Happy Birthday to me! Frühlingswandern auf der Via Pomurje.

Die Via Pomurje im slowenischen Nachbarland hätte ja eigentlich ein Winterwanderprojekt werden sollen. Der vergangene Winter hat aber – zumindest was die Schneelage betrifft – in den hiesigen Breiten kräftig ausgelassen und so habe auch ich den Weg zurück auf die Via Pomurje nicht gefunden.

Fast exakt vier Monate nach der Auftaktwanderung nutzen wir nun ein Frühlingswochenende und meinen halbrunden Geburtstag, um wieder ein paar Kilometer durch die slowenische Steiermark zu wandern.

Hier macht der Pomurska Planinska Pot (Pomurje Bergweg, wie die Via Pomurje mit vollem Namen heißt) seinem Namen alle Ehre, befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft die zwei höchsten Erhebungen auf der etwa 300 Kilometer langen Runde.

Via Pomurje, Etappe 4 (Fortsetzung)

Beginnen wir also am 417 Meter hohen Sotinski Breg (Stadelberg) mit seiner hübschen Aussichtswarte. Parkmöglichkeit gibt’s nebenan und die drei Plattformen sind schnell erklommen. Auch ohne Begehung des Weitwanderwegs ist dieser Platz ein feiner Ausflugstipp!

Hier blicken wir in die Österreichische Steiermark, der Doppelgipfel ist der Gleichenberger Kogel, rechts davon Kapfenstein mit seinem Hotelschloss.

Man merkt, der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten. Jetzt gibt es kein Zurück mehr, der Regen letzte Woche hat der Vegetation ordentlich Auftrieb gegeben.

Schattseitig hingegen haben sich die warmen Temperaturen noch nicht herumgesprochen, treppab marschieren wir noch gut eingepackt durch den Wald. Aber keine Sorge, schon bald verschwinden die warmen Jacken endgültig in den Rucksack.

Die ehemaligen Kontrollhütten beiderseits der Staatsgrenze bei Sotina / Kalch sind schon lange verwaist. Während man andernorts wieder Zäune baut, kann man hier ungestört am Grenzbach spazieren.

Auch wenn uns die Tafel an der Brücke ein Herzliches Willkommen im Burgenland zu Teil werden lässt, bleiben wir in Slovenija und rüsten uns für den nächsten Anstieg.

Hart an der Grenze.

Serdiški Breg, der K2 der Via Pomurje

Mit dem Serdiški Breg liegt nun der zweithöchste Gipfel der Via Pomurje vor uns, in Serpentinen zieht der Weg nach oben. Es macht wenig, dass wir dabei ordentlich ins transpirieren kommen, auf 416 Metern Seehöhe lädt schließlich eine Gipfelhütte zur Rast.

Auch wenn dort so früh im Jahr noch niemand kühle Getränke ausschenkt, belohnt die Aussicht für den anstrengenden Weg.

Übrigens, wer die Wanderstempel des Pomurska Planinska Pot sammeln will, möge ein eigenes Stempelkissen mitnehmen. Wie in Slowenien üblich gibt es viele Stempelstellen, die aber meist fest verbaut sind. Man muss erst Stempelkissen und dann Bücherl an das Ende eines Rohres, welches aus dem Boden ragt, drücken.

Hier rechts zu Helens Füßen zu erahnen.

Die Hütte am Serdiški Breg

Diese beiden Komiker haben wir doch auf der letzten Etappe auch schon getroffen! Ob wir ihnen noch öfter über den Weg laufen werden?

Alles blüht!

Das unmarkierte Land von Rogašovci

Wir sind uns nicht ganz sicher, was hier passiert ist. Laut meiner Karte führt die Via Pomurje auf verschlungenen Nebensträßchen nach Rogašovci. Und grundsätzlich ist der Weg auch ausgezeichnet mit den rot-weißen Farbringerln markiert.

Aber plötzlich ist da gar nichts mehr. Da war auch keine Abzweigung, wo wir falsch abbiegen hätten können, auch auf der Karte lässt sich keine sinnvolle Alternativroute ausmachen. Aber die Markierung ist weg, einfach weg. Vielleicht hat der hiesige Wegewart auch einfach nur eine Pause eingelegt.

Und auch die automatische Übersetzung der slowenischen Wegbeschreibung spricht in Rätseln.

Die ganze Zeit, wir waren zu Fuß achten Sie auf Markierungen und Pfeile, die uns durch die vielfältige Welt geführt, manchmal sogar überraschend unberechenbar.

Hinunter nach Rogašovci.

