Weg der Ringe: Der GU-Süd-Rundwanderweg

Auf das Kürzel GSR wird man öfter stoßen, wenn man durch die Wälder südlich von Graz streift. Dabei handelt es sich um eine abgekürzte Abkürzung und zwar steht GSR für GU-SÜD-Rundwanderweg, wobei GU wiederum Graz-Umgebung bedeutet.

Die GU-SÜD ist ein loser Zusammenschluss von acht Gemeinden im Grazer Süden, die im Rahmen ihrer Zusammenarbeit (u.a.) das GSR-Wanderwegnetzwerk hervorgebracht haben.

Nach den Gemeinde­fusionen in der Steier­mark sind noch sechs Gemeinden übrig geblieben. Der GSR führt durch alle sechs und besteht dabei aus vier Ringen. Die einzelnen Ringe wurden nach den Himmels­richtungen benannt und sind, wie aus der Karte schnell ersichtlich, allesamt nicht besonders rund.

Obwohl das Jahr 2017 bereits 32 Stunden auf dem Buckel hat, soll einer der vier Ringe mein Neujahrsspaziergang werden. Die Wahl auf den Südring des GSR fällt allerdings eher willkürlich.

Also will ich mir die Informationen zu dem Rundwanderwegs-Quartett von der GU-SÜD-Homepage holen. Doch mit diesem Vorhaben komme ich genau um einen Tag zu spät, steht dort doch glatt:

Diese Seite wird ab 1.1.2017 vom Netz genommen.

Also muss ich wohl ohne offzielle Informationen losziehen.

Zum Auftakt: Der Südring

Die Kirche von Fernitz am Horizont

Hausmannstätten ist von Graz mit vielen Buslinien erreichbar, auch mit dem Auto geht’s recht flott. Ich starte bei der Kirche, der Ostring führt direkt dort vorbei. Diesem muss ich nur wenige 100 m folgen, um auf einen Wegweiser des Südrings zu treffen.

Innovativ: Die Kohlsprossen wachsen hier bereits im tiefgefrorenen Zustand

Hausmannstätten ist schnell nach Süden verlassen, die Wohnstraßen gehen bei der Ortstafel in einen Fuß-/Radweg über und dieser verläuft erst rechts, dann links des Ferbersbachs.

Kalt ist’s…

Fernitz ließe sich durch einen kurzen Abstecher erreichen, etwa um im Sommer beim bekannten Eisstand eine gefrorene Schleckerei zu erwerben. Bei den eisigen Temperaturen heute hält sich das Verlangen danach in Grenzen, daher bleibe ich der Markierung treu bis ich auf einen querenden Feldweg und somit auf den Grabenlandtrail stoße, der für eine Weile mein Begleiter sein wird.

Der Weg durch die Felder von Fernitz trägt ganz offiziell den Namen ‚Feldweg‘.
Eine dünne Schneedecke liegt mancherorts.
Der Weg ist trotz Schnee gut zu finden.
Zum Glück ist es nicht überall so frostig.
Quer durch die Felder

Durch die Fernitzer Vorstadt erreiche ich Enzelsdorf, die dortige Jakobikirche ist nicht nur ein gemütlicher Pausenplatz, auch die Eintragungen im Bücherl beim Eingang sind eine Lektüre wert.

Da liest man beispielsweise von Karl, der bereits 56 Mal am GSR unterwegs war oder von Virginie und Gottfried aus Kanada, die als Jakobspilger hier Rast gehalten haben. Oder auch von Petra, die den ‚Himmelvatter‘ bittet, er möge ihr den Mario zurück bringen. Blöd nur, dass der gerade in Claudia verknallt ist.

Und jetzt auch das einzeilige Epos von Gert, der hier den GSR-Kontrollstempel vergebens gesucht hat. Den gibt’s nämlich bei der Backhendlstation gegenüber.

Die Jakobikirche von Enzelsdorf

Die vier GSR-Ringe sind grundsätzlich rot-weiß-rot markiert, allerdings sind die Markierungen an vielen Stellen schon verblasst oder fehlen mitunter zur Gänze. Immer wieder muss ich mich orientieren oder merke erst nach einigen Metern, dass ich hier wohl falsch abgebogen bin.

Es gibt – oder gab? – eine Wanderbroschüre zu den vier Ringen. Ich versuche gerade, diese aufzutreiben. Bisweilen ohne Erfolg, bei GU-SÜD scheinen nicht nur die Lichter der Homepage ausgegangen zu sein… Update: Gerade hat mich aus den GU-SÜD Gemeinden das Versprechen erreicht, dass sich ein GSR-Bücherl auf demn Postweg zu mir gemacht hat. Freude!

Nicht überall ist der GSR so gut markiert wie hier
Unter Strom

Über Mellachberg marschiere ich nach Wutschdorf bevor der Weg links hinunter nach Gnaning führt.

Stellenweise sollte man seine Schritte mit Bedacht setzen. Passieren wird nicht viel, aber ein Fehltritt kann schnell ein paar Meter tiefer enden.
Am Weg nach Gnaning

An Gnaning könnte ich eigentlich rechts vorbei spazieren, und doch mache ich den Abstecher zur ‚Kontrollstelle‘ bei der Kapelle. Nicht wegen der Heiligkeit auch auch nicht des Stempels wegen, aber ich weiß, dass es dort am Fuße eines mächtigen Baumes gut sitzen ist. So hätte ich gerne die Jännersonne und meine Jause genossen.

