktober mit traurigen Gesichtern vor einer verschlossenen Hütte stehen.

Immerhin: Getränke gibt’s im Brunnen, somit ist alles gut.

Nach kurzer Pause verabschieden wir uns von der Hütte und folgen dem „Texingtaler Höhenweg“. Über dessen Namen wir erst schmunzeln, dann aber doch erkennen, dass wir da eine knackige Steigung auf der Karte übersehen haben. Diese fällt uns durchaus schwer, sind wir in Gedanken doch schon beim Abendessen.

Dieses erreichen wir auf der Straße, wo ein Schild vor abseilenden Kletterern warnt.

Für ein Foto reicht das Tageslicht wieder einmal nicht mehr, doch als ich beiläufig zu Werner Jö schau, da steht eine Burg! schwant auch ihm, was es mit der „besonderen Unterkunft“ auf sich hat. In der Burg Plankenstein habe ich bereits am Nord-Süd-Weitwanderweg übernachtet, sehr gut hat es mir damals gefallen (und die Preise liegen durchaus weit unter dem, was man sie bei einem solchen Ambiente erwarten würde).

Tag 5: Plankenstein – Scheibbs

Heute haben wir für die ersten Stunden Begleitung durch einen Bekannten, den Nord-Süd-Weitwanderweg 05. Wir lassen die Burg unter uns und steigen vorbei an Kirche und Friedhof durch den Wald zu einer Straße, die uns auf der Höhe in die Nähe des Statzbergs bringt.

Der Nebel liegt heute etwas tiefer als gestern, manchmal können wir wir knapp oberhalb der Nebelgrenze wandern.

In den Hängen des Statzbergs wandern wir hinauf nach Schindelegg.

In der Flanke des Statzbergs.
Vorsicht, reißender Strom!

Dort haben wir einen schönen Blick auf den Ötscher.

Beim Rainstein

Beim Rainstein biegt der NSWW 05 nach links ab und wendet sich St. Anton an der Jesnitz und dem Hochbärneck zu. Wir gehen halbrechts und kommen in die Nähe der Urlingerwarte am Blassenstein. Diese liegt eine Viertelstunde abseits unserer Route. Werner, beschließt hier zu warten, während ich den Hügel samt Warte erklimme.

Bitte kratzen Sie ab!

Der Blick von oben auf die Welt ist heute ein ganz besonderer…

In der anderen Richtung, da liegt Scheibbs. Auch davon ist von heroben nichts zu sehen.

Nur mehr ein kurzer Abstieg trennt uns vom Ende der fünf Wandertage. In Scheibbs haben wir noch Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges, welche wir für ein Mittagessen nutzen.

Die Fortsetzung der Tour folgt im Frühjahr, diese wird mich über Gresten und Waidhofen/Ybbs nach Ternberg an der Enns führen.



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