Via Pomurje, Etappe 5

Unsere Karte bringt uns trotzdem gut nach Rogašovci. Dieses ist Etappenort der Via Pomurje, also machen wir uns auf die Suche nach dem nächsten Stempel. Ohne schnellen Erfolg lassen wir uns vor der Kirche nieder und ein freies WLAN erlaubt die Recherche. Etappenende ja, Stempel jein. Lediglich den Serdiški-Breg Stempel sollte man hier nochmal bekommen, doch wo?

Knapp nach dem Ortsausgang kehrt die Markierung dann auch in voller Pracht zurück. Unser nächstes Ziel ist Grad, welches auch bald auf einem Schild angekündigt wird.

Vorankündigung, noch ist es weit nach Grad.

Doch zu früh gefreut, Gemeindegrenze ist nicht Ortskern. Zwischen uns und Grad wartet noch ein ausgiebiges Owi-Auffi-Owi auf uns. Erst im Tal hinter dem nächsten Rücken befindet sich die gesuchte Ortschaft.

Auf dem Gegenhang bettelt bei einem Hof ein Hund um Aufmerksamkeit, nach den erbellten Streicheleinheiten tritt der Altbauer auf den Plan überschüttet uns mit einem slowenischen Redeschwall. Mit Dober dan, bitte, danke, keine Ahnung, sorry! machen wir uns etwas unverstanden von dannen.

Da sind sie wieder, die Markierungen!

Auf einem wenig begangen wirkenden Weg steigen wir anschließend hinunter nach Grad, wo heute für uns Schluss ist auf der Via Pomurje. Schließlich müssen wir ja noch zu unserem Auto zurück.

Vorerst gönnen wir uns noch in der Gostilna Klement eine Erfrischung, zu unglaublich günstigen Preisen übrigens. Mit besseren Slowenischkenntnissen, hätte ich sofort das zweite „vergessene“ Getränk reklamiert.

Aber ein Blick auf die Rechnung offenbart: Alles da, die im slowenischen Hinterland üblichen Preise sind wir von zu Hause nicht gewohnt.

Die ersten Häuser Grad

Nun aber sagen wir der Via Pumurje Na svidenje! und wenden uns nach Norden, bis zum Auto ist es noch ein weiter Weg. Vorerst statten wir noch dem modernen Vulkanmuseum einen kurzen Besuch ab. Zumindest den Außenanlagen am Vorplatz, denn um die 10 Euro Eintrittspreis ausnutzen zu können, fehlt uns heute die Zeit.

Klettern verboten! Nicht dass hier jemand runterfällt…
Viele heiße Wanderziele.

Rückweg zum Sotinski Breg

Wir verlassen Grad auf dem Weg, auf dem wir in den Ort gekommen sind, halten uns bei der ersten Möglichkeit links hinauf und wandern mit Weitblick über einen Höhenrücken in Richtung des Städtchens Kuzma. Den Abstieg von besagtem Rücken machen uns einige Feldwege schwer, die zwar auf der Slowenischen Karte existieren aber nicht mehr in der Natur.

Schließlich treffen bei Kamena Graba wieder auf die Via Pomurje. Die von der letzten Etappe bekannten Wege bringen uns zurück auf den Sotinski Breg. Nach gut 8 Stunden und 23 Kilometern genießen wir noch einmal den Blick von der Aussichtswarte, bevor wir schließlich den Heimweg antreten.

Der markante Baum gehört zur Spezies Arbus Telekomus. Ein als Baum getarnter Mobilfunkmast.
Bei den Häusern in der Senke werden wir wieder auf die Via Pomurje treffen
Nicht so schnell!

Wieder zurück am Startpunkt

Die GPS-Daten zum Nachwandern gibt es hier.

Nun drängt sich eine Zweitagestour auf. 27 Kilometer sind es bis Radenci und 17 weitere bis Bad Radkersburg, wo jeweils eine Therme am Ende des Wandertags wartet.



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5 thoughts on “Happy Birthday to me! Frühlingswandern auf der Via Pomurje.

  1. Alles Gute nachtraeglich zum Geburtstag. Ich war an dem Tag im Raum St Anna/Aigen – also nicht so weit weg. Die Fotos sind schoen. Mit Stempelkissen wandern stelle ich mir nicht so praktisch vor.

    LG

    1. Danke, nach St. Anna a. A. haben wir vom Serdiški Breg hinübergeschaut.

      ad Stempelkissen: eh, aber immerhin ist man mit diesen massiven Konstruktionen vor nicht funktionierenden Stempeln (gefladert oder ausgetrocknet) gefeit.

      1. Stimmt – ich glaube aber ich haette nicht einmal erraten dass so ein Rohr einen Stempel beherbergt.

        Schade finde ich dass selbst in Regionen so nah in der Grenze fast alle Schilder nur in slowenisch zu finden sind und auch im Kontakt mit den Leuten vor Ort scheint man meinen bisherigen Erfahrungen nach auch mit englisch nicht weit zu kommen (mit deutsch aber auch nicht),

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