Doch der mächtige Baum ist nicht mehr…

…und der zarte Nachwuchs wird wohl noch ein paar Jahre brauchen, bis er als Schattenspender durchgeht.

Aber wenigstens der Stempel ist noch da, den ich in meine nicht vorhandene Wanderbroschüre drücken könnte. Ob man dafür wohl noch irgendwo ein Abzeichen oder eine Urkunde bekommen kann? Zweifel erscheinen angebracht…

GSR Kontrollstempel Nr. 7
Im Tal des Jakobsbachs raus aus Gnaning

Schon während meiner Pause ist aus der Ferne immer wieder das Geräusch mehrerer Motorsägen zu hören gewesen und beim Weitergehen stehe ich bald vor jener Tafel, die man beim Wandern nicht so gerne sieht…

Hier geht’s nicht weiter!

Ich weiche den Forstarbeitern durch den Wald zur linken aus und gehe ein wenig aufs Eis tanzen.

Borkenkäferbrigade 112 auf den linken Baum, Division Y bitte ans Buffet rechts hinten!

Der Gipfel des Hühnerbergs liegt eigentlich nicht auf der Route meines Südrings, aber den kurzen Abstecher zum Gipfelkreuz lasse ich mir nicht nehmen.

Das Gipfelkreuz am Hühnerberg (484m)

Im Abstieg vom Hühnerberg passiere ich das Schloss Freudenegg bevor es endgültig nach Hausmannstätten hinuntergeht, wo sich der Ring schließt.

Ihr kennt das, wenn der Weg am Ende einer Wanderung immer länger zu werden scheint? Da ist es gut, wenn die Beine mitwachsen!
Zurück in Hausmannstätten

Der Südring ist offiziell 17.5 km lang, auf meinem GPS haben sich mit allen geplanten und ungeplanten Abstechern über 20 Kilometer summiert. 5:30 Stunden habe ich (inkl. Pausen) dafür gebraucht.

Karte des GSR Südrings – für Druckversion anklicken.

Es war eine abwechslungsreiche Tour, eine positive Überraschung. Es hat mir ausnehmend gut gefallen am GSR, daher werden Nord-, Ost- und Westring in den nächsten Tagen auch noch drankommen.

Damit es Nachwanderer bei der Wegfindung einfacher haben als ich, habe ich aus OpenStreetMap-Daten eine Wanderkarte zum Ausdrucken erstellt. Damit sollte dem Weg problemlos zu folgen sein.

Ich wünsche Viel Spaß!



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9 thoughts on “Weg der Ringe: Der GU-Süd-Rundwanderweg

  1. Danke fuer den netten Bericht. Offenbar ein aehnliches Schicksal wie beim GUW. Die Wegverlaeufe sind sowohl bei den GU Ringen als auch beim GUW mittlerweile auf Seiten wie bergfex und outdooractive und auch privaten Webseiten verfolgbar. Die Lage der Kontrollstellen und Informationen zu eventuell vorhandenen Stempelbuechern/Broschueren sucht man dort vergeblich und auf Anfragen an die eigentlich zustaendigen Stellen bekommt man meiner Erfahrung nach keine Antwort oder wird bis in alle Ewigkeit vertroestet, was denselben Effekt hat.

    1. Leider ist dies das typische Schicksal von Wegen, die einmal mit einem vorhandenen Budget herausgestampft werden oder bei denen die initiierde(n) Person(en) nicht mehr aktiv sind. Was davon hier der Fall ist weiß ich nicht.

      Zumindest habe ich heute über die (mittlerweile anscheinend zur Gänze eingestellte) Seite der GU-SÜD eine Antwort bekommen und weiß nun, wo ich weiterfragen kann. Mal sehen, sind ja nur sechs Gemeinden… 😉

      P.S. Bei Bergfex ist der Verlauf des Südrings zudem noch falsch…

      1. Bei bergfex gibt es bei den Wegen die Georg Gnigler eingegeben hat oefters Fehler (auch zB beim Josef Krainer Weg). Die Daten scheinen nicht von jemand zu stammen, der die Wege selbst abgegangen ist.

        Die fuer den GUW zustaendige Person ist schon noch aktiv, fand aber das ganze vergangene Jahr keine Zeit die Unterlagen zu aktualisieren und noch ein 3. mal nachdraengen mag ich auch nicht mehr.

        ich bin schon neugierig ob Du betreff GSR was rausfindest.

          1. Beachtlich – immerhin sind sie nicht vergriffen wie das oft bei diesen Broschueren der Fall ist (was ja noch nicht schlimm waere, wenn Neuauflagen geplant geplant waeren).

  2. Gute Idee, diese Umlandwege wieder einmal in den Fokus zu rücken…wäre schade, wenn sie in Vergessenheit geraten würden. 🙁

  3. Heute habe ich bei mildem Fruehlingswetter den Suedring absolviert. Teile der Strecke kannte ich schon, andere Teile waren mir neu. Es war sehr nett und den Abstecher zum Gipfelkreuz des Huehnerbergs habe ich auch gemacht und bin dort auf die Spuren von gipfelrast.at gestossen.

      1. Am Plan stand die Suedrunde schon vor Deinem Beitrag, aber umgesetzt hatte ich es nie. Die Ostrunde bin ich schon gegangen vor laengerer Zeit und Teile der anderen Runden (Nord und West) auch – in der Gesamtheit sind die selbst fuer mich eher etwas fuer den Winter.

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