Voralpenweg 04: Fuschl – Bad Reichenhall

Der letzte Ausflug auf den Voralpenweg, bevor dieser sich ins bayrische verabschiedet, steht an. Gegen dreiviertel zwölf rolle ich am Salzburger Hauptbahnhof ein, die 31 Minuten Umsteigezeit in den Bus nach Fuschl war eigentlich für Erwerb und Verzehr eines verspäteten Frühstücks vorgesehen. Zumindest bis ich entdeckt habe, dass der Bus eh in einem 30 Minuten-Takt verkehrt. Da müsste doch eigentlich…

Ein sogenannter Turnschuhanschluss: Von Bahnsteig 7 bis auf den Vorplatz (wo fährt denn dieser Bus eigentlich weg?) in unter 60 Sekunden, das müsste eigentlich für die Olympia-Qualifikation reichen. Aber gut, eine halbe Stunde zusätzliches Wanderzeitbudget ist bei der heutigen Strecke auch kein Nachteil.

Tag 18: Fuschl am See – Ebenau

Nach einer guten halben Stunde Fahrt blicke ich in Brunn bei Fuschl meinem Bus hinterher, bevor ich den Aufstieg zum Filblingsee in Angriff nehme – rund 500 steile Höhenmeter zum Aufwärmen. Den See werde ich übrigens verpassen, denn er liegt etwas abseits des Weges, was ich erst bemerke, als ich im Sattel oberhalb stehe.

Der See wäre links unten gewesen.

Die Pflege der Wege ist hier vorbildhaft, gerade wird dieser mit der Motorsense frisch ausgeschnitten, damit ich problemlos hinunter zur Sattelalm und weiter nach Faistenau wandern kann.

Extra für mich wird der Weg gemäht
Das Gras IST grüner auf der anderen Seite des Zaunes…

Beim Faistenauer Supermarkt stocke ich meine Vorräte auf und da ich zufällig beim Tourismusbüro vorbeikomme, versuche ich dort auch gleich die Übernachtungsfrage zu lösen (bzw. lösen zu lassen). Leider kann man mir nichts vermitteln und im Quartier, das ich eigentlich im Auge habe, geht niemand ans Telefon. Aber noch ist ja Zeit.

Weiter wandere ich zur Strubklamm, auf dem Metzgersteig wird hoch über dieser gewandert, immer wieder bieten sich schöne Tiefblicke in die Schlucht. Definitiv das Highlight des heutigen Tages.

Blick in die Strubklamm

Vorbei an den Gehöften Roßbach und Heiligenstein geht es Ebenau entgegen. Dort wollte ich eigentlich in einer Bäckerei mit angeschlossener Pension übernachten, aber ich habe dort immer noch niemanden ans Telefon bekommen.

Präzise Wegbeschreibung

Ich nähere mich nun langsam Ebenau und habe immer noch kein Zimmer. Ich befürchte bereits, zum Schlafen mit dem Bus nach Salzburg auspendelnd zu müssen, da steht plötzlich ein – im Wanderführer unerwähntes – Hotel am Wegesrand.

Auf die Frage ob noch ein Zimmer frei wäre, druckt man ein wenig herum, ja, aber das wäre sehr klein, ein Notquartier eher, das gäbe man nicht so gerne her. Für mich passt’s aber genau – es ist ohnehin ein nettes, kleines Zimmer unterm Dach, da gibt es nichts zu meckern. Einen Grillteller findet man außerdem auf der Speisekarte und Frühstück gibt’s ab halb sieben. Was will der Weitwanderer mehr?

Ausblick aus meinem Dachzimmer, am Waldrand gegenüber geht’s morgen weiter.

Tag 19: Ebenau – Salzburg

Um halb acht bin ich schon am Waldrand, den ich von meinem „Notquartier“ bewundern konnte, unterwegs und im Ort Ebenau finde ich dann auch heraus, warum in meinem Wunschquartier niemand an den Apparat ging. URLAUB steht da in großen Buchstaben an der Eingangstür. Na gut, sei ihnen vergönnt. Nächstes Mal schreibt es vor Abreise bitte auch auf die Homepage!

Besagter Waldrand am frühen Morgen.
Und schon wieder aus Ebenau draußen!

Für mich steht jetzt der Aufstieg auf den Gaisberg am Programm. Anfangs gemütlich talein, wird dieser schließlich immer steiler, bis ich schließlich am 1287 m hohen Gipfel stehe. Bis auf die Wiese, auf der mich die Bremsen überfallen habe, gibt es wenig Nennenswertes zu berichten.

Der Gipfel ist bereits zu sehen.
Die Gaisbergstraße wird kurz berührt
Oben!

