Tag 8: Vorsicht, Gastfreundschaft! #ansmeer

Da die Frühstückszeit von 8 Uhr auf der Partizanska absolut nicht verhandelbar ist, bestellen wir das Frühstück ab und lassen uns dafür ein Jausenpaket vorbereiten. Das klappt bestens, es gibt Sandwiches, Bananen und dazu ein Coca-Cola und zwei Lutscher. Die slowenischen Frühstückbräuche sind uns zugegebenermaßen noch etwas fremd…

Bevor wir losstarten, wartet aber noch ein weiteres Hindernis – wir kommen nicht aus der Hütte raus! Die „Hintertür“, die man uns gestern gezeigt hat, ist versperrt und der Zimmerschlüssel will partout nicht ins Schloss passen. Der Vorderausgang ist sowieso zu. Personal ist natürlich keines da.

Letztlich finden wir durch das Getränkelager hinaus, da steckt jedenfalls Schlüssel, auch wenn eine Tür auf dem Weg dorthin mit der Aufschrift „Privat“ gesichert ist. Somit sind wir knapp nach 7 Uhr auf der Piste.

Die ersten zwei Kilometer wandern wir auf der Zufahrtsstraße talwärts, bevor der Weg in den Wald abzweigt. Zu übersehen ist der Weg nicht, die Slowenen sind richtige Markierungskünstler.

Mit der lokalen Bevölkerung schließen wir auch bald Freundschaft…

Der Weg hinunter nach Turiška vas ist gut zu gehen, kaum wirkliche Steilpassagen, wie wir sie vom gestrigen Aufstieg kennen. Wir hoffen auf eine Einkaufsmöglichkeit, doch wir durchschreiten den Ort, ohne ein Geschäft zu sehen (Nachtrag: es gibt eines, das liegt aber etwas versteckt).

Aber es kommt ohnehin besser: nachdem wir den hieigen Flugplatz (!) passiert haben, kommen wir zu einem Markt, der hier jeden Samstag vormittag stattfindet. Äpfel und Trauben werden erstanden.

Wir kommen zu einem großen Firmengelände und dann hat der Asphalt auch wieder ein Ende und ein Weg durch schönen, kühlen Wald beginnt. An dessen Ende machen wir bei einem verlassenen Häuschen Rast und naschen unser Obst.

Wir passieren einen Bauernhof (samt toter Kuh neben dem Stall!) und kommen nach Vodriž, hier gibt es etwas abseits ein Gasthaus und obwohl wir außerhalb der Geschäftszeiten vor der Türe stehen, bittet uns der junge Wirt in den Gastgarten, serviert Getränke und sogar Suppe und füllt unsere Trinkflaschen auf. Danke!

Durften wir bisher bergab oder eben wandern, beginnt eine halbe Stunde nach unserer Pause der Aufstieg zur Grad Vodriz (Burg Wiederdries, die deutsche Schreibweise variiert) und der ist wirklich steil – sogar eine kleine Leiter wurde in den Weg eingebaut.

Aber es ist nicht nur der steile Weg, der uns ausbremst…

Wir besichtigen kurz die Burg von außen, dann ist längeres Forststraßenwandern angesagt, bis uns eine über den Weg gespannte Kette stoppt. „Vorsicht! Privat-irgendwas“ lässt sich das daran befestigte Schild übersetzen, die Markierung geht aber hinter der Kette munter weiter…

Was tun? Wir „probieren“ es einfach (was auch sonst?) und die Markierung zweigt auch wenig später von der Straße in den Wald ab. Bald kommen wir zu einem Häuschen im Wald, ein Herr erblickt uns und da wir uns nicht sicher sind, ob es hier immer noch „privat“ ist, grüßen wir besonders freundlich.

Wir stellen schnell fest, keine gemeinsame Sprache zu sprechen, doch seine Frage Šnops? (mit eindeutiger Handbewegung) ist dann doch unmissverständlich. Wir lehnen höflich ab, mit der Nachfrage Pivo? hat er dann mehr Erfolg, man will ja nicht unhöflich sein. Und so ist schon die nächste Pause fällig…

Nun warten noch ein paar Kilometer Straßenwanderung auf uns. Leider auf Asphalt, aber immer mit schöner Aussicht (später lernen wir, dass der Ort mit dem schmucken Kraftwerk im Tal Velenje ist).

Ein Wegweiser lockt uns schließlich von der Straße weg, der Weg gehört zwar nicht zum E6, entpuppt sich aber als wunderbare (Alternativ-)Route abseits des Asphalts – einige Zusatzhöhenmeter müssen wir dafür in Kauf nehmen…

Während einer weiteren Rast sehen wir die E6-Wanderin von gestern, die uns auf der Straße unter uns überholt. Na, hoffentlich schnappt sie uns im Gasthof in Zgornji Razbor nicht das letzte Zimmer weg…

Diese Sorge ist aber ohnehin unbegründet, denn das letzte Zimmer ist längst vergeben (und es gibt deren auch nur zwei). Nach kurzer Wartezeit (derweil kann ich im alten E6-Begeher-Buch schmökern und finde einige bekannte Namen) führt uns der Bruder der Wirtin nach Sleme, wo wir im Andrejev dom ein Zimmer bekommen und gut bewirtet werden.

Nun, DIESE Lücke im Weg werden wir wohl nicht so schnell schließen können, zumindest nicht in diesem Wanderurlaub. Aber die Umstände sind halt so wie sie sind… (aber immerhin: wir haben die gesamte fehlende Wanderstrecke mit dem Auto besichtigt – und viel verpasst haben wir da nicht)



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Ein Kommentar

  1. Wunderschöne, vertraute Bllder 😍
    Mit dem Herzen wandere ich miit euch 💚❤

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