Finale am Südzipfel des Burgenlands

Sechs Tage später…

Heute setze ich fort, was ich letzte Woche unterbrochen habe. 28 Kilometer „Burgenland“ verbleiben noch am Ostösterreichischen Grenzlandweg. Hier stehe ich in Jennersdorf und sehe dem Zug, der sich gerade auf den Weg nach Budapest macht, hinterher.

Am Bahnhof Jennersdorf

Etwa zwei Straßenkilometer und ein Jausenkauf beim örtlichen Billa später treffe ich wieder auf meinen Weg, hier kommt er von links daher. Wenige Augenblicke später stehe ich auf der Brücke über die Raab.

Hier erreiche ich wieder meinen Weg.
Querung der Raab

Der Auftakt spielt sich heute komplett auf Nebenstraßen ab, hier beginnt der Weg hinauf nach Eisenberg an der Raab (nicht zu verwechseln mit Eisenberg an der Pinka, welches auf diesem Weg bereits hinter mir liegt).

Aufwärts geht’s!
Denkmalgeschützes Haus in Eisenberg
Durch Eisenberg

Am Ortsende von Eisenberg führt die Markierung rechts hinunter in und durch den Ort Oberdrosen. Hier lässt sich der Asphalt aber endlich gegen einen schönen Wanderweg eintauschen. Ich halte mich daher links und folge dem Themenweg Grünes Band.

Rechts (offizielle Route) oder links (schönere Route)?
Was man so bekommt, wenn die ZAMG dicke schwarze Wolken vorhersagt…

Wenig später stehe ich – erstmals seit dem Geschriebenstein – wieder an der Grenze zu Ungarn. Hier hat man ein Stück Stacheldraht des Eisernen Vorhangs sowie einen alten Wachturm erhalten. Die steile Metallleiter stellt durchaus eine Herausfordung dar.

Ein Wachturm….
…der sich sogar erklimmen lässt.

Eine Weile wandere ich direkt an der Grenze, einer ungarischen weiß-grün-weißen Markierung (Iron Curtain Trail) kann direkt zum Dreiländereck gefolgt werden. Ich tue das aber heute nicht und bevorzuge ein Stück Forstweg, denn die Wege sind stellenweise sehr rutschig.

Beim Dreiländereck, am Baum im Hintergrund die letzte Markierung des Burgenland-Weitwanderwegs

An dem Punkt wo die Grenzen Ungarns, Sloweniens und Österreichs aufeinander treffen, befindet sich ein großer Rastplatz, den ich für eine kurze Pause nutze. Hier beendet auch der Burgenland-Weitwanderweg, dessen rot-gelben Markierungen ist seit Kobersdorf gefolgt bin, seinen Verlauf.

Nun ist wieder rot-weiß-rot angesagt, aber vorerst gibt ohnehin die 1919 in St. Germain ausgehandelte Grenze die Richtung vor!

Die Wegmitte ist die Staatsgrenze!
Für die Österreicher ein Wanderweg, für die Slowenen ein Radweg.

Hier gibt’s eine etwas kuriose Wegführung. Das Dorf Matjaševci vor mir liegt knapp in Slowenien, die Wegmarkierung folgt aber den Grenzsteinen entlang der Wiesen und Äcker um hinten beim Wald erneut auf die Straße zu treffen, die dort wieder die Staatsgrenze bildet.

Das slowenische Dörfchen Matjaševci

Jedes Mal wenn ich beim GH Mertschnigg vorbei komme, lacht mich dieser Wegweiser an. Warum gerade dieses Ziel im Oststeirischen Nirgendwo hier angeschrieben ist, lässt mich rätseln. Aber 16 Stunden Gehzeit klingen nach einem verlockenden Vorhaben.

16 Stunden, das macht mich neugierig…
Hier versteckt sich der Weg in die Vergangenheit.

Ich habe mir zwar vorgenommen, mich heute nicht stressen zu lassen. Trotzdem: um 15:13 Uhr fährt mein letzter Bus in St. Anna am Aigen, der mich heute noch nach Hause bringen wird. Sollte ich diesen nicht erreichen, ist meine einzige Option (mindestens) drei Stunden lang weiterzumarschieren, um den Bahnhof in Bad Radkersburg zu erreichen.

Daher gönne ich mir nur eine kurze Jause am Bankerl neben dem Wirtshaus. Als ich wieder weitergehe erblicke ich St. Anna in weiter Ferne, ob sich das ausgeht?

Blick nach St. Anna, in der Ferne kaum zu erkennen.

Runter geht’s nach Neuhaus – kompakte Ortsnamen sind scheinbar der Burgenländer Sache nicht.

…im Bezirk Jennersdorf (Burgenland)
Noch eine hübsche Feldwegpassage

Der Feldweg auf dem nächsten Rücken bringt mich nach Kalch, von wo es wieder hinauf nach Sichauf geht. Am Kalcher Ortsende, lässt sich links auf einen Forstweg ausweichen, der mir eine ganze Menge Asphalt erspart – sich dafür aber stellenweise als steil und rutschig erweist.

Oben angekommen stehe ich am kleinen Dreiländereck, Slowenien, das Burgenland und die Steiermark treffen sich auf diesem Fleck. Der Grenzstein stammt aus der Zeit Maria Theresias und hat schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel.

Links Slowenien, rechts hinten Steirmark, rechts vorne Burgenland

Ich durchquere Sichauf, bis ich zu jenem Punkt komme wo sich die beiden Äste der Grenzlandwegs wieder vereinen. Der liegt genau auf dieser Kreuzung:

Hier endet also die Burgenlandvariante des Ostösterreichischen Grenzlandwegs 07.

Nach dem Foto des allerletzten Wegweisers eile ich weiter nach St. Anna – der Bus! Ich darf verraten, es geht sich aus, locker sogar. Den ich erschwische sogar noch eine frühere Heimfahrgelegenheit über Fehring, von wo es mit der S-Bahn weiter geht. Damit endet das Abenteuer Burgenlandvariante des Ostösterreichischen Grenzlandwegs.

Und vom Burgenland-Weitwanderweg sind noch ein bis zwei Tagesetappen offen. Vom einem weiteren Dreiländereck, nämlich zwischen Österreich, Ungarn und der Slowakei, bis nach Breitenbrunn am Neusiedlersee. Die anschließenden Überschreitungen von Leithagebirge und Rosaliengebirge bis Kobersdorf habe ich seinerzeit schon am Zentralalpenweg ‚miterledigt‘. Mal sehen, wie bald es mich in diese Gegend verschlägt.



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4 thoughts on “Finale am Südzipfel des Burgenlands

  1. Hallo! Die beiden Orte „Kapfenstein“ und „Weißenbachegg“ liegen am Wasserscheidenweg 780 (Murtal / Raabtal). Dieser Weg führt vom Schöckl zum Dreiländereck.

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