Nordwaldkammweg: Haslach – Braunberghütte (Tage 4 bis 6)

Bisher waren wir am Nordwaldkammweg (NWKW) eher gemütlich unterwegs. Den kurzen Anreisetag eingerechnet haben wir bereits vier Wandertage hinter uns, und trotzdem erst zwei der offiziellen Etappen abgeschlossen. Das wird sich heute – notgedrungen – ändern.

Tag 4: Haslach – Bad Leonfelden

Eigentlich wäre die Waldschenke unter dem Sternstein unser Ziel gewesen, doch die Wirtin hat unser Zimmer nach erfolgreicher Internetbuchung telefonisch wieder storniert – EDV-Probleme, wie sie sagt.

Gut, stellen wir uns also auf einen längeren Tag ein. Das tun wir am besten im Unimarkt, wo wir unseren Proviant aufstocken.

Dann verlassen wir Haslach Richtung Nordosten, bald haben wir wieder die schönen Wanderwege unter den Sohlen. Steilere Passagen gibt’s nur kurz, eher gemütlich schrauben wir uns 350 Höhenmeter hinauf in den Weiler Innenschlag.

Von dort geht es dann gemütlich zur Helfenberger Hütte. Bei der Selbstversorgerhütte halten wir Rast und laben uns an der Brunnenbar.

Diese Empfehlung stammt noch aus der Zeit des Eisernen Vorhangs.
Die Helfenberger Hütte
Prost!

Der Rest der Tagesetappe folgt nun auf mir bereits bekannten Wegen, eine Variante des Salzsteigwegs 09A verläuft hier, 2018 war ich hier in der Gegenrichtung unterwegs.

Bis Guglwald wandern wir wieder abwechslungsreich und steigungsarm durch Wälder und Wiesen.

Knapp vor Guglwald ändert sich aber der Wegcharakter, in den Ort (es ist eigentlich nicht viel mehr als ein Luxushotel plus ein paar Häuser) geht’s schon auf der Straße und danach ist eine lange Forststraßenpartie angesagt.

Ein Stück Eiserner Vorhang
Forststraßenpartie
Bad Leonfelden voraus

Vor Bad Leonfelden führt die NWKW-Markierung noch auf den Sternstein hinauf, doch angesichts des langen Tages nehmen wir die Diretissima zur Waldschenke (wo wir angesichts der Umstände aber auf eine Einkehr verzichten).

Eine gute Stunde haben wir noch vor uns, bis wir in Bad Leonfelden ankommen und mitten am Hauptplatz unser Zimmer beziehen. Für heute hat’s echt gereicht, morgen werden wir für die bereits absolvierten Extrakilometer dann doch dankbar sein.

Tag 5: Bad Leonfelden – Freistadt

Auch heute steht wieder eine „Standardetappe“ auf dem Programm, denn zwischen Bad Leonfelden und Freistadt gibt es keine Nächtigungsmöglichkeit.

Rückblick auf Bad Leonfelden

Nachdem wir Bad Leonfelden verlassen haben, sind wir wieder auf den gewohnten Waldwegen unterwegs. Fast schnurgerade durchqueren wir den Wald „Bannholz“, danach geht’s dafür auf der Straße nach Schenkenfelden.

Weiter geht’s zum Kalvarienberg und hinauf zum Hirtstein. Dieser liegt nicht direkt am Weg, aber die paar Minuten für den Abstecher zahlen sich aus – schöner Pausenplatz, und ein wenig herumkraxeln kann man auch.

Der Weg nach Guttenbrunn führt durch Wiesen und Felder und im Ort angekommen, fragen wir uns, wo das angekündigte Gasthaus ist. Denn von hinten macht das Gebäude absolut nichts her, aber auf der anderen Seite erwartet uns ein netter Gastgarten. Wir bestellen schnell, denn der Sonntag-Mittag-Ansturm steht kurz bevor.

Mahlzeit!

Wieder aufwärts führt uns der Weg nach Harruck und Waldburg und im nächsten Graben queren wir die Summerauer Bahn sowie die Trasse der alten Pferdeeisenbahn nach Budweis.

Wir verlassen Guttenbrunn

Hier fuhr einmal die Pferdeeisenbahn drüber

Vom Tagesziel trennt uns nun nur mehr der Aufstieg nach St. Oswald, der nochmal einiges von uns abverlangt. Auch wenn der Weg schön angelegt ist, die Höhenmeter hätten wir heute nicht mehr gebraucht.

Wir übernachten heute im Wohnzimmer von Weitwanderfreund Gerd, den man zurecht als Mr. Nordwaldkammweg bezeichnen darf, er ist seitens des Alpenvereins für alle Belange rund um den Weg zuständig.

Und er kennt die Bedürfnisse von müden Weitwanderern, unter anderem fährt er mit uns zum nächsten Badesee – herrlich! Und die morgige Unterkunft organisiert er uns auch gleich – ein wahrer Trail Angel!

Tag 6: Freistadt – Braunberghütte

Unser Ziel ist nämlich die Braunberghütte und die hat montags eigentlich Ruhetag. Eigentlich, denn Gerd sorgt dafür, dass der Hüttenwirt auf uns wartet und uns den Schlüssel gibt, bevor er ins Tal fährt. Somit sollten wir uns beeilen und mehr als eine kurze Hauptplatzüberquerung ist in Freistadt besichtigungsmäßig demnach nicht drin.

Von Freistadt müssen wir erst eine (steile) Straße benützen, bevor wir von dieser abzweigen und zum Forsthaus Heiligensteiner aufsteigen. Dort machen wir eine kurze Frühstücksrast, bis uns ein paar Regentropfen vertreiben. Über Forst- und Feldwege gelangen wir nach St. Oswald, wo wir im Unimarkt das Abendessen besorgen.

Der Aufstieg auf den Braunberg ist mit 300 Höhenmetern nur mehr Formsache und knapp vor 12 Uhr stehen wir vor der Hütte. Hüttenwirt Martin weist uns kurz ein, dann haben wir die Hütte für uns allein – bis auf die vielköpfige Schülergruppe, die am Nachmittag (angekündigterweise) vorbeischaut und den Selbstbedienungskühlschrank im Gastgarten leert.

Alles unseres – zumindest für diese Nacht!

Fortsetzung…



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