Oben ist die Aussicht aber phantastisch, erst eine Pause in der Wiese, dann in einer der beiden Einkehrmöglichkeiten. Ich erwische übrigens die falsche, denn der Stempel befindet sich in der „anderen“ Gaststätte. Aber die freundliche Wirtin geht mal „schnell rüber“ während ich fein im Gastgarten sitzen bleiben kann.

Wie auf der Alm
Weitwanderstein zu Ehren des Voralpenwegs 04 und des Rupertiwegs 10
Blick auf Salzburg & den Kapuzinerberg
Abstieg zur Zistelalm
Hinab nach Salzburg

ja, links der Leitplanke ist der „Wanderweg“
Gleich wird’s aber wieder netter!
Kapuzinerberg voraus.
Und das mitten in der Stadt!
Der Getränkeautomat hat mich angelockt, die Preise aber gleich wieder verscheucht!
Salzburg downtown
Gut markiert, auch mitten in der Stadt
Blick zurück zum Gaisberg

Irgendwann muss ich aber wieder runter, die Zistelalm ist das nächste Ziel, dann geht es auf der Trasse der ehemaligen Zahnradbahn talwärts. Als ich auf die Gaisberg-Höhenstraße treffe, überquere ich diese nicht, sondern folge ihr vorerst auf gleicher Höhe bleibend. Über teils schöne Wanderwege komme ich zur Gersbergalm (wie die Zistelalm ein Hotel), wo dann der finale Abstieg nach Salzburg beginnt. Über zahlreiche Stufen erreiche ich den Stadtteil Gnigl.

Ein kurzes Stück muss ich durch die Stadt, heiß ist es geworden in der Zwischenzeit. Nun führt die Markierung auf den Kapuzinerberg, der wider Erwarten ganz schön anstrengend wird. Langsam sollte ich mir Gedanken über eine Nächtigungsmöglichkeit machen, jene die ich im Auge habe liegen am anderen Stadtrand.

Angesichts der Hitze beschleicht mich aber ein I mog nimmer-Gefühl und so quere ich noch die Salzach und mache dann kehrt und gehe zum Bahnhof. Die letzte Tagesetappe nach Bad Reichenhall ist ohnehin mehr oder weniger eine Fleißaufgabe und der Anbindung des 04er an den Maximilianweg geschuldet. Das lässt sich auch ein andermal machen.

Tag 20: Salzburg – Bad Reichenhall

Ein andermal – das ist dann schon zwei Tage später. Dank guter Bahnverbindung geht sich das als Tagestour von Graz gut aus und so stehe ich vormittags wieder am Salzachufer. Mozartplatz, Residenzplatz, Domplatz – nach ein wenig Sightseeing quere ich den Mönchsberg und passiere den Leopoldskroner Weiher.

An der Salzach war ich bereits – gerade mal vorgestern
Auch hier war ich bereits – vor einigen Jahren. über die Brücke verläuft der Rupertiweg
Hohensalzburg
Da war wohl jemandem langweilig…
Am Glanbach

Nun ist Südwesten eine Zeit lang die Richtung der Wahl, nur einmal macht der Weg einen Schlenker, um dem Flughafen auszuweichen.

In Fürstenbrunn gibt’s beim Gh. Esterer ein stärkendes Schmalzbrot. Irrigerweise war ich der Meinung, dass es nun eh nicht mehr weit ist, doch da habe ich mich etwas getäuscht und lasse mir etwas zu viel Zeit. Der Weg wurde mancherorts von der Straße in den Wald verlegt. Eh gut, aber das dauert dann halt länger.

Der Untersberg – da muss ich heute zum Glück nicht mehr rauf.
Preisfrage: bin ich hier richtig?

Schließlich erreiche ich Großgmain und am Ortsende auch die österreichisch-bayrische Grenze. Rückblickend folgen nun die einzigen zwei Stunden, die ich 2020 im Ausland verbracht habe…

Tadaaa!

Weit ist es nicht mehr, ein paar nette, unspektakuläre Fußwege. Eine halbe Stunde später in Bad Reichenhall angekommen, gibt es nur mehr zwei Dinge zu tun: den letzten Stempel holen und zum Bahnhof gehen. Ersteres gelingt mir in der Kirche da zweiterer gleich ums Eck zu liegen scheint, da kann ich’s mir ja im Schatten bequem machen.

Auf dem Weg nach Bad Reichenhall

Zumindest bis ich fast in der letzten Minute draufkomme, dass ich an der falschen Haltestelle warte (Reichenhall-Kirchberg is NOT the one!). Was mich nochmal einen Sprint einbringt, quer durch einen Ort, der plötzlich viel größer ist als er zuerst schien.

Heimwärts geht’s!

Damit wäre der achte der zehn Weitwanderwege in meinem Tourenbuch, die Verlängerung über den Maximiliansweg hole ich mir später einmal…



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