Tag 5: Fast obdachlos… #ansmeer

Und wieder setzen wir unsere Wanderung fort, zwei Wandertage sollen uns an die slowenische Grenze bringen, bzw. idealerweise gleich weiter ins Drautal.

Vom Bahnhof Hollenegg müssen wir wieder zurück hinauf zum Schloss, dort wenden wir uns nach Süden, um bei Rettenbach die Bundesstraße zu queren.

Wenig später müssen wir das erste Mal über den Weiterweg verhandeln. Ein durch einen Hof führerder Weg ist mit unmißverständlichen Verbotstafeln gekennzeichnet.

Auf die Frage, ob man (wir) da durchgehen könne, wird erst nur mit finsteren Blicken und geschüttelten Köpfen reagiert. Aber beim Reden kommen die Leut‘ zsamm und spätestens unser Vorhaben „Wir gehen ans Meer!“ bricht das Eis und wir werden mit den besten Wünschen für unseren Weiterweg durchgewunken.

Der nun erlaubte Weg bringt uns zur Brücke über den Stullneggbach, über deren Dimensionen mitten im Nirgendwo wir uns doch etwas wundern.

Durch die Felder geht es dann hinein nach Schwanberg (beschildert als „Bahnhofsweg 36“).

Angesichts der hohen Temperaturen entscheiden wir uns für eine schnelle Einkehr, beim örtlichen Supermarkt holen wir uns Getränkenachschub und Eis.

Durch eine Obstbaumallee wandern wir schließlich hinauf in Richtung Schloss Limberg, der steinerne Herr ist (wenn ich mich richtig erinnere) der Hl. Nepomuk.

Nach dem Schloss sind noch einmal kurz Höhenmeter zu machen, dann geht es weitgehen eben hinüber zum Gasthaus Hochmasser.

Beim Gasthaus kehren wir auf ein Getränk ein, die Wirtin erkennt uns sofort als Weitwanderer und erzählt von alten Zeiten (d.h. den 70ern), wo jeden Tag zumindest ein Mariazellpilger hier vorbei gekommen ist. Heute passiert das nur mehr vereinzelt. Der Gasthausbetrieb läuft nur mehr nebenbei, aber zu trinken gibt’s für müde (Weit-)Wanderer natürlich immer was.

Nun ist auch ein guter Zeitpunkt, uns um unser Quartier in Eibiswald zu kümmern. Unterkünfte gibt es ja genug, doch wir erhalten eine Absage nach der anderen. Ohje: ein Weinfest findet am Wochenende statt, die gesamte Weststeiermark kann als ausgebucht betrachtet werden.

Nun ist guter Rat teuer? Weitergehen? Heimfahren und zuhause schlafen? Für letzteres müssten wir uns sputen, der letzte Bus nach Hause wird knapp. Und morgen fährt gar keiner, der uns zurück nach Eibiswald bringen könnte…

Wir vertagen die Entscheidung und gehen einfach mal weiter…

Aus der Patsche hilft uns schließlich Weitwanderfreund Karl, der uns – „Ich ruf euch in ein paar Minuten zurück“ – tatsächlich ein Quartier auftreibt. Und sogar anbietet, uns persönlich zum hoch über Eibiswald gelegenen Buschenschank zu chauffieren.

Nun können wir also entspannt weiterwandern, nach Eibiswald ist es eh nimmer weit…

In Eibiswald angekommen, beenden wir unsere On-Off-Beziehung mit dem Mariazellerweg endgültig. Wir stehen vor dem ersten Wegweiser des Europäischen Fernwaderwegs E6, dem wir nun ans Meer folgen.

Prompt steht auch auch schon Karl mit seinem Taxi bereit, und wenig später sitzen wir gemeinsam vor einer guten Buschenschankjause.



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