Tag 16: Unendliche Weiten & ein Seebär #ansmeer

Ausgezeichnet geschlafen haben wir in unserer kleinen Holzhütte. Da wir heute noch nicht wissen, wie weit wir gehen werden, brechen wir wieder früh auf. Um ¾7 gehen wir zurück zum E6 und beginnen den Aufstieg nach Predgozd, den wir gestern gecancelt haben.

Eine steile Schotterstraße bringt uns hinauf zu einer Straßenkreuzung, dort müssen wir gerade drüber und auf Waldwegen meistern wir den letzten Aufstieg.

Wir kommen zu einer „Dreieckskreuzung“ und ich weiß zwar, dass wir hier aufpassen müssen und nicht blind jeder rot-gelben Markierung folgen. Denn hier trifft sich der E6 mit dem zweiten Europäischen Fernwanderweg, der quer durch Slowenien führt. Und der E7 ist ebenfalls mit rot-gelben Kringeln markiert (und die zweite E6-Variante kommt hier auch wieder „zurück“).

Und prompt erwischen wir den falschen Weg. Zwar nicht, was den Weiterweg betrifft (das würde schon passen), aber wir wollen uns die Weitwanderer-Hütte anschauen, die uns gestern entgangen ist. Nach ein paar 100 Metern bemerken wir aber den Fehler und machen kehrt.

Wir kommen zur Hütte und der Schlüssel steckt in der Tür, also lassen wir uns selbst hinein. Ja, das wäre auch eine angenehme Unterkunft gewesen, es sieht sogar so aus, als hätte heute jemand hier übernachtet (oder das eine Bett wurde bereits ewig nicht mehr gemacht). Wir stempeln unseren Wanderpass und schreiben uns in das Hüttenbuch ein. Dann machen wir uns gleich auf zur nächsten Weitwander-Attraktion

100 Meter weiter gibt es ein Denkmal, welches am „Treffpunkt“ der Wege E6 und E7 aufgestellt wurde. Dort spricht uns gleich ein Herr an (er wohnt im Haus daneben und stellt sich als Janko Gostej vor) und nachdem er merkt, dass er mit Deutsch auf mehr Verständnis stößt, kommt sofort die Frage Kaffee trinken? Wir nehmen gerne an und halten hier gleich unsere Frühstückpause.

Die obligate Frage, ob wir auch Šnops wollen, stellt er gleich gar nicht – den bringt er ungefragt als Aperitif. Was für ein Start in den Tag…

Aus der Karte wissen wir, dass uns heute anfangs Recht viel Straßenwanderei erwartet. Diesmal ist es aber erstaunlich angenehm, weil sich die Höhenunterschiede in Grenzen halten. Nur kurz nach der Trennung vom E7 kürzt unser Weg durch einen Graben ab, aber auf meist wenig begangenen Waldwegen.

Bei Lužarij (nicht verwandt mit dem gleich klingenden Wallfahrtsort in Italien) gehen wir hinauf zu einer Kirche auf einem Hügel – in der Hoffnung, dort oben einen schönen, aussichtsreichen Pausenplatz vorzufinden (der Plan geht auf).

Einen Stempel später (diesen gibt es in Selbstbedienung in einer Kassette an einem alten Häuschen) verlassen wir die Straßen und wandern fortan durch ein Wald-/Wiesen-/Sumpfgebiet. Die scheinbar unendliche Weiten dieser Hochebene sind schon wieder so ein landschaftliches E6-Highlight auf, mit dem wir so nicht gerechnet haben.

Wir erreichen den See von Bloke (Bloško jezero) und da es wieder Zeit für eine Pause ist, holen wir uns kühle Getränke vom Seebüffet. Wir überlegen, ob wir heute in Nova Vas (ca. 30 Minuten von hier) oder in Stari Trg pro Ložu (noch gut 3:15 Std.) übernachten wollen.

Nachdem wir uns entschließen, den Tag kurz zu halten (es waren ja eh schon 16 Kilometer) fragen wir gleich beim hiesigen Glamping-Platz an, ob man etwas für zwei Weitwanderer hat – und bekommen wieder so ein kleines Hütterl wie gestern (etwas kleiner, dafür etwas teurer – das Frühstück macht’s aber wieder wett).

Einen Hinweis auf die örtliche Fauna geben übrigens die vielen geschnitzten Holzbären, die hier überall herumstehen. Sogar Wasserski betreiben sie hier.

Den Rest des Tages verbringen wir relaxend am und um den (aber nicht im) See. Morgen können wir ausschlafen, da wir nur bis Stari Trg gehen werden (die nächste Möglichkeit zu übernachten wäre zu weit weg).



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